Smarthome Deutschland Awards 2025: Ein Abend voller Innovationen
Die Sieger der SmartHome Deutschland Awards 2025 sind in Berlin gekürt worden – Schwerpunktthema war das Leben im Alter mit smarter Technologie. Die smarthome awards gewinner präsentieren eine beeindruckende Bandbreite an Lösungen, die von flexiblen Kommunikationsstandards bis hin zu KI-gestützter Gebäudeplanung reichen.

- Eltako Baureihe 64 – Matter & EnOcean (Platz 1 Produkt)
- Sensaru – Smarte Heizungssteuerung (Platz 2 Produkt)
- Eldat – Notzugangssystem (Platz 3 Produkt)
- ZP Zuhause Plattform – Hagener Quartier Düsseldorf (Platz 1 Projekt)
- TU Dresden – Auteras KI-Entwurfstool (Platz 2 Projekt)
- Inventife Engineering – Smartester Showroom (Platz 3 Projekt)
- Your Home Guides – mydoobe (Platz 2 Start-up)
Insgesamt 14 Jahre gibt es die Auszeichnung nun bereits, und zum ersten Mal wurde ein Sonderpreis für vorbildliche Nachhaltigkeit vergeben. Der Vorstandsvorsitzende der SmartHome Deutschland Initiative, Mike Lange, zeigte sich begeistert über die Innovationskraft der Branche. Im Folgenden stellen wir die sieben überraschenden Innovationen im Detail vor.
Die sieben überraschenden Innovationen der Smarthome Awards 2025
In diesem Jahr wurden drei Kategorien prämiert: bestes Produkt, bestes Projekt und bestes Start-up. Hinzu kam erstmals ein Sonderpreis für Nachhaltigkeit. Die folgende Liste fasst die Gewinner zusammen und zeigt, welche Technologien die Jury überzeugt haben.
1. Eltako Baureihe 64 – Matter & EnOcean (Platz 1 Produkt)
Die Eltako GmbH hat mit ihrer Baureihe 64 den ersten Platz in der Kategorie Produkt belegt. Die Besonderheit: Die Serie vereint den neuen Matter-Standard mit der etablierten EnOcean-Funktechnologie. Die Baureihe 64 kombiniert zwei Welten: einerseits den offenen Standard Matter, der die Kommunikation zwischen Smart-Home-Geräten unterschiedlichster Hersteller ermöglicht (ob Philips Hue, Bosch oder Eve – alles wird kompatibel), andererseits die etablierte EnOcean-Technologie, die auf Energy Harvesting setzt. Das bedeutet: Die Sensoren beziehen ihre Betriebsenergie aus der Umgebung – etwa aus Licht, Temperaturschwankungen oder Bewegung. Sie benötigen weder Batterien noch Verkabelung. Das reduziert den Wartungsaufwand drastisch und macht die Lösung besonders nachhaltig. Für Sie als Anwender heißt das: Sie können Ihr Smart Home flexibel erweitern, ohne sich um Batteriewechsel oder Herstellerbarrieren zu kümmern. Die Baureihe 64 ist ein Paradebeispiel für die Zukunft der vernetzten Haustechnik, bei der Interoperabilität und Umweltfreundlichkeit Hand in Hand gehen.
2. Sensaru – „Heizung läuft, Geld verbrannt?” (Platz 2 Produkt)
Platz zwei im Produkt-Ranking sicherte sich die Sensaru GmbH mit ihrer smarten Heizungssteuerung. Der provokante Name macht deutlich, worum es geht: um die Vermeidung von Energieverschwendung. Heizen ist einer der größten Energieposten im Haushalt. Die smarte Lösung von Sensaru analysiert Ihr Heizverhalten mithilfe von Raumthermostaten, Wettersensoren und Nutzungsprofilen. Sie erkennt, ob Sie Räume unnötig aufheizen – etwa, wenn Sie tagsüber nicht zu Hause sind oder in Räumen, die selten genutzt werden. Statt pauschaler Absenkung bietet das System individuelle Optimierungsvorschläge per App. Sie sehen auf einen Blick, wo Sie sparen können, ohne auf Komfort zu verzichten. Ein praktisches Beispiel: Sie heizen Ihr Arbeitszimmer jeden Morgen auf 22 Grad, obwohl Sie erst um 10 Uhr dort arbeiten. Das System erkennt das und schlägt vor, die Heizung erst um 9:30 einzuschalten. So sparen Sie Energie, ohne die Wohlfühltemperatur zu verpassen. Sensaru zeigt, dass Smart Home nicht nur bequem, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann.
3. Eldat EaS – Notzugangssystem (Platz 3 Produkt)
Den dritten Platz bei den Produkten erzielte die Eldat EaS GmbH mit ihrem Notzugangssystem. Diese smarte Türöffnungslösung ist speziell für Notsituationen konzipiert. Das System besteht aus einem intelligenten Türschloss, das sich per App oder über einen Notfallknopf im Innenraum steuern lässt. Stellen Sie sich vor, Sie stürzen zu Hause und können nicht aufstehen. Ein Druck auf den Notfallknopf alarmiert vorab festgelegte Kontakte oder den Rettungsdienst. Gleichzeitig erhält der Helfer einen temporären Zugangscode, der nach dem Einsatz verfällt. Das System protokolliert alle Zugänge, sodass Sie immer nachvollziehen können, wer wann die Tür geöffnet hat. So bleibt Ihre Privatsphäre geschützt, während im Ernstfall schnelle Hilfe garantiert ist. Eldat verbindet Sicherheit mit Selbstbestimmung – ein zentraler Baustein des Ambient Assisted Living, das in diesem Jahr Schwerpunktthema der Auszeichnung war.
4. ZP Zuhause Plattform – Hagener Quartier Düsseldorf (Platz 1 Projekt)
Das beste Projekt des Jahres 2025 ist das Hagener Quartier Düsseldorf, umgesetzt von der ZP Zuhause Plattform GmbH. Es handelt sich um ein betreutes Wohnquartier, das von Grund auf smart geplant wurde. Auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne entstanden barrierefreie Wohnungen, die von Grund auf mit smarter Technik ausgestattet wurden. Jede Wohnung verfügt über Sensoren zur Sturzerkennung, automatische Rollladen, Rauchmelder mit Alarmweiterleitung und eine zentrale Steuerung per Sprachassistent oder App. Ein besonderes Merkmal: Die Technik ist so konzipiert, dass sie unauffällig im Hintergrund arbeitet. Die Bewohner müssen nicht aktiv eingreifen – es sei denn, sie möchten. Bei ungewöhnlichen Mustern, etwa wenn sich ein Bewohner tagelang kaum bewegt, erhalten Angehörige eine Benachrichtigung. Das Konzept verbindet die Vorteile des betreuten Wohnens mit der Freiheit des eigenen Zuhauses. Es zeigt, wie intelligente Haustechnik in Kombination mit sozialer Infrastruktur ein neues Wohnmodell schafft – eines, das sicher, komfortabel und bezahlbar ist.
5. TU Dresden – Auteras (Platz 2 Projekt)
Das Projekt Auteras der Technischen Universität Dresden belegte Platz zwei in der Kategorie Projekt. Auteras ist ein automatisches Entwurfstool auf KI-Basis für smarte Gebäudesysteme. Die Technische Universität Dresden hat damit ein Werkzeug entwickelt, das die Planung komplexer Smart-Home-Systeme radikal vereinfacht. Architekten, Bauherren oder Fachplaner geben lediglich die Grundrisse und Nutzungsanforderungen ein – etwa „Büro mit drei Arbeitsplätzen”, „Wohnzimmer mit Heimkino” oder „Schlafzimmer mit automatisierter Verdunkelung”. Das KI-Modell berechnet dann die optimale Kombination aus Sensoren, Aktoren und Steuerungen. Es berücksichtigt Budgetvorgaben, Energieeffizienz und die Kompatibilität der Komponenten untereinander. Auteras liefert nicht nur einen technischen Entwurf, sondern auch eine realistische Kostenschätzung. So vermeiden Sie teure Nachbesserungen und erhalten ein maßgeschneidertes System, das perfekt auf die tatsächliche Nutzung abgestimmt ist. Auteras macht die Planung smarter Gebäude so einfach wie nie.
6. Inventife Engineering – Smartester Showroom der Welt (Platz 3 Projekt)
Der dritte Platz bei den Projekten ging an die Inventife Engineering GmbH. Sie haben mit ihrem „smartesten Showroom der Welt” Maßstäbe gesetzt. Der Showroom ist mehr als eine Marketingkulisse: Er nutzt eine Vielzahl von Sensoren – Kameras, Bewegungsmelder, Radarscanner – um das Verhalten der Besucher in Echtzeit zu erfassen. Nähert sich ein Kunde einem Produkt, passen sich Beleuchtung und Bildschirme automatisch an und zeigen passende Informationen oder Erklärvideos. Das System lernt mit der Zeit: Es erkennt, welche Produktkategorien auf welches Publikum am besten ansprechen, und optimiert die Präsentation dynamisch. Für Hersteller ist das ein wertvolles Tool, um die Kundeninteraktion zu verstehen und Produkte gezielt zu bewerben. Der Showroom demonstriert eindrucksvoll, wie KI das Einkaufserlebnis verändern kann – und vielleicht schon bald in jedem Möbelhaus oder Bauzentrum Einzug hält.
7. Your Home Guides – mydoobe (Platz 2 Start-up)
In der Kategorie Start-up erreichte die Your Home Guides GmbH mit mydoobe den zweiten Platz (der erste Platz wurde in den Quellen nicht näher bezeichnet). mydoobe richtet sich an alle, die ihr Zuhause smart machen möchten, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Die Plattform führt Schritt für Schritt durch die Planung: Sie zeichnen Ihren Grundriss ein oder wählen aus einer Bibliothek von Raumvorlagen aus. Dann legen Sie fest, welche Funktionen Ihnen wichtig sind – zum Beispiel Sicherheit, Energieeffizienz oder Unterhaltung. mydoobe sucht automatisch nach kompatiblen Produkten und zeigt Ihnen eine maßgeschneiderte Lösung an. Es prüft, ob die Geräte über WLAN, Zigbee oder Matter kommunizieren können und warnt vor Inkompatibilitäten. Selbst Laien können so ein funktionierendes Smart Home zusammenstellen, ohne sich in Technikdetails zu verlieren. mydoobe senkt die Einstiegshürde und macht Smart Home für einen breiten Anwenderkreis zugänglich.
Ambient Assisted Living: Technik für ein selbstbestimmtes Leben im Alter
Neben den Preisverleihungen gab es ein informatives Rahmenprogramm. Im Zentrum stand die Frage, wie sich die Technik im Alter entwickelt und wie die Zielgruppe das sieht. Das Schwerpunktthema der diesjährigen Smarthome Awards war Ambient Assisted Living (AAL). Mike Lange, Vorstandsvorsitzender der SmartHome Deutschland Initiative, zeigte sich begeistert über die Bandbreite der Innovationen. Die vorgestellten Lösungen – vom Notzugangssystem bis zum betreuten Wohnquartier – zeigen, wie smarte Technik älteren Menschen hilft, länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Ein weiteres Highlight war der neue AAL-Arbeitskreis „SmartXpedia Care”, der seine Arbeit erfolgreich aufgenommen hat. Dieser Arbeitskreis soll den Austausch zwischen Technologieanbietern, Pflegeeinrichtungen und Endverbrauchern fördern. Ziel ist es, praktische Anwendungsfälle zu definieren und Standards zu setzen – ein wichtiger Schritt, um die Potenziale von AAL flächendeckend zu nutzen.
Live-Hacking: Wie Angreifer Smart-Home-Systeme testen
Ein weiterer Programmpunkt war die Live-Hacking-Demonstration von Clausohm-Software. Die Experten zeigten an konkreten Angriffsszenarien auf digitale Systeme, wie Schwachstellen in Smart-Home-Installationen ausgenutzt werden können – von unsicher konfigurierten Routern bis hin zu manipulierbaren Sensoren. Dabei ging es nicht darum, Panik zu verbreiten, sondern ein Bewusstsein für klare Risiken zu schaffen und konkrete Gegenmaßnahmen aufzuzeigen. Für Sie als Anwender bedeutet das: Achten Sie bei der Auswahl von Smart-Home-Komponenten darauf, dass regelmäßige Sicherheitsupdates angeboten werden. Verwenden Sie starke, individuelle Passwörter und trennen Sie Ihr Smart-Home-Netzwerk möglichst vom restlichen Heimnetzwerk. Die Vorführung machte deutlich, dass Sicherheit bei der Digitalisierung des Wohnens nicht vernachlässigt werden darf. Solche Demonstrationen sind ein wichtiger Beitrag zur Vertrauensbildung in der Branche und helfen, die Akzeptanz smarter Technologien zu erhöhen.
Nachhaltigkeit erstmals als eigener Preis ausgezeichnet
Erstmals wurde ein Sonderpreis für vorbildliche Nachhaltigkeit verliehen. Das unterstreicht, dass die Branche den ökologischen Fußabdruck ihrer Produkte und Projekte zunehmend ernst nimmt. Viele der gezeigten Lösungen – wie die batterielosen EnOcean-Sensoren von Eltako oder die Energieverbrauchsoptimierung von Sensaru – tragen bereits aktiv zur Nachhaltigkeit bei. Der Sonderpreis soll als Ansporn dienen, auch in Zukunft umweltfreundliche Innovationen voranzutreiben. Er wurde ohne Nennung eines spezifischen Gewinners verliehen, was zeigt, dass die Jury die Gesamtentwicklung der Branche würdigen wollte. Gerade die Kombination aus Interoperabilität (Matter) und Energieautarkie (EnOcean) zeigt, dass Komfort und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein müssen.
Begleitende Ausstellung: Innovationen live erleben
In einer begleitenden Ausstellung konnten die Teilnehmenden die ausgezeichneten Lösungen live erleben und weitere Anbieter kennenlernen. Erstmals mit dabei war neben anderen auch Element Materials Technology, ein Unternehmen, das weltweit Testing im Umfeld der RED-Richtlinie (Radio Equipment Directive) anbietet. Für Hersteller von Smart-Home-Komponenten ist die Einhaltung dieser Richtlinie essenziell, um ihre Produkte in der EU in Verkehr bringen zu dürfen. Die Ausstellung bot somit nicht nur einen Blick auf die besten Produkte, sondern auch auf die Dienstleistungen, die hinter einer zuverlässigen und konformen Smart-Home-Infrastruktur stehen. Die Mischung aus Auszeichnung, Live-Demos und Fachvorträgen machte die Veranstaltung zu einem wichtigen Branchentreffpunkt, der Netzwerke knüpft und den Wissenstransfer vorantreibt.
Die Richtung der nächsten Jahre: AAL, Nachhaltigkeit und Sicherheit
Die smarthome awards gewinner des Jahres 2025 weisen klar den Weg: Die Branche konzentriert sich auf drei große Herausforderungen – Ambient Assisted Living, Nachhaltigkeit und Sicherheit. Ambient Assisted Living wird nicht mehr als Nische gesehen, sondern als zentraler Treiber für Smart-Home-Technologien, der das selbstbestimmte Leben im Alter ermöglicht. Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung, sei es durch energieautarke Sensoren oder durch Systeme, die bewusstes Heizen und Lüften fördern. Und schließlich wird Sicherheit – sowohl physisch als auch digital – immer wichtiger, wie die Live-Hacking-Demonstration eindrucksvoll belegte. Für Sie als Verbraucher oder Planer lohnt es sich, diese Entwicklungen im Auge zu behalten. Informieren Sie sich regelmäßig über neue Standards wie Matter und suchen Sie nach Produkten, die Komfort, Sicherheit und Nachhaltigkeit vereinen. Die CRN Community bietet dazu einen kostenlosen Newsletter an – eine empfehlenswerte Quelle, um stets über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben.




