Eine Herzensangelegenheit: Bildung und Geborgenheit für Kinder
Die 72-jährige Unternehmerin und ehemalige Politikerin verwirklicht auf ihrem Grundstück in Hikkaduwa einen lange gehegten Traum. Inmitten eines üppigen Gartens mit Palmen, Tempeln und Buddha-Figuren entsteht ein Ort, an dem Kinder aus benachteiligten Familien nicht nur unterrichtet werden, sondern auch zur Ruhe kommen können. Das Projekt zeigt, wie tief die Verbundenheit von Dagmar Wöhrl mit Sri Lanka reicht – ein Land, das sie selbst als ihren Glücksort bezeichnet.

Geplant sind Kurse in Umweltthemen und Musik, die den Kindern praktische Fähigkeiten und gleichzeitig emotionale Stärke vermitteln sollen. Die Begegnungsstätte soll bis 2027 fertiggestellt sein und wird unweit der Villa Princess liegen, die Dagmar Wöhrl 2019 für sich und ihre Familie bauen ließ. Für die gebürtige Nürnbergerin ist dies der vorläufige Höhepunkt eines jahrzehntelangen Engagements, das weit über finanzielle Unterstützung hinausgeht. Sie möchte den Kindern nicht nur helfen, sondern ihnen einen echten Ort der Geborgenheit schenken.
Die Villa Princess: Ein Refugium mit spiritueller Seele
Die Villa Princess wurde 2019 errichtet und liegt in einem paradiesischen Garten, der von Dagmar Wöhrl liebevoll gestaltet wurde. Tempel und Buddha-Figuren prägen das Anwesen und verleihen ihm eine besondere spirituelle Atmosphäre. Diese Elemente spiegeln ihre tiefe Verbundenheit mit der sri-lankischen Kultur und dem Buddhismus wider, der im Land eine zentrale Rolle spielt. Der Garten ist nicht nur ein Ort der Stille und Erholung für Wöhrl selbst, sondern soll künftig auch den Kindern Kraft und Inspiration schenken.
Die Villa dient als privater Rückzugsort, wenn Dagmar Wöhrl mit ihrem Ehemann Hans Rudolf Wöhrl vor Ort ist. Ihren Hauptwohnsitz haben die Wöhrls weiterhin in Nürnberg, doch Sri Lanka ist zu einer zweiten Heimat geworden. Die Entscheidung, auf dem eigenen Grundstück eine Schule zu bauen, zeigt, wie ernst sie ihr Engagement nimmt: Sie teilt nicht nur Geld, sondern ihren persönlichen Lebensraum mit den Menschen, denen sie helfen möchte.
Wie die Begegnungsstätte den Alltag der Kinder verändern soll
Der Unterricht in der neuen Begegnungsstätte wird sich auf zwei Schwerpunkte konzentrieren: Umwelterziehung und Musik. In einem Land, das stark von Tourismus und Landwirtschaft geprägt ist, aber auch unter ökologischen Problemen wie dem Mensch-Elefant-Konflikt leidet, ist Umweltbildung besonders wertvoll. Die Kinder lernen, wie sie ihre natürliche Umgebung schützen und nachhaltig nutzen können. Gleichzeitig bietet Musik eine Möglichkeit, Kreativität auszudrücken und Selbstvertrauen aufzubauen – etwas, das vielen Kindern aus armen Verhältnissen oft fehlt.
Der Ort selbst ist bewusst als Begegnungsstätte konzipiert, nicht nur als reine Schule. Hier sollen Kinder aus verschiedenen Dörfern zusammenkommen, spielen, lernen und einfach Kind sein dürfen. Dagmar Wöhrl möchte einen Raum schaffen, der Geborgenheit vermittelt und den Kindern eine Perspektive bietet. Leuchtende Kinderaugen sind für sie der schönste Lohn, wie sie immer wieder betont.
Eine lebenslange Liebe: Wie aus einer Hippie-Studentin eine Botschafterin Sri Lankas wurde
Schon früh entdeckte Dagmar Wöhrl ihre Liebe zu Sri Lanka. 1977 reiste sie als junge Hippie-Studentin zum ersten Mal auf die Insel – damals noch unter ihrem Mädchennamen Dagmar Winkler. Sie hatte als Model 5000 Mark verdient und kaufte mit ihrem damaligen Freund ein Grundstück. Mit diesem bescheidenen Anfang begann eine lebenslange Verbindung. „Immer, wenn ich wieder etwas Geld übrig hatte, bauten wir weiter“, erinnert sie sich. Aus der Studentin wurde später die Unternehmerin, Politikerin und bekanntes Gesicht aus der Fernsehshow „Höhle der Löwen“ – doch ihre Bindung zu Sri Lanka blieb stets bestehen.
Diese erste Reise prägte sie nachhaltig. Sri Lanka war damals ein Geheimtipp für Rucksacktouristen, weitgehend unberührt und voller natürlicher Schönheit. Wöhrl ließ sich von der Freundlichkeit der Menschen, der üppigen Natur und der spirituellen Atmosphäre faszinieren. Über die Jahrzehnte hinweg wurde aus der anfänglichen Begeisterung eine tiefe Verbundenheit, die sich heute in ihrem sozialen Engagement und ihrer diplomatischen Rolle als Honorarkonsulin widerspiegelt. Das Land ist für sie nicht einfach ein Urlaubsziel, sondern ein Teil ihres Lebens geworden.
Der Schicksalsschlag, der alles veränderte: Die Emanuel-Wöhrl-Stiftung
Ihre Motivation ist tief persönlich. Im Jahr 2001 ereignete sich eine Tragödie: Ihr Sohn Emanuel starb mit nur zwölf Jahren bei einem Unfall. Dieser Verlust erschütterte die Familie zutiefst. Doch anstatt zu verzweifeln, beschloss Dagmar Wöhrl, dem Tod ihres Sohnes einen Sinn zu geben. Sie gründete die Emanuel-Wöhrl-Stiftung, die seither den Bau von Waisenhäusern, Schulen und Katastrophenhilfe-Projekten auf Sri Lanka vorantreibt. Die Stiftung wurde nach ihrem Sohn benannt, um sein Andenken in einem positiven, lebensbejahenden Werk fortzuführen.
Die Stiftung ist das Herzstück ihres Engagements. Seit Jahrzehnten unterstützt sie damit Kinder, die in ähnlicher Weise Schicksalsschläge erleiden mussten – sei es durch den Verlust der Eltern, durch Armut oder durch Naturkatastrophen. Der Bau von Waisenhäusern und Schulen gibt diesen Kindern nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern vor allem eine Perspektive. Für Wöhrl ist dies eine Möglichkeit, die Erinnerung an ihren Sohn lebendig zu halten, indem sie anderen Kindern hilft, eine bessere Zukunft zu haben.
Vom Politikerleben zur Vollzeit-Charity: Der neue Lebensabschnitt ab 2017
2017 zog sich Dagmar Wöhrl aus der Politik zurück. Zuvor war sie unter anderem Mitglied des Deutschen Bundestages und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie. Der Ausstieg war eine bewusste Entscheidung, um mehr Zeit und Energie in ihre sozialen Projekte investieren zu können. Die Politik hatte ihr viel gegeben – sie beschreibt diese Zeit als bereichernd – doch ihr Herz schlug schon immer besonders für die Arbeit mit und für Kinder auf Sri Lanka.
Seit ihrem Rückzug widmet sie sich nahezu vollständig der Stiftungsarbeit. Sie reist regelmäßig nach Sri Lanka, besucht die Projekte vor Ort, verteilt Schulbücher und spricht mit den Kindern und Lehrern. Die Arbeit erfüllt sie mit tiefer Zufriedenheit, wie sie selbst sagt: „Ich schaue mit Zufriedenheit auf mein Leben zurück. Und glücklich nach vorne.“ Dieser neue Lebensabschnitt gibt ihr die Freiheit, ihre Kräfte dort einzusetzen, wo sie den größten Unterschied machen kann – direkt bei den Menschen, die ihre Hilfe am dringendsten brauchen.
Die Rolle von „Höhle der Löwen“ als Inspirationsquelle
Trotz des Rückzugs aus der Politik blieb Dagmar Wöhrl der Öffentlichkeit als Jurorin in der Gründershow „Höhle der Löwen“ erhalten. Diese Rolle beschreibt sie als inspirierend und herausfordernd zugleich. Der Kontakt zu jungen Unternehmern und innovativen Geschäftsideen hält sie geistig fit und gibt ihr neue Impulse. Die Show zeigt auch eine andere Seite von ihr: Neben der sozialen Kämpferin steht die erfahrene Geschäftsfrau, die weiß, worauf es ankommt, um ein Unternehmen erfolgreich zu machen.
Diese Doppelrolle – private Philanthropin und öffentliche Business-Frau – macht Dagmar Wöhrl zu einer besonderen Persönlichkeit. Sie nutzt ihre Bekanntheit auch, um Aufmerksamkeit für ihre Projekte in Sri Lanka zu schaffen. Immer wieder spricht sie in Interviews über ihr Engagement und motiviert andere, ebenfalls einen Beitrag zu leisten. Die Bühne der „Höhle der Löwen“ ist für sie nicht nur ein Job, sondern auch ein Werkzeug, um Gutes zu tun.
Engagement für Mensch und Tier: Solarzäune gegen den Elefantenkonflikt
Doch ihr Engagement geht noch weiter. Über die Kinderhilfe hinaus setzt sich Dagmar Wöhrl auch für den Tier- und Artenschutz in Sri Lanka ein. Als Vorstandsmitglied der TUI Care Foundation fördert sie Projekte, die den gefährlichen Mensch-Elefant-Konflikt entschärfen. In Dörfern wie Bendiwewa werden solarbetriebene Zäune installiert, die die Elefanten von den Feldern und Siedlungen fernhalten, ohne sie zu verletzen. Diese Zäune sind eine nachhaltige Lösung, die sowohl die Lebensgrundlage der Bauern schützt als auch die Elefanten vor Vergeltungsmaßnahmen bewahrt.
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Die Elefantenpopulation in Sri Lanka ist bedroht, und die Konflikte mit der Landwirtschaft nehmen zu. Stromführende Zäune sind eine bewährte Methode, die jedoch ohne Solarstrom in entlegenen Gebieten kaum umsetzbar wäre. Durch die Solarbetriebenen Zäune werden die Dörfer unabhängiger von fossilen Brennstoffen und leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz. Wöhrl verbindet hier ihre Liebe zur Natur mit praktischer Hilfe – ein Ansatz, der die komplexen Probleme der Insel ganzheitlich angeht.
Was bedeutet die Ernennung zur Honorarkonsulin für ihre Arbeit?
Im Jahr 2022 wurde Dagmar Wöhrl für ihr langjähriges Engagement zur Honorarkonsulin Sri Lankas ernannt. Diese offizielle Rolle verleiht ihrer Arbeit noch mehr Gewicht. Als Honorarkonsulin vertritt sie die Interessen des Landes in Deutschland und fördert die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen. Gleichzeitig erhält sie durch das Amt Zugang zu wichtigen Entscheidungsträgern, was ihre humanitären Projekte zusätzlich unterstützt.
Die Ernennung ist eine Anerkennung ihrer Verdienste, aber auch eine Chance, noch mehr zu bewirken. Wöhrl kann nun auf diplomatischer Ebene für ihre Anliegen werben – etwa für mehr Unterstützung beim Bau von Schulen oder bei der Lösung des Elefantenkonflikts. Es ist eine logische Weiterentwicklung ihres Engagements: aus der privaten Helferin ist eine offizielle Botschafterin geworden, die Sri Lanka in Deutschland eine Stimme gibt.
Ein Ort der Stille: Wie Wöhrl in Sri Lanka Ruhe und Erfüllung findet
Trotz ihrer vielen Projekte bleibt sie bescheiden. Für Dagmar Wöhrl ist Sri Lanka nicht nur ein Ort des Handelns, sondern auch der inneren Einkehr. Der Garten ihrer Villa Princess mit seinen Buddha-Figuren und Tempeln ist ihr persönlicher Ruhepol. Hier findet sie Abstand vom hektischen Alltag in Deutschland und von den Anforderungen der Öffentlichkeit. Die spirituelle Atmosphäre der Insel hilft ihr, Kraft zu tanken und neue Energie für ihre Arbeit zu schöpfen.
Sie selbst beschreibt Sri Lanka als ihren Glücksort. Die Kombination aus tropischer Natur, freundlichen Menschen und der Möglichkeit, Gutes zu tun, macht für sie das Besondere aus. Es ist ein Ort, an dem sie sich vollständig entfalten kann – als Unternehmerin, als Philanthropin und als Mensch. Ihre Zufriedenheit ist spürbar, wenn sie über ihr Leben und ihre Projekte spricht. Sie hat eine tiefe innere Ruhe gefunden, die aus dem Wissen kommt, dass ihr Engagement wirklich etwas verändert.
Wie der Alltag auf der Baustelle der Begegnungsstätte aussieht
Der Bau der Begegnungsstätte schreitet zügig voran. Bis 2027 soll das Projekt abgeschlossen sein. Wöhrl ist regelmäßig vor Ort, um den Fortschritt zu begutachten und mit den Baufachleuten zu sprechen. Die Baustelle liegt in ihrem Garten, sodass sie die Entwicklung direkt verfolgen kann. Sie plant nicht nur die Räumlichkeiten, sondern auch das pädagogische Konzept – mit Musik- und Umweltunterricht, der die Kinder auf ein selbstständiges Leben vorbereiten soll.
Die örtliche Gemeinschaft ist von Anfang an eingebunden. Wöhrl arbeitet eng mit einheimischen Pädagogen und Handwerkern zusammen. Das Projekt schafft nicht nur einen Lernort, sondern auch Arbeitsplätze und stärkt die lokale Wirtschaft. Die Kinder, die später die Schule besuchen werden, kommen aus umliegenden Dörfern – viele von ihnen haben noch nie eine richtige Schule von innen gesehen. Für sie wird die Begegnungsstätte ein Ort der Hoffnung und des Neuanfangs sein.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich Dagmar Wöhrls Begegnungsstätte in Sri Lanka besuchen?
Die Begegnungsstätte auf dem Grundstück der Villa Princess ist derzeit noch im Bau und voraussichtlich 2027 fertiggestellt. Wenn Sie die Projekte der Emanuel-Wöhrl-Stiftung besuchen möchten, empfiehlt es sich, vor Ihrer Reise nach Sri Lanka Kontakt über die offiziellen Kanäle der Stiftung aufzunehmen. In der Regel sind Besichtigungen nach vorheriger Absprache möglich, sofern der Baufortschritt es zulässt und die Privatsphäre der Kinder gewahrt bleibt.
Was ist der Unterschied zwischen der Emanuel-Wöhrl-Stiftung und Wöhrls privatem Engagement vor Ort?
Die Emanuel-Wöhrl-Stiftung ist die rechtliche und organisatorische Grundlage ihrer gesamten humanitären Arbeit auf Sri Lanka, die den Bau von Waisenhäusern, Schulen und Katastrophenhilfe umfasst. Ihr privates Engagement umfasst darüber hinaus die persönliche Gestaltung und Finanzierung der neuen Begegnungsstätte auf ihrem eigenen Grundstück in Hikkaduwa. Während die Stiftung breit aufgestellt ist, ist die Begegnungsstätte ein sehr persönliches Projekt, das sie direkt in ihrem privaten Umfeld verwirklicht.
Ist es sicher, die Region um Hikkaduwa zu besuchen, während Wöhrls Wohltätigkeitsprojekte aktiv sind?
Hikkaduwa ist ein etablierter Badeort an der Südwestküste Sri Lankas und gilt als sicheres Reiseziel. Die Bauarbeiten an der Begegnungsstätte finden auf privatem Grundstück statt und beeinträchtigen den regulären Tourismus nicht. Die Region ist gut erschlossen, verfügt über Unterkünfte für Reisende und ist bekannt für ihre freundlichen Einwohner. Wie bei jeder Reise sollten Sie die aktuellen Reisehinweise des Auswärtigen Amtes beachten, aber es gibt keine spezifischen Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit Wöhrls Projekten.




