Wer regelmäßig gärtnert, weiß, dass es im Juni (und Juli) eine Menge Gartenarbeit gibt. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und der Garten explodiert förmlich in einem Meer aus Blüten und frischem Grün. Doch mit dem üppigen Wachstum kommen auch die Herausforderungen: Durstige Pflanzen, hungrige Schädlinge und unermüdliches Unkraut fordern jetzt Ihre ganze Aufmerksamkeit. Wer die folgenden sieben Tipps zur Gartenarbeit im Juni beherzigt, legt den Grundstein für eine reiche Ernte und einen gesunden, widerstandsfähigen Garten in den Hochsommermonaten.

1. Gießen zur richtigen Zeit – so bleibt das Wasser an den Wurzeln
In den heißen Sommermonaten steht die Bewässerung ganz oben auf der Liste der Prioritäten. Die Kunst des Gießens besteht nicht nur in der Menge, sondern ganz entscheidend im Timing. Am besten versorgen Sie Ihre Pflanzen am Morgen oder in den Abendstunden mit Wasser. In der Mittagshitze würde die Feuchtigkeit nämlich verdunsten, bevor sie an den Wurzeln angekommen ist. Zudem wirken Wassertropfen auf den Blättern unter der prallen Sonne wie winzige Brenngläser, die empfindliches Grün schädigen können.
Wie viel gegossen werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Maßgeblich sind der natürliche Wasserbedarf der Pflanzenart, der Standort – ob im Schatten oder in der vollen Sonne – und die aktuellen Wetterbedingungen. Lassen die Blätter schlaff herabhängen und fühlt sich die Erde auch in tieferen Schichten trocken an, ist es allerhöchste Zeit, zur Gießkanne oder zum Schlauch zu greifen. Eine durchdringende Bewässerung ist dabei stets besser als häufiges, oberflächliches Nässen. Nur so wird das Wurzelwachstum in die Tiefe angeregt, was die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Trockenperioden macht.
Achten Sie bei Kübel- und Balkonpflanzen besonders darauf, dass das Wasser gut abfließen kann und die Wurzeln nicht dauerhaft im Nassen stehen. Arten wie die Clematis reagieren auf Staunässe sehr empfindlich und können mit Wurzelfäule quittieren. Bei besonders durstigen Kandidaten wie Gurke, Tomate und Margerite ist es außerdem wichtig, ein besonders wachsames Auge auf den Wurzelballen zu werfen. Diesen sollten Sie im Rahmen der Gartenarbeit im Juni und Juli stets gleichmäßig feucht halten, ohne ihn zu ertränken. Ein praktischer Tipp: Tomatenpflanzen schützen Sie am besten vor Regen, denn nasses Tomatenlaub erhöht die Gefahr von Kraut- und Braunfäule erheblich.
2. Ungebetene Gäste im Blick behalten: Blattläuse natürlich bekämpfen
Je wärmer es wird, desto höher ist die Gefahr durch Schädlinge und Krankheiten. Besonders Blattläuse vermehren sich bei sommerlichen Temperaturen explosionsartig und können junge Triebe und Knospen massiv schädigen. Milben und andere unerwünschte Gäste gesellen sich häufig dazu. Bevor Sie zur chemischen Keule greifen, sollten Sie es mit natürlichen und hausgemachten Mitteln versuchen. Diese schonen Nützlinge, die Ihren Garten im Gleichgewicht halten, und sind oft genauso effektiv.
Mit den folgenden Anti-Blattlaus-Mitteln können Sie den unwillkommenen Gästen den Kampf ansagen:
- Spülmittel: Geben Sie in etwa 500 ml kaltes Wasser etwa 5 ml Spülmittel und füllen Sie das Gemisch in eine Sprühflasche. Besprühen Sie die befallenen Pflanzen gründlich, besonders die Blattunterseiten. Die Seifenlauge verstopft die Atemorgane der Läuse und lässt sie ersticken.
- Kaffeesatz: Koffein ist ein natürliches Nervengift für viele Schädlinge. Bereiten Sie einen Sud aus gebrauchtem Kaffeesatz und Wasser zu und besprühen Sie die befallene Pflanze damit. Alternativ können Sie den getrockneten Kaffeesatz auch um die Stängelbasis streuen.
- Brennnesselsud: Legen Sie frische Brennnesseln in einen Eimer mit Wasser und lassen Sie das Ganze ein paar Tage an einem warmen, schattigen Platz stehen. Rühren Sie gelegentlich um. Sobald die Flüssigkeit zu gären beginnt, seihen Sie sie ab und besprühen die Pflanzen damit unverdünnt. Aber Vorsicht: Die Brühe kann gewaltig stinken. Sie dient gleichzeitig als hervorragender Blattdünger.
- Marienkäfer: Die kleinen gepunkteten Freunde sehen nicht nur niedlich aus, sondern sind gefräßige Fressfeinde der Blattläuse. Ein einzelner Marienkäfer kann am Tag bis zu 150 Läuse vertilgen. Das Anlocken oder gezielte Ansiedeln dieser Nützlinge ist ein besonders eleganter, biologischer Weg, die Plagegeister loszuwerden.
3. Unkrautjäten: So schonen Sie Ihren Rücken und Ihre Knie
Neben dem Gießen ist auch die Schädlingsbekämpfung ein wichtiges Thema, doch leider grünt und blüht im Sommer in vielen Gärten auch das Unkraut mit beeindruckender Kraft. Dann ist konsequentes Jäten angesagt. Das meint das manuelle Entfernen der unerwünschten Wildkräuter mit der Hand oder einem speziellen Unkrautstecher. Es handelt sich um eine ziemlich anstrengende Arbeit, die oft unterschätzt wird, aber essenziell ist, um zu verhindern, dass die Beikräuter Ihren Kulturpflanzen Licht, Wasser und Nährstoffe streitig machen.
Achten Sie unbedingt darauf, rückenschonend zu arbeiten. Langes, gebücktes Jäten kann schmerzhaft ins Kreuz gehen und den Rücken nachhaltig belasten. Gärtnermärkte bieten hierfür ergonomische Werkzeuge mit Teleskopstielen an, die ein Arbeiten in aufrechter Haltung ermöglichen. Auch die Knie werden bei der Bodenarbeit stark beansprucht. Ein gutes Kniekissen oder eine knieende Gartenbank mit Griffen können hier wahre Wunder bewirken und machen die Gartenarbeit im Juni deutlich angenehmer.
Wenn Sie diese lästige Arbeit minimieren möchten, hacken Sie die Beete am besten regelmäßig rund um die Pflanzen. Dieses Durchlüften hält nicht nur das Unkraut dauerhaft in Schach, sondern lockert auch die Bodenoberfläche. Dieser als Kapillarbrechung bekannte Effekt verhindert, dass Wasser aus tieferen Schichten ungehindert verdunsten kann. Der Boden speichert das Wasser besser und trocknet nicht so schnell aus. Die beste „Hackzeit” ist nach einem Regenguss, wenn der Boden Wasser aufgenommen hat und das Unkraut samt Wurzel leichter herausgezogen werden kann. Ein entscheidender Tipp: Achten Sie stets darauf, dass Sie die gesamte Wurzel mit entfernen. So vermeiden Sie, dass das Unkraut innerhalb kürzester Zeit wieder nachwächst.
4. Welches Saatgut ist im Juni und Juli noch geeignet?
Ein weiterer arbeitsintensiver Punkt ist das Unkrautjäten, doch neben der Pflege können Sie im Juni und Juli auch noch bestimmte Pflanzen direkt aussäen. Viele Hobbygärtner glauben fälschlicherweise, dass nach dem Frühjahrsspurt keine Aussaat mehr möglich sei. Tatsächlich gibt es eine breite Auswahl an Samen, die für diese Zeit hervorragend geeignet sind und im Spätsommer und Herbst eine zweite Erntewelle bescheren.
Die warme Erde im Juni bietet ideale Keimbedingungen für viele schnellwachsende Gemüsesorten. Sie können jetzt noch Buschbohnen und Stangenbohnen säen, die in wenigen Wochen erntereife Hülsen liefern. Ebenso eignen sich Radieschen und Rettich, die unter den langen Sommertagen in Rekordzeit gedeihen. Möhren können ebenfalls noch im Juni gesät werden und entwickeln sich dann zu prächtigen, süßen Herbstkarotten. Auch verschiedene Salatsorten, von Kopfsalat über Pflücksalat bis hin zu Rucola, können jetzt noch ausgesät werden und sorgen für eine kontinuierliche Versorgung mit frischem Grün. Bis Mitte Juli ist die Zeit reif für Nachsaaten von Feldsalat, Winterkohl oder Spinat. Auch zweijährige Sommerblumen wie Stiefmütterchen, Bartnelken oder Vergissmeinnicht können Sie jetzt für die Blüte im kommenden Jahr aussäen.
5. Endlich ernten: Die süßeste Belohnung für kleine Gärtner
Neben der Pflege und Aussaat ist der Juni der Monat, in dem sich die Mühen der letzten Monate endlich auszahlen. Der Garten verwandelt sich für kleine und große Gärtner in eine Schatzkammer voller süßer Früchte und knackigem Gemüse. Zum Glück werden Sie für Ihre Mühen bald mit einer reichen Ernte belohnt, die alle Sinne anspricht. Besonders für Kinder ist das Ernten der reifen Früchte das Größte und schafft eine wertvolle Verbindung zur Natur und unseren Lebensmitteln.
Im Juni können die ersten Erdbeeren gepflückt werden, deren süßes Aroma und saftiges Fruchtfleisch unübertroffen sind. Ebenfalls erntereif sind nun Stachelbeeren und die ersten blauen Heidelbeeren, die reich an Vitaminen sind. Himbeeren beginnen ihre lange Erntesaison, die sich bei remontierenden Sorten bis in den Herbst hineinzieht. Für Naschkatzen ein besonderes Highlight: Die ersten dunkelroten Süßkirschen werden weich und zuckersüß und locken mit ihrem glänzenden Fruchtfleisch. Ein stabiler Obstpflücker kann hier gute Dienste leisten, um auch die Früchte in den höheren Ästen sicher zu erreichen.
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Auch im Gemüsebeet ist jetzt Hochsaison. Kopfsalat bildet feste, knackige Häupter aus und sollte geerntet werden, bevor er zu schießen beginnt. Kohlrabi erreicht mit seiner zart-saftigen Knolle die ideale Erntegröße, die je nach Sorte zwischen Tennis- und Faustgröße liegt. Die ersten Möhren können als zarte Bundmöhren samt ihrem würzigen Grün aus der Erde gezogen werden. Bis Mitte Juli sind auch die ersten Zwiebeln erntereif, sobald ihr Laub beginnt, gelblich zu werden und einzuknicken. In der Kräuterecke wachsen Basilikum, Thymian, Majoran und Bohnenkraut jetzt üppig und können bereits für die erste Ernte genutzt werden.
6. Kräuter trocknen – Vorrat für den Winter anlegen
Neben dem direkten Genuss der Ernte lohnt es sich im Juni, an die karge Winterzeit zu denken. Denn die aromatischen Kräuter, die jetzt in Hülle und Fülle sprießen, eignen sich hervorragend zum Trocknen und Konservieren. So können Sie den Geschmack des Sommers einfangen und sich das ganze Jahr über an der selbst angebauten Würze erfreuen. Der Zeitpunkt der Ernte ist dabei entscheidend für das Aroma.
Kurz vor der Blüte, am späten Vormittag eines sonnigen Tages, ist das ätherische Öl in den Blättern am konzentriertesten. Der Morgentau sollte bereits abgetrocknet sein. Schneiden Sie von Kräutern wie Thymian, Majoran, Oregano oder Bohnenkraut ganze Triebe ab und bündeln Sie diese zu kleinen Sträußen. Hängen Sie die Bündel kopfüber an einem dunklen, luftigen und trockenen Ort auf – direkte Sonneneinstrahlung würde die wertvollen Inhaltsstoffe zerstören und die Blätter ausbleichen. Basilikum hingegen eignet sich weniger zum Trocknen, da er dabei viel Aroma einbüßt. Er kann stattdessen in Öl eingelegt oder zu einem würzigen Pesto verarbeitet werden. Sind die Kräuter vollständig getrocknet, was je nach Blattdicke eine bis zwei Wochen dauert, streifen Sie die Blätter von den Stielen und bewahren Sie sie in dunklen, luftdicht verschließbaren Gefäßen auf.
7. Düngen im Juni: Welche Nährstoffe Ihre Pflanzen jetzt brauchen
Im Juni befinden sich die meisten Pflanzen in einer Phase intensiven Wachstums und beginnen mit der Blüten- und Fruchtbildung. Dieser enorme Kraftakt ist nur mit einer ausreichenden und ausgewogenen Nährstoffversorgung zu bewältigen. Eine gezielte Düngung im Rahmen der Gartenarbeit im Juni unterstützt Ihre Pflanzen dabei, ihr volles Potenzial zu entfalten und gesund zu bleiben. Starkzehrer wie Tomaten, Gurken, Kürbisse und Rosen haben jetzt einen besonders hohen Bedarf.
Für blühende Stauden und Rosen empfiehlt sich ein spezieller kalium- und phosphatbetonter Dünger, der die Blütenbildung fördert und die Pflanzen widerstandsfähiger macht. Gemüsepflanzen profitieren von einer regelmäßigen Gabe mit einem organischen Flüssigdünger oder verdünnter Brennnesseljauche, die reich an Stickstoff und Mineralien ist. Diese kann einfach selbst angesetzt werden. Bei Kübelpflanzen, die aufgrund des begrenzten Wurzelraums und des häufigen Gießens schnell an Nährstoffen verarmen, ist eine wöchentliche Düngung mit dem Gießwasser in halber Konzentration ideal. Setzen Sie bevorzugt auf organische Dünger wie Hornspäne, gut abgelagerten Kompost oder Schafwollpellets. Diese geben die Nährstoffe langsam und kontinuierlich frei, stärken das Bodenleben und minimieren die Gefahr einer schädlichen Überdüngung. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält zusätzlich die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt unerwünschtes Beikraut.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte ich meine Kübelpflanzen im Juni gießen, wenn es sehr heiß ist?
Bei starker Hitze und voller Sonneneinstrahlung kann es notwendig sein, Kübelpflanzen sogar zweimal täglich zu gießen – am frühen Morgen und am späten Abend. Entscheidend ist die Daumenprobe: Fühlt sich die oberste Erdschicht trocken an, ist es Zeit zum Wässern. Terracotta-Töpfe und kleine Gefäße trocknen zudem deutlich schneller aus als große, glasierte Pflanzkübel. Gießen Sie so durchdringend, bis Wasser aus dem Topfboden austritt, aber vermeiden Sie Staunässe im Untersetzer unbedingt über einen längeren Zeitraum.
Was ist der Unterschied zwischen Häufeln und Mulchen bei der Gartenarbeit im Juni?
Häufeln bedeutet, Erde an den Stängelgrund von Pflanzen wie Kartoffeln, Tomaten oder Kohl anzuhäufen, um die Stabilität zu erhöhen und die Seitentriebbildung zu fördern. Mulchen hingegen bezeichnet das Abdecken des Bodens mit organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch. Während Häufeln den Wurzelbereich schützt und den Fruchtansatz verbessert, reduziert das Mulchen die Verdunstung, hält Unkraut fern und fördert das Bodenleben. Beide Methoden sind im Juni wertvolle Werkzeuge für unterschiedliche Zwecke.
Eignet sich gesammeltes Regenwasser ebenso gut zum Gießen wie Leitungswasser?
Für empfindliche Pflanzen ist abgestandenes, temperiertes Regenwasser sogar besser geeignet als kaltes, kalkhaltiges Leitungswasser. Es ist im Sommer angenehm warm, weich und enthält keinen Chlor- oder Kalkzusatz, den viele Gartenpflanzen auf Dauer schlecht vertragen. Insbesondere säureliebende Pflanzen wie Rhododendron, Hortensien und Heidelbeeren reagieren positiv auf die Verwendung von Regenwasser. Eine Regentonne ist daher eine nachhaltige und pflanzenverträgliche Investition für jeden Garten.




