Tag 50 im Block-Prozess: Zeugin belastet die Angeklagte schwer
Im Block-Prozess sagt eine lang vermisste Zeugin aus und belastet die Angeklagte schwer – neue Details zur mutmaßlichen Entführung. Monatelang war Keren Tennenbaum unerreichbar, der Krieg im Nahen Osten verhinderte ihre Ausreise. Nun ist sie endlich in Hamburg, und ihre Aussage bringt entscheidende Bewegung in das Verfahren rund um die Silvesternacht 2023/24. Die Zeugin im block-prozess zeugin rückt mit jedem Satz die Angeklagten weiter ins Zentrum des Geschehens. Vor allem der Anwalt der Block-Familie, Dr. Andreas Costard, gerät durch ihre Schilderungen massiv unter Druck. Tennenbaum selbst, so die Ermittler, soll organisatorisch in die Aktion eingebunden gewesen sein.

Die Aussage von Keren Tennenbaum: Treffen, Handys und verdeckte Unterkünfte
Die Zeugin berichtete am Mittwoch vor Gericht von einer Reihe konspirativer Vorbereitungen. Sie schilderte Treffen in Tel Aviv und Hamburg, die Beschaffung neuer Handys und die Nutzung verdeckter Unterkünfte. Besonders brisant: Tennenbaum gab an, dass der Satz „Bringen Sie die Kinder“ gefallen sei. Damit untermauert sie den Vorwurf einer geplanten Entführung. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat in der Silvesternacht nicht spontan, sondern über Monate vorbereitet wurde. Die Zeugin liefert nun die fehlenden Puzzleteile, die diese These stützen.
Die Rolle von Dr. Andreas Costard
Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin nach der Rolle von Dr. Andreas Costard antwortete Tennenbaum: „Er war für uns eine Autorität. Er ist ein Rechtsanwalt.“ Die Richterin hakte nach, ob dies bereits ausgereicht habe, um ihn als Autorität anzuerkennen. Tennenbaum bestätigte dies knapp. Damit wird der Anwalt der Block-Familie direkt mit der Planung der Aktion in Verbindung gebracht. Die Verteidigung von Christina Block, vertreten durch Dr. Ingo Bott, hielt sich an diesem Verhandlungstag auffällig zurück. Lediglich einmal korrigierte Bott die Vorsitzende in ihrer Wahrnehmung einer Aussage der Zeugin. Die Zurückhaltung könnte taktischer Natur sein, denn die Belastung durch Tennenbaum wiegt schwer.
Cousine von Christina Block muss weiter am Verfahren teilnehmen
Überraschend kam der Beschluss des Gerichts am Ende des Verhandlungstages: Die wegen Beihilfe angeklagte Cousine von Christina Block und ihr Ehemann müssen weiterhin persönlich an der Hauptverhandlung teilnehmen. Das Paar hatte beantragt, von der Anwesenheitspflicht entbunden zu werden. Das Gericht lehnte dies mit Verweis auf den Vorwurf der „Entziehung Minderjähriger“ ab. Während der Verkündung brach die Cousine in Tränen aus. Ihr Anwalt protestierte lautstark: „Sie können hier doch nicht weiterlesen, während sie weint?“ Die Richterin wies ihn knapp zurück und setzte die Verkündung fort. Die Entscheidung zeigt, wie ernst das Gericht den Fall nimmt und dass es keine Ausnahmen von der Anwesenheitspflicht zulässt.
Emotionale Momente im Gerichtssaal
Die lange Verfahrensdauer von bereits 50 Verhandlungstagen hat bei allen Beteiligten Spuren hinterlassen. Auch Keren Tennenbaum brach während ihrer Aussage in Tränen aus, woraufhin das Gericht eine Pause einlegte. Die emotionale Belastung ist enorm, zumal die Zeugin selbst in die mutmaßliche Tat verwickelt sein soll. Das Gericht zeigte sich einfühlsam, ließ die Pause jedoch kurz ausfallen, um den straffen Zeitplan einzuhalten.
Streit um Hotelrechnungen: Tennenbaum widerspricht Christina Block
Ein weiterer Punkt, der für Spannung sorgte, war der Streit um offene Hotelrechnungen. Die Vorsitzende hielt Tennenbaum vor, dass laut Christina Block die Übernachtungen der Entführer zwar in Anspruch genommen, aber nicht bezahlt worden seien. Tennenbaum widersprach entschieden: „Aus meiner Sicht nein.“ Sie führte aus, dass es keine Streitigkeiten um offene Rechnungen gegeben habe, da sie und ihre Begleiter auf Einladung der Familie Block übernachtet hätten. Dieser Widerspruch ist bedeutsam, denn er stellt die Glaubwürdigkeit der Angeklagten infrage. Die Aussage der Zeugin wird damit zu einem zentralen Beweismittel im Verfahren.
Bott beanstandet – Richterin bleibt hart
Dr. Ingo Bott meldete sich schließlich doch zu Wort und beanstandete eine Frage der Vorsitzenden: „Wie schätzen Sie das ein, dass Frau Block sich als das perfekte Opfer sah?“ Die Verteidigung hielt diese Frage für suggestiv und unzulässig. Das Gericht beriet kurz, die Staatsanwaltschaft hielt die Beanstandung für unbegründet. Die Vorsitzende entschied: „Die Frage ist zulässig.“ Damit bleibt die Richterin ihrer Linie treu, den Zeugen umfassende Einschätzungen zu ermöglichen.
Internationale Dimension: Krieg im Nahen Osten erschwert Verfahren
Der Krieg im Nahen Osten hatte monatelang die Ausreise der Zeugin verhindert und damit das Verfahren verzögert. Nun zeigt sich, wie sehr internationale Konflikte in nationale Strafverfahren hineinwirken können. Die Beweisführung im Block-Prozess wird durch diese Dimension erheblich komplexer. Das Gericht muss nicht nur die Glaubwürdigkeit der Zeugin prüfen, sondern auch die Umstände ihrer monatelangen Abwesenheit bewerten. Die Auswirkungen auf die deutsch-israelischen Rechtsbeziehungen könnten langfristig sein, da Fälle mit länderübergreifenden Bezügen künftig noch sorgfältiger geplant werden müssen.
Mögliche Verhandlungspause bis August
Die Vorsitzende Richterin kündigte an, das Verfahren nach aktuellem Stand im August beenden zu wollen. Das bedeutet, dass es trotz der langen Verfahrensdauer zu einer zügigen Entscheidung kommen soll. In der Zwischenzeit werden weitere Zeugen gehört und Beweise gewürdigt. Tennenbaums Aussage wird am nächsten Mittwoch fortgesetzt. Das Gericht hat ein straffes Programm angekündigt, um die Verzögerung durch die verspätete Anreise der Zeugin aufzuholen.
Aggressionsvorwürfe und angeblicher Haftbefehl
Die Aussage der Zeugin enthielt auch Vorwürfe gegen Stephan Hensel, einen weiteren Beteiligten. Tennenbaum berichtete von aggressivem Verhalten und einem angeblichen Haftbefehl, den Dr. Costard gegen Hensel weitergegeben haben soll. Costard soll dabei Druck ausgeübt haben, um die Aktion voranzutreiben. Diese Details zeichnen ein düsteres Bild von einem Sorgerechtsstreit, der längst die Grenzen des Legalen überschritten hat.
Wie zuverlässig sind die Aussagen einer Zeugin, die selbst in die Tat verwickelt ist?
Eine zentrale Frage des Verfahrens ist die Glaubwürdigkeit von Keren Tennenbaum. Sie selbst soll organisatorisch in die Entführung eingebunden gewesen sein. Das Gericht muss daher sorgfältig prüfen, ob ihre Aussagen der Wahrheit entsprechen oder ob sie versucht, ihre eigene Rolle zu verharmlosen. Die Staatsanwaltschaft wird ihre Angaben mit anderen Beweismitteln abgleichen, etwa Handydaten, Überwachungsvideos und Aussagen weiterer Zeugen. Die Verteidigung von Christina Block wird versuchen, Widersprüche in Tennenbaums Darstellung herauszuarbeiten.
Die wichtigsten Fakten des 50. Verhandlungstages
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Zeugin | Keren Tennenbaum, monatelang unerreichbar |
| Belasteter Anwalt | Dr. Andreas Costard (Autorität für Tennenbaum) |
| Streitpunkt | Hotelrechnungen – Tennenbaum widerspricht Block |
| Anwesenheitspflicht | Cousine von Christina Block muss weiter persönlich erscheinen |
| Verfahrensende | Vorsitzende plant Abschluss im August |
| Nächster Termin | Aussage Tennenbaum wird am Mittwoch fortgesetzt |
Aggressionsvorwürfe und angeblicher Haftbefehl – ein düsteres Bild
Die Aussage der Zeugin enthielt auch Vorwürfe gegen Stephan Hensel, einen weiteren Beteiligten. Tennenbaum berichtete von aggressivem Verhalten und einem angeblichen Haftbefehl, den Dr. Costard gegen Hensel weitergegeben haben soll. Costard soll dabei Druck ausgeübt haben, um die Aktion voranzutreiben. Diese Details zeichnen ein düsteres Bild von einem Sorgerechtsstreit, der längst die Grenzen des Legalen überschritten hat. Die Verteidigung von Christina Block beantragte daraufhin, die Aussage als Beweismittel auszuschließen, was das Gericht jedoch ablehnte.
Warum dauert der Block-Prozess bereits 50 Verhandlungstage?
Die lange Verfahrensdauer ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: die internationale Dimension, die Vielzahl der Beteiligten, die komplexe Beweislage und die monatelange Abwesenheit der Zeugin Tennenbaum. Jeder Verhandlungstag bringt neue Details ans Licht, die das Gesamtbild verändern. Das Gericht zeigt sich bemüht, den Fall gründlich aufzuklären, ohne die Verfahrensrechte der Angeklagten zu verletzen. Für die Familien der betroffenen Kinder ist die Dauer eine enorme Belastung, aber die Rechtssicherheit zwingt zu Sorgfalt.
Mögliche Verteidigungsstrategien für Christina Block
Die Verteidigung von Christina Block steht vor einer schwierigen Aufgabe. Die Belastungen durch Tennenbaum sind massiv, und die Zeugin genießt als Mittäterin eine besondere Perspektive. Dr. Ingo Bott könnte versuchen, die Glaubwürdigkeit der Zeugin zu erschüttern, indem er auf ihre Rolle in der Tat verweist. Alternativ könnte die Verteidigung die internationale Komponente nutzen und auf Rechtshilfeersuchen nach Israel verweisen, die möglicherweise unzureichend waren. Eine dritte Option wäre ein Deal mit der Staatsanwaltschaft, der eine mildere Strafe im Gegenzug für ein Geständnis vorsieht. Die Cousine von Christina Block zeigte bereits Reue, was als Hinweis auf eine solche Strategie gewertet werden könnte.
Kann Christina Block freigesprochen werden?
Ein Freispruch ist nicht ausgeschlossen, aber die Beweislage wird zunehmend dichter. Die Aussage der Zeugin Tennenbaum ist ein starkes Indiz, aber nicht das einzige Beweismittel. Das Gericht wird auch die Aussagen weiterer Zeugen, die Handydaten und die Überwachungsvideos würdigen. Die Verteidigung wird alle Hebel in Bewegung setzen, um die Beweiskette zu durchbrechen. Letztlich hängt der Ausgang davon ab, ob das Gericht die Aussage der block-prozess zeugin für glaubhaft hält und ob sie durch andere Beweise gestützt wird.
Der 50. Verhandlungstag im Block-Prozess hat gezeigt, wie nah die Wahrheit manchmal an der Oberfläche liegt – und wie schwer es sein kann, sie zu greifen. Mit jedem Satz der Zeugin Keren Tennenbaum wird das Bild klarer, aber auch beängstigender. Die nächste Verhandlungswoche wird entscheiden, ob die Aussage hält, was sie verspricht. Bis August will das Gericht zum Abschluss kommen – ein ehrgeiziges Ziel, das bei der Komplexität des Falls nur mit straffer Prozessführung zu erreichen ist. Alle Beteiligten sitzen auf heißen Kohlen, denn ein Urteil könnte weitreichende Folgen haben – nicht nur für die Familien, sondern auch für die internationalen Rechtsbeziehungen in Sorgerechtsentführungen.




