Stromkosten senken: 7 bewährte Spartipps für den Haushalt

Welche Haushaltsgeräte sind die größten Stromfresser?

Energiepreise steigen rasant: Mit diesen einfachen Tricks senken Sie Ihre Stromrechnung drastisch und schützen gleichzeitig das Klima. Wer seine Stromkosten senken im Haushalt möchte, sollte zunächst einen Blick auf die ältesten Geräte werfen. Besonders weiße Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen, Wäschetrockner, Kühl- und Gefrierschränke entwickeln sich nach zehn bis fünfzehn Jahren zu echten Energieschleudern. Ein alter Kühlschrank aus den 2000er-Jahren verbraucht oft doppelt so viel Strom wie ein modernes Modell der besten Effizienzklasse. Seit 2021 gelten EU-weit neue Energieeffizienzklassen, die den Vergleich vereinfachen: A (dunkelgrün) steht für die sparsamsten Geräte, G (dunkelrot) für die schlechtesten. Der Austausch eines alten Kühlschranks der Klasse F oder G gegen ein A-Modell kann sich bereits nach wenigen Jahren amortisieren. Wer zusätzlich auf einen Wäschetrockner verzichtet und die Wäsche auf dem Ständer trocknen lässt, spart nicht nur Strom, sondern schont auch die Textilien. Selbst gebrauchte Geräte mit einer besseren Energieklasse sind eine ressourcenschonende Alternative.

stromkosten senken haushalt

Gerätetyp Alter (Jahre) Empfohlene Maßnahme
Kühlschrank 10–15 Ersatz durch A-Gerät prüfen
Gefrierschrank 10–15 Ersatz durch A-Gerät prüfen
Waschmaschine 10–15 Ersatz durch A-Gerät prüfen
Wäschetrockner 10–15 Nutzung reduzieren oder ersetzen

Doch nicht nur die großen Geräte verursachen hohe Kosten: Auch scheinbar harmlose Elektronik im Stand-by-Modus summiert sich im Laufe des Jahres zu einem stattlichen Betrag.

Warum schaltbare Steckdosen und Smart Plugs den Geldbeutel schonen

Viele Geräte bleiben auch nach dem Ausschalten heimlich aktiv. Der Stand-by-Modus kann die Energiekosten um 50 bis 150 Euro pro Jahr in die Höhe treiben. Besonders tückisch sind Desktop-PCs, die im Bereitschaftsmodus drei bis zehn Watt verbrauchen, während Laptops mit ein bis drei Watt auskommen. Auch Drucker, vor allem Laserdrucker, und Kaffeevollautomaten gehören zu den Dauerläufern im Stand-by, weil sie jederzeit aufheizbereit sein wollen. Ein einfacher Test verrät, ob ein Gerät auch im ausgeschalteten Zustand Strom zieht: Fühlt sich das Netzteil warm an, lohnt sich das Ziehen des Steckers. Mit einem Strommessgerät aus dem Baumarkt lässt sich der genaue Verbrauch ermitteln. Noch komfortabler sind schaltbare Steckdosenleisten oder Smart Plugs. Eine Steckdose mit Ein-Aus-Schalter trennt das Gerät komplett vom Netz – mit einem einzigen Handgriff erledigt. Smart Plugs übernehmen das Abschalten automatisch per Zeitschaltuhr oder App. Das lohnt sich besonders für die gesamte Fernsehinfrastruktur, Spielekonsolen und Computerarbeitsplätze. Der geringe Eigenverbrauch eines Smart Plugs wird durch die Einsparungen bei Geräten mit hohem Stand-by-Verbrauch mehr als wettgemacht.

Neben den Haushaltsgeräten gibt es weitere versteckte Stromfresser: Ein besonders effektiver Ansatzpunkt ist die Küche, wo sich mit simplen Kochtechniken bis zu einem Drittel Energie einsparen lässt.

Wie Sie mit Deckel und Umluft bis zu einem Drittel weniger Strom verbrauchen

Beim Kochen entweicht ohne Deckel ein Großteil der Wärme ungenutzt. Ein Deckel auf dem Topf reduziert den Energieverbrauch um etwa ein Drittel – ein enormer Hebel, der kaum Umstellung erfordert. Zusätzlich sollten Töpfe und Pfannen immer passend zur Herdplattengröße gewählt werden: Ein kleiner Topf auf einer großen Platte heizt die Umgebungsluft statt das Kochgut. Auch beim Backofen lässt sich sparen: Die Umluftfunktion verteilt die Hitze gleichmäßiger, sodass die Temperatur um etwa 20 Grad Celsius niedriger eingestellt werden kann als bei Ober-/Unterhitze. Zudem verkürzt Umluft oft die Garzeit. Ein weiterer Tipp: Wasser nicht unnötig erhitzen. Füllen Sie den Wasserkocher nur mit der Menge, die Sie tatsächlich benötigen, und verwenden Sie ihn nicht nur für Tee und Kaffee, sondern auch zum Vorkochen von Wasser für Pasta, Eier oder Kartoffeln. Der Wasserkocher ist deutlich effizienter als der Herd, weil er das Wasser gezielt erhitzt und die Wärme nicht über die gesamte Kochfläche abstrahlt. Wer diese drei einfachen Regeln – Deckel nutzen, passende Topfgröße, Wasserkocher einsetzen – beherzigt, kann seine Kochkosten spürbar senken.

Doch überall im Haushalt kann man mit einfachen Gewohnheiten sparen: Der Kühlschrank etwa läuft rund um die Uhr und bietet ein großes Einsparpotenzial, das viele unterschätzen.

Warum der Kühlschrank oft teurer ist als nötig

Kühl- und Gefrierschränke gehören zu den wenigen Geräten, die ohne Unterbrechung Strom verbrauchen. Schon kleine Temperaturanpassungen wirken sich direkt auf die Jahresrechnung aus. Ein Grad Celsius weniger im Kühlschrank oder Gefrierschrank erhöht den Stromverbrauch um etwa sechs Prozent. Umgekehrt bedeutet das: Ein Grad mehr spart sechs Prozent. Die optimale Temperatur liegt bei +7 Grad Celsius im Kühlschrank und -18 Grad Celsius im Gefrierschrank. Viele Haushalte stellen ihre Geräte kälter ein, als nötig – oft aus alter Gewohnheit oder weil sie die Kühlleistung falsch einschätzen. Ein einfaches Thermometer, das Sie für wenige Euro im Handel erhalten, hilft, die Ist-Temperatur zu überprüfen. Stellen Sie den Regler so ein, dass die gewünschten Werte erreicht werden, und prüfen Sie nach 24 Stunden nach. Auch der Standort spielt eine Rolle: Stellen Sie den Kühlschrank nicht neben Herd, Spülmaschine oder Heizung. Eine regelmäßige Abtauung verhindert dicke Eisschichten im Gefrierfach, die den Wirkungsgrad verschlechtern. Und schließlich gilt: Türen nicht länger offen stehen lassen, als unbedingt nötig – jeder Temperaturabfall muss vom Gerät wieder ausgeglichen werden.

Und auch beim Kochen und Backen liegen noch große Einsparpotenziale: Mit zwei gezielten Änderungen Ihrer Gewohnheiten nutzen Sie die Energie doppelt.

Backofen nicht vorheizen – das spart bares Geld

Viele Backrezepte verlangen ein Vorheizen des Ofens, doch in den meisten Fällen ist das unnötig. Speisen wie Aufläufe, Fertiggerichte und viele Kuchensorten können Sie direkt in den kalten Ofen schieben. Die verlängerte Garzeit beträgt meist nur wenige Minuten, während der Stromverbrauch für das Vorheizen komplett entfällt. Gerade bei kurzen Garzeiten von 20 bis 30 Minuten macht das Vorheizen einen erheblichen Anteil des Gesamtverbrauchs aus. Wenn Sie den Ofen ausschalten, sobald die Speise die gewünschte Bräune erreicht hat, nutzen Sie die gespeicherte Hitze im Innenraum für die letzten Minuten. Das funktioniert besonders gut bei Aufläufen, überbackenen Gerichten und Kuchen, die nicht mehr stark aufgehen müssen. Einzige Ausnahme: Hefeteig und sehr empfindliche Biskuitmassen profitieren von der gleichmäßigen Anfangshitze eines vorgeheizten Ofens.

Resthitze clever nutzen – Energie zweimal verwenden

Wenn Sie es beim Kochen nicht eilig haben, können Sie den Herd schon vor dem Garpunkt der Speisen ausschalten. Die Resthitze des Kochwassers und der Herdplatte reicht aus, um Pasta, Kartoffeln, Gemüse oder Eier fertig zu garen. Lassen Sie den Topf einfach noch fünf bis zehn Minuten auf der ausgeschalteten Platte stehen – das spart Strom, ohne dass die Qualität leidet. Auch beim Backofen lässt sich die Resthitze nutzen: Schalten Sie den Ofen fünf bis zehn Minuten vor dem Ende der Backzeit aus. Die gespeicherte Hitze im Innenraum reicht völlig aus, um den Kuchen oder Auflauf fertig zu backen. Besonders bei länger laufenden Gerichten wie Braten oder Gratins ist dieser Trick effektiv. Ein Küchentimer hilft, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Wer diese Methode regelmäßig anwendet, spart bei jeder Koch- und Backsession eine kleine, aber stetige Menge Strom.

Zu guter Letzt noch ein Trick für den täglichen Kaffeegenuss: Die Art, wie Sie Ihren Kaffee warmhalten, kann ebenfalls zur Senkung der Stromkosten beitragen.

Wie Sie mit der Thermoskanne täglich Strom sparen

Kaffeevollautomaten bleiben oft stundenlang im Stand-by, weil sie für den nächsten Bezug schnell aufheizen können. Dieser Komfort kostet jedoch Energie – je nach Modell zwischen 50 und 100 Watt im Bereitschaftsmodus über den Tag verteilt. Noch ungünstiger ist die Warmhalteplatte vieler Filterkaffeemaschinen, die den Kaffee stundenlang auf Temperatur hält. Eine einfache und energiesparende Alternative: Brühen Sie die gewünschte Menge Kaffee auf und füllen Sie ihn in eine isolierte Thermoskanne um. Die Thermoskanne hält den Kaffee über mehrere Stunden heiß, ohne dass weiterhin Strom fließt. Zudem leidet das Aroma nicht unter dem ständigen Nachheizen auf der Warmhalteplatte, das den Kaffee bitter macht. Auch für Tee lässt sich dieser Trick anwenden. Wer seinen Kaffeeautomaten nach der Nutzung komplett ausschaltet – entweder per Knopfdruck oder über eine schaltbare Steckdose – spart zusätzlich den Stand-by-Verbrauch. Der kleine Umweg über die Thermoskanne ist nicht nur stromsparend, sondern verbessert auch den Geschmack des Heißgetränks.

Beginnen Sie noch heute mit einem Bereich, der Ihnen am leichtesten fällt – etwa der Anschaffung einer schaltbaren Steckdosenleiste oder der Überprüfung Ihrer Kühlschranktemperatur. Arbeiten Sie sich Schritt für Schritt durch die sieben Tipps. Jede eingesparte Kilowattstunde entlastet nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern leistet auch einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz. Die größte Wirkung erzielen Sie, wenn Sie die Maßnahmen kombinieren und zur Routine werden lassen. Ihre nächste Stromabrechnung wird es Ihnen danken.

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