Neuer Trainer Wörle: Will schnell Teil der Preußen-Familie werden

Vom Durchmarsch in Ulm zum Wiederaufstieg in Münster?

Die bittere Vergangenheit ist abgehakt – Preußen Münster stellt Thomas Wörle als neuen Cheftrainer vor. Nur zwei Tage nach dem offiziellen Ende einer enttäuschenden Saison 2025/2026, die mit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga endete, richtet der Club den Blick entschlossen nach vorn. Mit Thomas Wörle (44) präsentiert der Zweitliga-Absteiger einen Trainer, der bereits eindrucksvoll bewiesen hat, dass er Mannschaften durch die Liga-Hierarchie führen kann. Der gebürtige Schwabe aus Krumbach war bis März 2025 beim SSV Ulm tätig und schaffte mit diesem Verein den bemerkenswerten Durchmarsch von der Regionalliga über die 3. Liga bis in die 2. Bundesliga. Diese Erfahrung macht ihn für die anstehende Aufgabe in Münster besonders wertvoll.

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Bei seiner Vorstellung am Dienstagmittag zeigte sich Wörle sichtlich motiviert: „Ich bin hoch motiviert. Wenn man sieht, was in und um diesen Club herum passiert, ist einiges möglich.“ Er spricht von einer „spannenden und herausfordernden Aufgabe“, die er mit großer Überzeugung angehe. Der Vater zweier Kinder im Alter von 14 und 16 Jahren bringt nicht nur Fachkompetenz mit, sondern auch eine klare Vorstellung davon, wie er Fußball spielen lassen möchte. Sein Vertrag bei Preußen Münster läuft bis 2028 und enthält eine Option – ein klares Bekenntnis des Vereins zu einer nachhaltigen Zusammenarbeit.

Wörles fußballerische Identität: Weder Ballbesitz noch reine Defensive

Viele Fans fragen sich: Was macht Thomas Wörle als Trainer aus und wie unterscheidet er sich von seinem Vorgänger Alois Schwartz? Wörle gibt darauf eine klare Antwort: „Ich bin kein Ballbesitz-Trainer, stehe aber auch nicht nur fürs Verteidigen.“ Diese Aussage deutet auf einen pragmatischen Ansatz hin, der sich an den Gegebenheiten der Mannschaft und des Gegners orientiert. Er legt besonderen Wert auf eine stabile Achse im Team – also auf eine verlässliche Struktur von Torwart, Innenverteidigung und defensivem Mittelfeld. Gleichzeitig möchte er eine Mannschaft formen, die bereit ist, miteinander für diesen Verein alles zu geben.

Wörle bezeichnet sich selbst nicht als Dogmatiker, sondern als Trainer, der das Spiel lesen kann und flexibel reagiert. Sein Fokus liegt auf einer aktiven Spielweise, die jedoch nicht mit blindem Ballbesitz verwechselt werden darf. Er möchte, dass seine Mannschaft kontrolliert offensiv agiert, aber auch die defensive Stabilität nicht vernachlässigt. Diese Mischung aus Struktur und Leidenschaft erinnert an seine erfolgreiche Zeit in Ulm, wo er mit einer ähnlichen Philosophie den Durchmarsch schaffte. Für die Fans von Preußen Münster bedeutet dies: Sie dürfen eine kämpferische, aber auch durchdachte Spielweise erwarten, die auf die Stärken des Kaders zugeschnitten ist.

Die Rolle seiner Assistenten im neuen Trainerteam

Welche Rolle spielen seine Assistenten Maximilian Knauer und Janis Hohenhövel im neuen Trainerteam? Wörle bringt seinen langjährigen Co-Trainer Maximilian Knauer (37) mit nach Münster, der ihn bereits in Ulm begleitete. Zudem bleibt Janis Hohenhövel (34) an Bord, der schon unter Übergangstrainer Alois Schwartz als Co-Trainer fungierte. Dieses Trio bildet die Basis für die taktische und personelle Arbeit. Knauer kennt Wörles Arbeitsweise und seine fußballerischen Prinzipien aus jahrelanger Zusammenarbeit, während Hohenhövel die Mannschaft und die Abläufe im Verein bereits kennt. Diese Kombination aus externer Erfahrung und interner Kontinuität verspricht eine reibungslose Integration des neuen Trainerteams.

Die Zusammenarbeit mit diesen beiden Assistenten ist für Wörle kein Detail, sondern ein zentraler Bestandteil seiner Philosophie. Er vertraut auf ihre Expertise und ihre Fähigkeit, die Spieler individuell zu fördern. Insbesondere Hohenhövel, der bereits unter Schwartz gearbeitet hat, kann als Bindeglied zwischen der alten und der neuen Trainergeneration fungieren. Gemeinsam wollen die drei Trainer die Mannschaft nicht nur taktisch schulen, sondern auch mental auf die Herausforderungen der 3. Liga vorbereiten. Wörle weiß aus eigener Erfahrung, dass ein starkes Trainerteam der Schlüssel zum Erfolg ist – besonders in einer Saison, in der der direkte Wiederaufstieg das große, aber nicht das einzige Ziel ist.

Warum Wörle eine einjährige Pause einlegte

Stattdessen verrät er jedoch die Gründe für seine einjährige Pause: „Ich hatte eine tolle Zeit in Ulm. Als es zu der Freistellung kam, war das alles andere als schön. Ich habe die folgenden Monate mit der Familie genutzt – das war unheimlich wertvoll.“ Diese ehrlichen Worte zeigen, dass Wörle nicht einfach auf die nächste Trainerstelle gewartet hat, sondern bewusst Zeit für sich und seine Familie nahm. Die Freistellung in Ulm im März 2025 war für ihn ein Einschnitt, den er verarbeiten musste. Statt sofort wieder in den hektischen Traineralltag einzusteigen, zog er sich zurück, um neue Kraft zu schöpfen und Abstand zu gewinnen.

Diese Pause war für Wörle keine verlorene Zeit, sondern eine Phase der Reflexion und der persönlichen Entwicklung. Er konnte seine Erfahrungen aus Ulm analysieren, seine Methoden hinterfragen und sich neu ausrichten. Dass er nun nach einem Jahr wieder bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, zeigt seine Leidenschaft für den Trainerberuf. Er betont, dass die Zeit mit der Familie „unheimlich wertvoll“ war – ein Zeichen dafür, dass er nicht nur als Trainer, sondern auch als Mensch gewachsen ist. Für die Verantwortlichen in Münster ist dies ein beruhigendes Signal: Sie bekommen einen Trainer, der nicht verbissen, sondern mit neuer Energie und klarem Kopf an die Arbeit geht.

Die drei Säulen von Sportdirektor Uphues für die Zukunft

Auch Sportdirektor Jan Uphues (38) spricht über die Zukunft, benennt die drei Säulen der täglichen Arbeit: „Wir müssen uns über Inhalte wie aktive Spielweise, Entwicklung der Mannschaft und eine gewisse Kultur definieren.“ Diese drei Säulen – aktive Spielweise, Mannschaftsentwicklung und Vereinskultur – bilden das Fundament, auf dem der Wiederaufstieg gelingen soll. Uphues macht deutlich, dass es nicht nur um kurzfristige Erfolge geht, sondern um eine nachhaltige Entwicklung des gesamten Clubs. Der Kader soll eine gesunde Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern sein, wobei Erfolgshunger keine Frage des Alters ist.

Diese strategische Ausrichtung passt perfekt zu Wörles Ansatz. Auch er legt Wert auf eine aktive, aber kontrollierte Spielweise, die die Spieler individuell fördert und gleichzeitig den Teamgeist stärkt. Uphues betont zudem, dass die wirtschaftliche Stabilität des Vereins trotz des Abstiegs gewährleistet ist. Der Stadionumbau schreitet voran, und langfristig möchte sich Preußen Münster dort etablieren, wo sie die vergangenen zwei Jahre waren – in der 2. Bundesliga. Der direkte Wiederaufstieg ist zwar ein Wunsch, aber kein Muss. Sport-Geschäftsführer Ole Kittner bittet daher um Geduld: „Wir schlagen ein neues Kapitel auf, stehen trotz des Abstiegs strukturell und wirtschaftlich auf sehr soliden Füßen. Sind aber noch nicht fertig.“

Die Preußen-Familie: Was Wörle mit diesem Begriff wirklich meint

Was bedeutet für Wörle der Begriff ‘Preußen-Familie’ und wie möchte er Teil davon werden? Bei seiner Vorstellung betonte er: „Ich freue mich wirklich, hier zu sein und möchte so schnell wie möglich ein Teil der Preußen-Familie werden.“ Mit dieser Aussage zielt Wörle nicht nur auf die Mannschaft und das Trainerteam ab, sondern auf den gesamten Verein – die Mitarbeiter, die Fans, die Ehrenamtlichen und alle, die sich mit Preußen Münster identifizieren. Er hat bereits erste lose Kontakte zu den Preußen geknüpft, die offenbar schon im vergangenen Sommer entstanden. Konkret wurde es jedoch erst vor wenigen Wochen, als die Verhandlungen Fahrt aufnahmen.

Wörle versteht unter der „Preußen-Familie“ eine Gemeinschaft, die zusammenhält und füreinander einsteht. Er hat beobachtet, wie die Mannschaft in der vergangenen Saison trotz des Abstiegs viel Energie besaß und eine Einheit mit den Fans bildete. Diesen Geist möchte er bewahren und weiterentwickeln. Dass er bewusst ohne seine Familie nach Münster zieht, zeigt seinen vollen Fokus auf die Aufgabe – er hat bereits eine Wohnung in Aussicht und wird sich voll und ganz dem Club widmen. Diese Hingabe kommt bei den Anhängern gut an, denn sie sehen, dass der neue Trainer nicht nur ein Jobangebot angenommen hat, sondern wirklich Teil des Vereins werden will.

Wörles Weg: Von Ulm nach Münster – ein Trainer mit Durchmarsch-Erfahrung

Thomas Wörle hat mit den Frauen von Bayern München zweimal die Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal gewonnen – eine Erfolgsbilanz, die seinen Namen im deutschen Fußball bekannt gemacht hat. Bevor er zum SSV Ulm wechselte, sammelte er wertvolle Erfahrungen im Frauenfußball, die ihm halfen, ein breites Verständnis für unterschiedliche Spielsysteme und Mannschaftsdynamiken zu entwickeln. In Ulm gelang ihm dann der Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga – eine Meisterleistung, die nur wenigen Trainern gelingt. Diese Erfahrung macht ihn für Preußen Münster besonders attraktiv, da der Club nach dem Abstieg in der 3. Liga einen Neuanfang wagen muss.

Sie sind Fan von Preußen Münster und wollen wissen, ob Wörle der richtige Trainer für den Wiederaufstieg ist? Seine Bilanz spricht für sich: Er hat bewiesen, dass er Mannschaften formen und durch schwierige Phasen führen kann. Er kennt die Anforderungen der 3. Liga aus eigener Erfahrung und weiß, welche mentalen und taktischen Qualitäten nötig sind, um oben mitzuspielen. Gleichzeitig ist er kein Trainer, der blind auf Offensive setzt – er priorisiert Stabilität und Teamgeist. Für einen Verein, der nach einem Abstieg wieder Tritt fassen muss, sind dies genau die Eigenschaften, die es braucht. Wörle muss jedoch auch zeigen, dass er mit dem Druck umgehen kann, der in Münster herrscht – die Erwartungen der Fans sind hoch, und die Konkurrenz in der 3. Liga ist stark.

Kaderplanung und offene Fragen

Wie will Wörle die Mannschaft nach dem Abstieg wieder formen und welche Spielphilosophie verfolgt er? Konkrete Aussagen zur Kaderplanung vermeidet er bewusst – er lässt offen, welche Spieler aus der aktuellen Mannschaft auch in der neuen Saison Teil des Teams sein werden. Wen er von den Jungs um Kapitän Jorrit Hendrix noch im Kader haben will, sagt er nicht. Stattdessen betont er, dass er zunächst die Mannschaft beobachten und sich ein genaues Bild machen möchte. Diese Zurückhaltung ist klug, denn sie gibt ihm die nötige Zeit, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Für Sie als Fan oder Journalist, die die 3. Liga verfolgen, bedeutet dies: Geduld ist gefragt. Wörle wird nicht überstürzt handeln, sondern Schritt für Schritt vorgehen. Er möchte eine Mannschaft formen, die seine Philosophie verinnerlicht und als Einheit auftritt. Die Vorbereitung wird zeigen, wie weit der Kader bereits ist und wo noch Nachholbedarf besteht. Einige Positionen könnten neu besetzt werden, andere bleiben vielleicht bestehen. Wörles Erfahrung aus Ulm wird ihm helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen – damals formte er aus einer Regionalliga-Mannschaft ein Team, das in der 2. Liga bestehen konnte. Diese Fähigkeit wird in Münster gefragt sein.

Assistenten-Trio: Knauer und Hohenhövel als Schlüssel zum Erfolg

Das Trainerteam um Thomas Wörle besteht aus ihm selbst und den beiden Assistenten Maximilian Knauer und Janis Hohenhövel. Diese Konstellation ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung, um Kontinuität und frische Impulse zu vereinen. Knauer kennt Wörle aus der gemeinsamen Zeit in Ulm und ist mit seiner Arbeitsweise vertraut. Hohenhövel hingegen bringt die interne Perspektive mit – er kennt die Spieler, die Abläufe im Verein und die Erwartungen der Fans. Gemeinsam bilden sie ein eingespieltes Team, das sofort loslegen kann.

Sie sind Scout oder Sportjournalist und analysieren Wörles bisherige Karriere? Dann sollten Sie beobachten, wie dieses Trio in den kommenden Wochen zusammenarbeitet. Die Rollenverteilung ist klar: Wörle gibt die taktische Richtung vor, Knauer unterstützt bei der Detailarbeit auf dem Platz, und Hohenhövel sorgt für den Draht zur Mannschaft. Diese Arbeitsteilung kann sich als großer Vorteil erweisen, besonders in der stressigen Vorbereitungsphase. Wörle selbst betont die Bedeutung eines starken Teams hinter dem Team: „Es ist entscheidend, dass wir als Trainerteam harmonieren und an einem Strang ziehen. Nur so können wir die Mannschaft optimal führen.“

Abschließender Gedanke: Der Weg ist das Ziel

Die Vorstellung von Thomas Wörle als neuem Cheftrainer von Preußen Münster markiert den Beginn einer neuen Ära. Der Club setzt auf einen Trainer, der bereits gezeigt hat, dass er Mannschaften durch schwere Zeiten führen kann – und der gleichzeitig bereit ist, Teil der Preußen-Familie zu werden. Wörle bringt nicht nur taktisches Know-how und Erfahrung mit, sondern auch eine menschliche Komponente, die in einem Verein mit so viel Tradition und Leidenschaft unverzichtbar ist. Der direkte Wiederaufstieg mag nicht das erklärte Ziel sein, aber die Weichen sind gestellt: Mit einem stabilen Trainerteam, einer klaren Philosophie und dem Rückhalt der Fans kann Preußen Münster in der 3. Liga wieder zu alter Stärke finden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Wörle den Funken überspringen lassen kann – und ob aus der Preußen-Familie bald wieder eine Aufstiegsfamilie wird.

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