Überraschender Wechsel nach der Entlassung beim FC Bayern
Vier Tage vor Weihnachten entlassen, jetzt unterschreibt Weltmeister-Trainer Gordon Herbert einen Vertrag in Neuseeland. Der 67-jährige Kanadier, der die deutsche Nationalmannschaft 2023 zum WM-Titel führte, wurde beim FC Bayern Basketball abrupt freigestellt. Nun sorgt seine neue Station für Aufsehen in der internationalen Basketballwelt. Gordon Herbert Neuseeland – diese Verbindung hätten viele Experten nicht erwartet, doch der erfahrene Coach hat sich für ein ambitioniertes Projekt in Auckland entschieden. Die New Zealand Breakers präsentierten den Weltmeister-Trainer als ihren neuen Chefcoach für die kommenden zwei Jahre.

Die Entlassung in München kam für viele überraschend, zumal Herbert den Klub in der Vorsaison noch ins Finale um die deutsche Meisterschaft geführt hatte. Nun folgt die Rückkehr auf die Trainerbank in einer Liga, die in den letzten Jahren deutlich an Profil gewonnen hat. Der Wechsel von Gordon Herbert nach Neuseeland zeigt, dass der gebürtige Kanadier weiterhin auf höchstem Niveau arbeiten möchte – trotz gesundheitlicher Rückschläge in den vergangenen Monaten.
Gesundheitliche Rückschläge: Herzmuskelentzündung und Knie-OP
Nach der Trennung in München wurde es ruhig um den Weltmeister-Coach. Herbert brauchte Zeit, um eine Herzmuskelentzündung auszukurieren. Diese Erkrankung, die im Spitzensport besondere Vorsicht erfordert, zwang den Trainer zu einer längeren Pause. Zusätzlich ließ er sich am Knie operieren. Solche Eingriffe sind für einen 67-Jährigen, der sein Leben lang körperlich aktiv war, eine erhebliche Belastung. Dennoch hat Herbert die Reha hinter sich gebracht und fühlt sich wieder fit für die Herausforderungen des Trainerberufs.
Die Kombination aus gesundheitlichen Problemen und der plötzlichen Entlassung hätte viele Trainer in eine schwierige Lage gebracht. Herbert nutzte die Zeit jedoch zur Regeneration und zur Neuorientierung. Dass er nun den Vertrag in Neuseeland unterschrieben hat, deutet darauf hin, dass er seine körperliche Verfassung als ausreichend stabil einschätzt. Die Fans der Breakers dürfen gespannt sein, ob der Weltmeister-Trainer an seine früheren Erfolge anknüpfen kann.
Der neue Job: Zwei-Jahres-Vertrag bei den New Zealand Breakers
Ein Klub mit prestigeträchtiger Geschichte
Die New Zealand Breakers sind der einzige neuseeländische Verein in der australischen NBL. Der Klub aus Auckland hat in der Vergangenheit mehrfach die Meisterschaft gewonnen und genießt in Ozeanien einen exzellenten Ruf. Breakers-Präsident Dillon Boucher zeigte sich in der Vereinsmitteilung begeistert von der Verpflichtung. Er bezeichnete Herbert als Weltklasse-Strategen, der bewiesen habe, auf höchstem Niveau gewinnen zu können. Boucher betonte, dass Herberts internationale Erfahrung perfekt zur Vision des Klubs passe.
Die Breakers verpassten in der abgelaufenen Saison als Siebter die Playoffs. Das war eine Enttäuschung für einen Verein, der zu den etablierten Größen der NBL zählt. Gordon Herbert Neuseeland soll nun wieder für Erfolg sorgen. Der Finne Petteri Koponen musste nach dem Verpassen der Postseason gehen. Die Führungsetage um Besitzer Marc Mitchell erwartet von Herbert eine klare Verbesserung der Ergebnisse. Mitchell äußerte die Überzeugung, dass Herbert hochklassige Mannschaften formen könne, die Meisterschaften gewinnen.
Parker Jackson-Cartwright als bekanntes Gesicht aus der BBL
Ein besonderer Aspekt des neuen Jobs ist die Begegnung mit Parker Jackson-Cartwright. Der Guard wurde in der Saison 2022/23 zum MVP der easyCredit BBL gewählt, als er für die Telekom Baskets Bonn spielte. Jackson-Cartwright wechselte anschließend zu den Breakers und kennt die Erwartungen des Weltmeister-Trainers aus gemeinsamen Duellen in der deutschen Liga. Herbert trainierte den FC Bayern und stand damit in direkter Konkurrenz zu Bonn. Nun arbeiten beide auf derselben Seite.
Die Zusammenarbeit mit einem ehemaligen BBL-MVP könnte für Herbert ein Vorteil sein. Jackson-Cartwright bringt Tempo, Spielintelligenz und Erfahrung mit. Er weiß, wie man in entscheidenden Momenten Verantwortung übernimmt. Unter einem Trainer wie Herbert, der für klare taktische Vorgaben und intensive Spielvorbereitung bekannt ist, könnte der Guard seine Leistung noch einmal steigern. Die Breakers hoffen, dass dieses Duo den Unterschied in engen Spielen ausmachen wird.
Taktische Ausrichtung und sportliche Ziele der Breakers
Herbert kündigte an, schnellen Basketball spielen zu wollen, der Siege liefern werde. Diese Aussage passt zu seiner Philosophie, die er in Deutschland erfolgreich umgesetzt hat. Beim FC Bayern setzte er auf eine Mischung aus strukturierter Defensive und temporeichem Umschaltspiel. In Neuseeland wird er ähnliche Prinzipien installieren müssen, wobei die personellen Ressourcen anders gelagert sind als in München.
Die Breakers haben in der vergangenen Saison offensiv zu oft schwankende Leistungen gezeigt. Herbert wird daran arbeiten, die Effizienz im Abschluss zu steigern und die Ballbewegung zu verbessern. Defensiv müssen die Neuseeländer aggressiver auftreten, um in der NBL gegen körperlich starke Teams zu bestehen. Der Weltmeister-Trainer bringt das nötige Know-how mit, um diese Defizite zu beheben. Er hat in seiner Karriere immer wieder bewiesen, dass er Mannschaften taktisch weiterentwickeln kann.
Die NBL als aufstrebende Liga mit wachsender Bedeutung
Die National Basketball League (NBL) von Australien und Neuseeland hat sich in den letzten Jahren international etabliert. Immer mehr Spieler aus Europa und den USA wählen die NBL als Sprungbrett oder als attraktive Alternative. Die Liga lockt mit hohem Tempo, guter Vermarktung und professionellen Strukturen. Für Herbert ist es die erste Station auf der Südhalbkugel, was logistische und kulturelle Herausforderungen mit sich bringt.
Die Zeitverschiebung, die Reisebelastung und die unterschiedliche Basketball-Philosophie erfordern Anpassungsfähigkeit. Herbert kennt solche Situationen aus seiner Zeit in Finnland, Griechenland oder Deutschland. Er hat oft gezeigt, dass er sich auf neue Umgebungen einstellen kann. Gordon Herbert Neuseeland ist daher nicht nur ein Wechsel des Vereins, sondern auch der Lebensumstände. Die Breakers setzen darauf, dass seine internationale Erfahrung diese Hürden überwinden hilft.
Doppelbelastung: Vereinstrainer und Nationalcoach Kanadas
Ab Sommer übernimmt Herbert zusätzlich das Amt des Nationaltrainers seines Geburtslandes Kanada. Diese doppelte Verantwortung ist im Profibasketball selten. Herbert wird daher seine Zeit und Energie geschickt einteilen müssen. Die NBL-Saison läuft von Oktober bis Februar, während die Länderspielfenster im Sommer liegen. Theoretisch überschneiden sich die Anforderungen kaum, doch die Vorbereitung und die Reisetätigkeit summieren sich.
Die kanadische Nationalmannschaft verfügt über große Talente aus der NBA. Spieler wie Shai Gilgeous-Alexander, Jamal Murray oder RJ Barrett könnten unter Herberts Leitung spielen. Der Trainer kennt die nordamerikanische Mentalität aus seiner Zeit in Kanada und den USA. Diese Erfahrungen will er nun mit den Breakers und dem Nationalteam kombinieren. Die Synergien bestehen vor allem in der taktischen Ausrichtung und der Spielerentwicklung. Herbert kann seine Erfahrung aus beiden Rollen gewinnbringend einsetzen.
Kulturelle und logistische Herausforderungen des Wechsels
Für einen Trainer, der zuletzt in München unter besten Bedingungen arbeitete, ist Auckland ein komplett neues Umfeld. Neuseeland ist geografisch isoliert, die Basketballkultur unterscheidet sich von der europäischen. Die Fans in Neuseeland sind leidenschaftlich, aber weniger zahlreich als in Deutschland. Die Medienlandschaft ist kleiner, der Druck auf den Trainer jedoch nicht geringer. Die Breakers erwarten Ergebnisse, und Herbert wird daran gemessen, ob er die Playoffs erreicht.
Ein weiterer Aspekt ist die Sprache: Die Spieler und Offiziellen sprechen Englisch, aber Herbert als Kanadier hat damit keinerlei Probleme. Kulturell ist Neuseeland von einer entspannten Atmosphäre geprägt, die Herbert vielleicht entgegenkommt. Die Frage ist, wie schnell er sich in die lokale Basketball-Community integriert. Die neuseeländische Basketball-Community reagierte gespannt auf die Verpflichtung eines kanadischen Trainers. Viele beobachten genau, wie Herbert das Spieltempo und die Offensive der Breakers verändern wird.
Ein Scout bewertet die Perspektiven
Betrachtet man die Situation aus der Perspektive eines Talentscouts, eröffnet Herberts Wechsel neue Möglichkeiten. Junge europäische Spieler, die über einen Wechsel in die NBL nachdenken, sehen Herbert als Vorbild. Ein Weltmeister-Trainer, der in einer nicht-europäischen Liga arbeitet, signalisiert, dass die NBL ein ernstzunehmendes Karriereziel ist. Herbert hat in Deutschland bewiesen, dass er Talente entwickeln kann. Unter seiner Leitung könnten einige Breakers-Spieler einen Karrieresprung machen.
Die Breakers sind bekannt dafür, jungen Spielern Chancen zu geben. Herbert wird diese Philosophie fortsetzen, aber gleichzeitig auf Erfolg drängen. Die Mischung aus erfahrenen Spielern wie Jackson-Cartwright und hungrigen Talenten könnte funktionieren. Scouts aus Europa und den USA werden die Entwicklung der Breakers unter Herbert genau verfolgen. Das Interesse an der NBL wächst, und ein prominenter Trainer verstärkt diesen Trend.
Ausblick auf die kommende Saison
Die Breakers haben mit der Verpflichtung von Gordon Herbert ein klares Signal gesendet: Sie wollen zurück in die Playoffs und langfristig um die Meisterschaft mitspielen. Herbert bringt das nötige Know-how, die Disziplin und die internationale Erfahrung mit. Die größte Unbekannte ist seine Gesundheit – nach Herzmuskelentzündung und Knie-OP muss der Körper den Strapazen einer vollen Saison standhalten. Herbert selbst scheint zuversichtlich, wie seine Aussagen gegenüber der Vereinsmitteilung zeigen.
Die Fans in Auckland können sich auf eine Mannschaft freuen, die taktisch gut vorbereitet und leidenschaftlich spielt. Herbert hat in seiner Karriere immer Wert auf Teamchemie und harte Arbeit gelegt. Gordon Herbert Neuseeland ist mehr als eine Randnotiz – es ist der Neustart eines der erfolgreichsten Trainer des internationalen Basketballs. Die NBL wird durch sein Engagement weiter an Profil gewinnen, und die Breakers könnten bald wieder ein ernstzunehmender Titelanwärter sein. Die kommende Saison wird zeigen, ob der Weltmeister-Coach sein Können auch auf der Südhalbkugel unter Beweis stellen kann.




