Schädlinge im Garten: 7 geniale Tipps von Horst Mager

Blattläuse natürlich bekämpfen: Brennnesselsud als Geheimwaffe

Kaum steigen die Temperaturen, machen sich die ersten ungebetenen Gäste über Ihre sorgsam gepflegten Pflanzen her. Dabei müssen Sie nicht sofort zur chemischen Keule greifen. Der erfahrene Gartenexperte setzt seit Jahren auf bewährte Hausmittel und natürliche Methoden, die die Schädlinge im Garten wirksam in Schach halten. Lesen Sie im Folgenden sieben geniale Strategien, die Ihren Garten gesund erhalten und die Umwelt schonen.

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Selbst angesetzter Brennnesselsud – Rezept und Anwendung

Ein selbstgemachter Brennnesselsud wirkt zuverlässig gegen Blattläuse. Dazu sammeln Sie ein Kilo frische Brennnesseln – am besten vor der Blüte, dann ist der Wirkstoffgehalt am höchsten. Übergießen Sie die Pflanzen mit zehn Litern Wasser und lassen Sie die Mischung etwa einen Tag lang ziehen. Dieses Konzentrat sprühen Sie pur oder leicht verdünnt auf die befallenen Pflanzenteile. Wiederholen Sie die Behandlung zwei- bis dreimal im Abstand von einigen Tagen. Der Sud entfaltet seine Wirkung über die ätherischen Öle und Kieselsäure, die die Blattläuse reizen und vertreiben. Wichtig: Es handelt sich um einen Sud, nicht um eine Jauche. Die Jauche wird über mehrere Wochen angesetzt und dient als Dünger, nicht als Spritzmittel gegen Läuse.

Sanfte Alternativen bei geringem Befall

Haben Sie nur vereinzelte Blattläuse entdeckt, reicht oft warmes Wasser. Sprühen Sie die Pflanze damit kräftig ab – die Läuse ertrinken oder werden abgewaschen. Bei hartnäckigerem, aber noch überschaubarem Befall hilft eine Mischung aus Schmierseife und Brennspiritus. Vermengen Sie zwei Teile Schmierseife mit einem Teil Brennspiritus und einem Liter warmem Wasser. Diese Lösung sprühen Sie ein- bis zweimal pro Woche auf die betroffenen Stellen. Die Seife zerstört die schützende Wachsschicht der Läuse, der Spiritus macht sie bewegungsunfähig. Beide Methoden schonen Nützlinge wie Marienkäferlarven und sind daher ideal für den naturnahen Garten.

Ameisen umsiedeln statt bekämpfen – mit einem einfachen Trick

Wo Läuse sind, sind auch die Ameisen, die auf den Honigtau gehen, den die Blattläuse absondern. Viele Gärtner sehen Ameisen als lästige Plage, doch sie erfüllen auch nützliche Aufgaben: Sie lockern den Boden und beseitigen organisches Material. Trotzdem wollen Sie die Tiere nicht auf der Terrasse oder in Beeten haben. Mit einem Glas Honig oder Marmelade können Sie Ameisen fangen und umsiedeln.

Ameisenfalle aus dem Glas – so funktioniert sie

Stellen Sie ein flaches Schälchen oder ein Einmachglas mit etwas Honig oder Marmelade in die Nähe der Ameisenstraße. Die Tiere werden vom süßen Duft angelockt und kriechen hinein. Da sie auf der glatten Innenseite keinen Halt finden, können sie nicht mehr entkommen. Schütteln Sie die gefangenen Ameisen anschließend auf den Komposthaufen. Dort machen sie sich durchaus nützlich, indem sie Abfälle zersetzen und den Rotteprozess beschleunigen. Wiederholen Sie die Prozedur, bis die ursprüngliche Straße verschwunden ist. Diese Methode ist völlig giftfrei und schont die Insektenfauna.

Duftpflanzen gegen Ameisenstraßen einsetzen

Eine vorbeugende Maßnahme ist das Ausbringen von Duftpflanzen, die Ameisen überhaupt nicht mögen. Dazu zählen Lavendel, Thymian, Majoran, Kerbel, Holunderzweige oder Rainfarn. Pflanzen Sie diese Kräuter entlang von Wegen und um gefährdete Beete. Die ätherischen Öle irritieren die Geruchssinne der Ameisen und unterbrechen ihre Duftspuren. Wenn Sie die Pflanzen regelmäßig zurückschneiden und die Zweige auf die Ameisenstraßen legen, verstärkt sich der Effekt. So suchen sich die Tiere andere Routen weit ab von dem, was ihnen „stinkt“. Diese Methode eignet sich besonders gut für Hochbeete und Kräuterspiralen.

Schneckenplage? Diese natürlichen Barrieren helfen wirklich

Was sich gegen die Schnecken-Fressmonster tun lässt: Die wirkungsvollste Methode ist das Absammeln der Schnecken. Gehen Sie früh morgens oder nach einem Regen durch den Garten und sammeln Sie die Tiere von Hand auf. Achten Sie dabei besonders auf Verstecke unter Brettern, Steinen und dichten Pflanzen. Die gesammelten Schnecken können Sie in einen Eimer mit Salzwasser geben oder weit entfernt in der freien Natur aussetzen. Regelmäßiges Absammeln reduziert die Population enorm, vor allem im Frühjahr, wenn die Tiere aus dem Winterschlaf kommen.

Sperrzonen aus Sand, Stroh und spitzen Steinen anlegen

Schnecken meiden rauen Boden – Sand, Stroh oder Kaffeesatz schaffen Sperrzonen. Für besonders gefährdete Pflanzen wie Salat, Jungpflanzen oder Erdbeeren können Sie einen Ring aus grobem Sand, feinem Kies oder Pinienmulch um die Pflanze ziehen. Schnecken vermeiden es, über diese scharfkantigen Materialien zu kriechen. Auch Kaffeesatz wirkt abschreckend – das Koffein und die Gerbsäure reizen die Schleimhaut der Tiere. Streuen Sie den Kaffeesatz trocken und erneuern Sie ihn nach Regen. Stroh oder Holzhäcksel sind ebenfalls geeignet, solange sie grob und stachelig sind. Weiche Mulchschichten aus Rasenschnitt meiden Sie dagegen, denn sie bieten Schnecken ideale Unterschlüpfe.

Kupferbänder und Schneckenzäune für Hochbeete und Kübel

Kupferbänder und Schneckenzäune schützen Hochbeete und Kübelpflanzen. Wickeln Sie ein Kupferband um die Seitenwände des Gefäßes. Das Kupfer reagiert mit dem Schleim der Schnecke und erzeugt einen leichten Stromschlag, der die Tiere zurückweichen lässt. Ebenso wirksam sind Schneckenzäune aus Kunststoff oder Metall mit einer nach außen gebogenen Kante. Diese Barrieren sind eine einmalige Investition und halten über Jahre. Achten Sie darauf, dass keine Blätter oder Ranken die Barriere überbrücken, sonst finden die Schnecken doch einen Weg.

Pflanzen, die Schnecken hassen – ein einfacher Trick bei der Beetplanung

Die beste Verteidigung gegen Schnecken ist eine vorausschauende Bepflanzung. Setzen Sie auf Pflanzen, die die Schnecken überhaupt nicht mögen. Dazu gehören unter anderem Storchschnabel, Akelei, Pfingstrose und Lavendel. Diese Arten haben ledrige, behaarte oder stark duftende Blätter, die Schnecken abschrecken. Auch Frauenmantel, Farn, Purpurglöckchen und Salbei werden in der Regel gemieden. Pflanzen Sie diese resistenten Stauden an die Ränder Ihrer Beete, als Barriere um empfindliche Kulturen wie Salat oder Dahlien. So schaffen Sie eine natürliche Abwehrzone, die ohne Chemie auskommt.

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Gießen am Morgen statt am Abend – ein einfacher Schutz gegen Schnecken

Morgens gießen reduziert Schneckenbefall in der Nacht. Wenn Sie abends wässern, bleibt die Erde über Nacht feucht. Das sind ideale Bedingungen für Nacktschnecken, die sich dann auf den Fraßzug begeben. Gießen Sie stattdessen am frühen Morgen, hat die Erde bis zum Abend Zeit abzutrocknen. Die oberflächliche Trockenheit erschwert die Fortbewegung der Schnecken und hält sie fern. Kombinieren Sie dies mit regelmäßigem Hacken des Bodens: Halten Sie die Erde feinkrümlig, damit Wasser schnell versickert und keine Pfützen entstehen. Auch das Entfernen von Unkraut und abgestorbenen Pflanzenteilen nimmt den Schnecken Versteckmöglichkeiten.

Buchsbaumzünsler früh erkennen und natürlich bekämpfen

Der Buchsbaumzünsler ist ein gefürchteter Schmetterling, dessen Raupen ganze Buchsbaumheiden kahlfressen. Horst Mager empfiehlt, die Pflanzen ab April regelmäßig zu kontrollieren. Erste Anzeichen sind kleine Fraßspuren an den Blatträndern, Gespinste zwischen den Trieben und grüne Kotkrümel auf den Blättern. Entdecken Sie diese Warnsignale, schneiden Sie befallene Triebe sofort großzügig zurück und entsorgen Sie das Schnittgut im Restmüll – nicht auf dem Kompost. Gegen einen starken Befall hilft ein starker Wasserstrahl, der die Raupen von den Pflanzen spült. Alternativ können Sie Bacillus thuringiensis-Präparate einsetzen, ein Bakterium, das die Raupen tötet, aber für andere Insekten unschädlich ist. Wiederholen Sie die Behandlung nach 7 bis 10 Tagen, um auch nachschlüpfende Raupen zu erfassen.

Nützlinge gezielt ansiedeln – Marienkäfer, Florfliegen und Co.

Ein natürliches Gleichgewicht im Garten verhindert Schädlingsplagen. Fördern Sie Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Ohrwürmer, indem Sie ihnen Lebensraum bieten. Ein Insektenhotel, eine Benjeshecke oder ein Steinhaufen geben den Tieren Unterschlupf. Marienkäferlarven vertilgen hunderte Blattläuse pro Tag. Florfliegenlarven, auch Blattlauslöwen genannt, sind ebenso effektiv. Ohrwürmer jagen kleine Insekten und fressen Pilzsporen. Locken Sie diese Helfer mit Blühpflanzen wie Dill, Kornblume, Ringelblume oder Schafgarbe an. Verzichten Sie auf insektizide Spritzmittel, denn diese töten Nützlinge und Schädlinge gleichermaßen. Mit einem artenreichen Garten schaffen Sie ein stabiles Ökosystem, das Schädlinge im Garten auf natürliche Weise reguliert.

Häufig gestellte Fragen

Wie wende ich Brennnesselsud richtig gegen Blattläuse an?

Lassen Sie ein Kilo frische Brennnesseln 24 Stunden in zehn Litern Wasser ziehen. Sprühen Sie den unverdünnten Sud auf die befallenen Pflanzenteile und wiederholen Sie die Anwendung nach drei bis vier Tagen. Achten Sie darauf, auch die Unterseiten der Blätter zu benetzen, denn dort sitzen die Läuse oft versteckt.

Was ist der Unterschied zwischen Brennnesselsud und Brennnesseljauche?

Der Sud wird nur einen Tag angesetzt und wirkt als Spritzmittel gegen Blattläuse. Die Jauche gärt mehrere Wochen und riecht stark; sie dient als Flüssigdünger, der die Pflanzen stärkt, aber nicht direkt gegen Läuse hilft. Verwechseln Sie die beiden nicht, da die Jauche bei falscher Anwendung Blätter verbrennen kann.

Sind Kupferbänder sicher für Pflanzen und Haustiere?

Ja, Kupferbänder sind unbedenklich für Pflanzen, Katzen oder Hunde. Das Kupfer erzeugt nur einen leichten elektrischen Schlag auf den Schleim der Schnecke, der für Menschen und Haustiere keine Gefahr darstellt. Achten Sie darauf, dass das Band fest anliegt und nicht von Pflanzenteilen überbrückt wird, um die volle Wirkung zu erzielen.

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