Sommerflieder vermehren: 3 geniale Methoden für Anfänger

Der Sommerflieder (Buddleja davidii) begeistert mit seiner langen Blütezeit und ist dabei erstaunlich pflegeleicht. Kein Wunder, dass viele Hobbygärtner den robusten Blütenstrauch gerne im Garten vermehren möchten. Sommerflieder vermehren gelingt auch Anfängern mit drei einfachen Methoden: Stecklinge, Steckhölzer und Samen. Der Strauch wächst zuverlässig und zeigt auf kargen, durchlässigen Böden oft die schönsten Blüten. Dieser Artikel stellt Ihnen die verschiedenen Vermehrungsmethoden vor und gibt praktische Tipps für die Umsetzung.

Sommerflieder vermehren

Methode 1: Stecklingsvermehrung – die einfachste Art, Sommerflieder zu vermehren

Die Vermehrung durch Stecklinge gilt als die gängigste Methode, um Sommerflieder zu vermehren. Zwischen Juni und Mitte August ist der ideale Zeitpunkt dafür. Dann sind die Triebe weich, aber noch nicht verholzt. Wählen Sie blütenlose Triebspitzen oder Triebteilstücke aus. Der Schnitt erfolgt im nicht verholzten Bereich des Triebs. Entfernen Sie die unteren Blätter vollständig. Lassen Sie oben zwei bis drei Blätter stehen und kürzen Sie diese um die Hälfte ein. So reduzieren Sie die Verdunstungsfläche, was die Bewurzelung erleichtert. Für die Stecklingsvermehrung benötigen Sie ein nährstoffarmes Substrat. Eine Mischung aus zwei Teilen Aussaaterde und einem Teil Sand ist optimal. Setzen Sie die vorbereiteten Stecklinge in Tontöpfe mit etwa neun Zentimeter Durchmesser. Tontöpfe sind ideal, da sie überschüssige Feuchtigkeit abgeben und so Staunässe verhindern.

Nach dem Einsetzen der Stecklinge ist ein feuchtwarmes Kleinklima entscheidend für die Wurzelbildung. Stülpen Sie eine durchsichtige Haube oder eine Plastiktüte über die Tontöpfe. Dadurch bleibt die Luftfeuchtigkeit hoch, was die Stecklinge vor dem Austrocknen schützt. Stellen Sie die Töpfe an einen hellen, aber nicht sonnigen Platz. Nach etwa vier bis sechs Wochen haben sich ausreichend Wurzeln gebildet. Dann können Sie die Jungpflanzen umtopfen. Verwenden Sie nun normale Gartenerde. Die jungen Sommerflieder sind noch nicht winterhart. Sie benötigen eine frostfreie Überwinterung, zum Beispiel in einem kühlen Keller oder Gewächshaus. Mit dieser Methode gelingt das Sommerflieder vermehren auch Anfängern zuverlässig. Sie erhalten kräftige Pflanzen, die im nächsten Jahr bereits blühen können.

Methode 2: Steckholzvermehrung – Sommerflieder im Herbst vermehren

Diese Variante des Sommerflieder vermehrens nutzt die Winterruhe der Pflanze aus. Im Spätherbst, nach dem ersten Frost, sind die Triebe ausgereift und enthalten viel Reserveenergie. Für diese Herbstvermehrung wählen Sie kräftige einjährige Triebe aus, die bereits verholzt sind. Schneiden Sie diese auf eine Länge von 20 bis 25 Zentimetern. Der untere Schnitt erfolgt schräg, der obere gerade – so sehen Sie später, welches Ende nach unten gehört. Entfernen Sie alle Seitenzweige und Blätter, sodass nur das nackte Steckholz übrig bleibt.

Die vorbereiteten Steckhölzer stecken Sie nun in lockere, sandige Gartenerde oder ein Gemisch aus Erde und Sand. Setzen Sie sie etwa zwei Drittel ihrer Länge tief in die Erde, sodass nur ein bis zwei Knospen herausschauen. Ein schattiges, frostfreies Plätzchen im Beet oder ein Kalthaus eignet sich ideal für die Überwinterung. Gießen Sie die Steckhölzer im Herbst einmal an und halten Sie die Erde im Winter nur leicht feucht. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen, treiben die Steckhölzer aus. Sie erkennen den Erfolg an frischen Blättern und neuen Trieben. Nun können Sie die Jungpflanzen einzeln in Töpfe setzen oder direkt an den gewünschten Standort auspflanzen. Die Erfolgsquote bei dieser Gehölzvermehrung ist hoch, wenn die Steckhölzer nicht austrocknen und die Überwinterung wirklich frostfrei gelingt. Ein windgeschützter, schattiger Standort während der Wintermonate beugt Frostrissen vor und sorgt für vitale Pflanzen im nächsten Gartenjahr.

Methode 3: Sommerflieder aus Samen ziehen – eine Alternative für Geduldige

Während die Vermehrung durch Steckhölzer schnell geht, erfordert die Samenvermehrung etwas mehr Geduld – sie belohnt aber mit vielen neuen Pflanzen. Wer die verblühten Rispen im Herbst stehen lässt, kann im Frühjahr eigene Sämlinge gewinnen. Dazu ernten Sie die reifen Samenstände oder kaufen Sommerflieder Samen im Fachhandel. Die Aussaat erfolgt ab März auf nährstoffarmer Aussaaterde. Drücken Sie die feinen Samen nur leicht an, bedecken Sie sie nicht mit Erde, denn Sommerflieder ist ein Lichtkeimer. Stellen Sie das Gefäß hell und warm bei 18 bis 20 Grad Celsius auf. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, am besten mit einem Sprühgerät. Nach etwa zwei bis vier Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge. Sobald die Jungpflanzen kräftig genug sind, pikieren Sie sie in einzelne Töpfe. Nach den Eisheiligen dürfen die jungen Sommerflieder ins Freie. Bedenken Sie: Bei der Samenvermehrung können die Nachkommen von der Mutterpflanze abweichen – in Blütenfarbe oder Wuchsform. Das macht die Anzucht spannend und überraschend.

Häufig gestellte Fragen

Wie schneide ich Stecklinge vom Sommerflieder richtig vor?

Wählen Sie einen gesunden, nicht blühenden Trieb und schneiden Sie ihn auf eine Länge von etwa einer Handbreite ab. Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass nur noch zwei bis drei Blattpaare am oberen Ende verbleiben. Der untere Schnitt sollte direkt unter einem Blattknoten (Nodium) erfolgen, da sich dort die Wurzeln am besten bilden.

Ist die Vermehrung über Stecklinge oder Samen für Anfänger besser geeignet?

Die Vermehrung über Stecklinge ist für Anfänger deutlich einfacher und zuverlässiger. Bei der Samenvermehrung kann es vorkommen, dass die Jungpflanzen andere Blütenfarben oder Wuchseigenschaften entwickeln als die Mutterpflanze. Stecklinge hingegen sind genetisch identisch und wachsen meist schneller an.

Wie lange dauert es, bis die Stecklinge Wurzeln bilden?

Unter optimalen Bedingungen mit gleichmäßiger Feuchtigkeit und Wärme zeigen sich die ersten Wurzeln meist nach zwei bis vier Wochen. Geduld ist hier besonders wichtig, da die Wurzelbildung auch von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit abhängt. Ein Zeichen für erfolgreiche Bewurzelung sind neue Blätter oder Triebe an den Stecklingen.

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