7 geniale Tipps: So bleibst du beim Heimwerken unverletzt

Jeden Tag 125 Heimwerker-Unfälle – so vermeiden Sie sie

Jeden Tag verletzen sich in der Schweiz rund 125 Menschen beim Heimwerken – oft aus purer Ungeduld. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) sind es jährlich etwa 46 000 Betroffene. Die häufigsten Verletzungen sind offene Wunden an den Händen sowie Augenverletzungen. Dabei ließen sich die meisten dieser Zwischenfälle mit einfachen Maßnahmen verhindern. Wer sich vor dem ersten Handgriff klarmacht, wo die typischen Risiken lauern, kann gezielt gegensteuern. Dieser Artikel zeigt Ihnen sieben erprobte Wege, wie Sie Heimwerken unfälle vermeiden – vom richtigen Werkzeug bis zur entscheidenden Vorbereitung.

heimwerken unfälle vermeiden

Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie schnell es gehen kann: Ein Rockmusiker mit langen Haaren beugte sich vor rund 30 Jahren über eine laufende Bohrmaschine. Ein Haarbüschel geriet durch die Lüftungsschlitze, wickelte sich um die Antriebswelle – die Maschine knallte an seinen Kopf. Er konnte sich nicht selbst befreien und legte sich mit der Bohrmaschine am Kopf aufs Sofa, bis seine Mitbewohnerinnen kamen, um die Haare zu retten. Er hatte Glück, doch nicht alle Heimwerkerunfälle gehen so glimpflich aus. Damit Ihnen das nicht passiert, hat die BfU wichtige Tipps zusammengestellt, die wir im Folgenden erläutern.

Die sieben wichtigsten Tipps, um Heimwerken unfälle vermeiden

1. Planen Sie Ihr Projekt sorgfältig – nehmen Sie sich Zeit

Ungeduld ist laut Roland Grädel von der BfU die Hauptursache für Gefahr beim Heimwerken. Wer noch schnell etwas erledigen will, die Schutzbrille nicht findet und denkt „Kommt schon gut“, setzt sich unnötigen Risiken aus. Planen Sie genügend Zeit ein und besorgen Sie fehlende Ausrüstung vor Beginn der Arbeit. Wenn Sie feststellen, dass Ihnen ein wichtiges Teil fehlt, verschieben Sie die Arbeit lieber auf den nächsten Tag, anstatt zu improvisieren. Eine gute Vorbereitung umfasst nicht nur die Materialliste, sondern auch die richtige persönliche Schutzausrüstung. Nehmen Sie sich vor jedem Schritt einen Moment Zeit, um die Situation zu überprüfen: Ist der Arbeitsplatz frei? Sind alle Kabel weggeräumt? Funktioniert das Werkzeug einwandfrei? Diese kurze Verzögerung kann schwere Verletzungen verhindern und sorgt zudem für ein saubereres Ergebnis.

2. Verwenden Sie standfeste Leitern und Tritthocker

Die Hälfte aller Heimwerkerunfälle sind Stürze – oft wegen Kabeln, Kisten oder instabilen Hockern. Viele Menschen balancieren auf wackeligen Hockern, um an hohe Stellen zu gelangen, anstatt eine solide Leiter zu benutzen. Verwenden Sie immer eine standfeste Leiter oder einen soliden Klapptritt. Achten Sie darauf, dass die Leiter auf ebenem Boden steht und vollständig ausgeklappt ist. Bei Arbeiten im Freien prüfen Sie den Untergrund auf Unebenheiten oder weiche Stellen. Klettern Sie niemals auf die oberste Sprosse einer Leiter, und stellen Sie sich nicht seitlich auf eine angelehnte Leiter. Ein sicherer Stand gibt Ihnen die nötige Stabilität, um konzentriert arbeiten zu können, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

3. Sorgen Sie für Ordnung am Arbeitsplatz

Ein aufgeräumter Arbeitsbereich ist die Grundlage für sicheres Heimwerken. Kabel, Kisten, Werkzeuge und Baumaterialien, die herumliegen, werden schnell zur Stolperfalle. Halten Sie den Arbeitsbereich aufgeräumt und führen Sie Kabel so, dass niemand darüber stolpert. Nutzen Sie Kabelbrücken oder verlegen Sie Leitungen entlang der Wand. Räumen Sie nach jedem Arbeitsschritt nicht benötigte Gegenstände weg, bevor Sie den nächsten Schritt beginnen. Besonders tückisch sind Kabel von Elektrowerkzeugen, die sich auf dem Boden kringeln. Ein kurzer Blick zurück reicht oft nicht, um sie zu sehen. Ordnung bedeutet auch, dass Sie immer wissen, wo Ihre Schutzausrüstung liegt, und nicht in Hektik danach suchen müssen. Ein sauberer Arbeitsplatz spart Zeit und reduziert das Unfallrisiko spürbar.

4. Tragen Sie die richtige Schutzausrüstung

Je nach Art der Arbeit benötigen Sie unterschiedliche Schutzmittel. Eine seitlich geschlossene Schutzbrille schützt Ihre Augen gegen Splitter, Staub oder Chemikalien. Solide, gut sitzende Handschuhe sind bei scharfen oder kantigen Materialien unverzichtbar; bei Chemikalien müssen sie resistent sein. Rutschfeste Arbeitsschuhe mit Zehenschutzkappe bewahren Ihre Füße vor herabfallenden Gegenständen. Darüber hinaus sind Gehörschutz und eine Atemschutzmaske essenziell: Viele Maschinen verursachen gehörschädigenden Lärm, und giftige Gase, Dämpfe oder Staub belasten die Atemwege. Nehmen Sie sich die Zeit, die richtige PSA (persönliche Schutzausrüstung) für jede Tätigkeit auszuwählen. Die BfU empfiehlt, vor Arbeitsbeginn zu prüfen, ob alle Teile griffbereit und in einwandfreiem Zustand sind. Eine Schutzbrille nützt nichts, wenn sie verkratzt ist oder nicht richtig sitzt. Investieren Sie in hochwertige Ausrüstung – Ihre Gesundheit ist es wert.

5. Achten Sie auf Ihre Kleidung und Haare

Die Geschichte des Rockmusikers mit der Bohrmaschine zeigt, wie gefährlich weite Kleidung oder lange Haare an rotierenden Maschinen sein können. Tragen Sie Kleidung, die sich nicht verfangen kann – also eng anliegend und ohne herunterhängende Bänder, Schals oder weite Ärmel. Lange Haare sollten Sie zu einem Zopf oder Dutt binden und unter einer Kappe verstecken. Auch Schmuck wie Ketten, Armbänder oder Ringe sind tabu, weil sie sich in Maschinen verfangen oder an Kanten hängen bleiben können. Selbst eine locker sitzende Jacke kann zur tödlichen Falle werden, wenn sie in eine Sämaschine oder einen Bohrer gerät. Prüfen Sie vor jedem Einsatz Ihr Outfit: Alles, was flattern oder baumeln könnte, gehört abgelegt oder gesichert. Diese einfache Gewohnheit kann schwere Unfälle verhindern.

6. Nutzen Sie Maschinen und Werkzeuge nur einwandfrei und zweckbestimmt

Lesen Sie vor der Benutzung jeder Maschine die Betriebsanleitung samt Sicherheitshinweisen genau durch. Verwenden Sie Geräte nur für den vorgesehenen Zweck – eine Kreissäge ist kein Türstopper, und ein Schraubendreher taugt nicht als Meißel. Das Werkzeug muss in einwandfreiem Zustand sein: stumpfe Sägeblätter, poröse Kabel oder verbogene Bohrer erhöhen das Verletzungsrisiko enorm. Bei Arbeiten im Freien mit elektrischen Geräten sollten Sie unbedingt einen FI-Schutzschalter verwenden, der bei einem Fehlerstrom sofort abschaltet. Prüfen Sie vor jedem Einsatz Kabel auf Risse oder Quetschungen, und ersetzen Sie beschädigte Teile sofort. Auch der Akku von Akkuwerkzeugen sollte nicht überladen oder mit falschen Ladegeräten betrieben werden. Wenn Sie eine Maschine lange nicht benutzt haben, kontrollieren Sie sie gründlich, bevor Sie sie einschalten. Sicheres Arbeiten beginnt mit gepflegtem und korrekt genutztem Equipment.

7. Ziehen Sie bei Unsicherheit einen Profi hinzu

Sie müssen nicht jedes Heimwerkerprojekt allein bewältigen. Bei Zweifeln an der eigenen Sicherheit, insbesondere bei Arbeiten in großer Höhe, an der Elektroinstallation oder bei tragenden Bauteilen, sollten Sie lieber einen Fachbetrieb beauftragen. Die BfU empfiehlt, bei Unsicherheit stets einen Profi hinzuzuziehen. Ein professioneller Handwerker hat das richtige Werkzeug, die Erfahrung und die Versicherung, falls etwas schiefgeht. Sehen Sie das als Investition in Ihre Gesundheit und nicht als Niederlage. Auch bei scheinbar kleinen Aufgaben wie dem Austausch einer Steckdose können Fehler zu Stromschlägen oder Bränden führen. Wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, wie etwas funktioniert, holen Sie Rat ein – sei es im Baumarkt, bei einem befreundeten Handwerker oder über die Plattform Machs-richtig.ch. Besser einmal zu viel gefragt, als einmal zu spät bereut.

Erste Hilfe am Arbeitsplatz: Was im Notfall zu tun ist

Selbst mit besten Vorkehrungen kann ein Unfall passieren. Deshalb gehört ein Erste-Hilfe-Set zur Grundausstattung jeder Werkstatt. Halten Sie sterile Wundverbände, Desinfektionsmittel, Schere, Pinzette und Einmalhandschuhe griffbereit. Bei offenen Wunden an den Händen – der häufigsten Verletzung beim Heimwerken – ist es wichtig, die Blutung zu stillen, die Wunde zu reinigen und mit einem sterilen Pflaster zu versorgen. Bei Augenverletzungen spülen Sie das Auge sofort mit klarem Wasser und suchen Sie einen Arzt auf. Elektrische Unfälle erfordern besondere Vorsicht: Schalten Sie zuerst die Stromquelle aus, bevor Sie die Person berühren. Bei Stürzen aus größerer Höhe oder starken Schmerzen an Kopf, Nacken oder Wirbelsäule bewegen Sie den Verletzten nicht und alarmieren Sie den Notruf (in der Schweiz 144). Notieren Sie sich die wichtigsten Notrufnummern und hängen Sie sie sichtbar in der Werkstatt auf. Eine ruhige, überlegte Reaktion kann im Ernstfall Leben retten.

Mit diesen sieben Tipps und einer grundlegenden Vorbereitung auf den Notfall können Sie das Risiko von Verletzungen deutlich senken. Die BfU und die Suva haben mit der Plattform Machs-richtig.ch eine umfassende Informationsquelle geschaffen, die zu Ausrüstung, Werkzeugen und Sicherheitsmaßnahmen berät. Besuchen Sie die Seite vor Ihrem nächsten Projekt – sie könnte Ihnen einen schmerzhaften Ausflug ins Krankenhaus ersparen.

Scroll to Top