Ex-Trainer verklagt Fortuna Düsseldorf: 9 brisante Fakten zum Fall

Nach dem Abstieg in die 3. Liga droht Fortuna Düsseldorf nun ein Rechtsstreit mit Ex-Trainer Markus Anfang – dieser akzeptiert die Kündigungsklausel nicht und hat bereits Klage eingereicht. Die Fortuna Düsseldorf Klage wirft ein Schlaglicht auf die schwierige personelle und finanzielle Lage des Traditionsvereins. Was steckt hinter dem juristischen Vorgehen des Trainers und seines Co-Trainers? Wir haben die neun wichtigsten Fakten für Sie zusammengestellt.

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1. Die sportliche Ausgangslage: Drei Trainer, drei Punkteschnitte

Manager Sven Mislintat wies darauf hin, dass drei Düsseldorfer Trainer vergeblich versucht hätten, den Absturz zu stoppen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass nicht alle drei Coaches gleich erfolglos waren: Die Punkteschnitte von Alexander Ende (46/1,2) und Daniel Thioune (51/1,25) hätten für die Rettung gereicht, der von Markus Anfang (51/1,0) war dagegen entscheidend. Diese unterschiedlichen Werte zeigen, wie knapp die Rettung verpasst wurde – und wer aus statistischer Sicht den größten Anteil am Misserfolg trug.

2. Die Entlassung: Fünf Spieltage vor Saisonende

Markus Anfang wurde fünf Spieltage vor Saisonende entlassen, dennoch konnte Fortuna Düsseldorf den Abstieg nicht mehr verhindern. Der Trainer hatte einen Vertrag bis 2027, der offenbar fest eingeplant war. Die Entlassung erfolgte mitten im Abstiegskampf, was die ohnehin angespannte Situation im Verein zusätzlich belastete. Die Fortuna Düsseldorf Klage ist eine direkte Folge dieser Entscheidung.

3. Die Vertragsklausel: Gültigkeit nur für die 2. Liga

Anfangs Arbeitspapier galt nur für die 2. Liga und wäre ab dem 1. Juli nichtig gewesen. Diese Klausel ist im Profifußball üblich: Wenn ein Verein absteigt, erlöschen bestimmte Verträge automatisch, da die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der tieferen Spielklasse anders sind. Im Fall von Markus Anfang ist genau diese Regelung zum Streitpunkt geworden – der Ex-Trainer sieht sie anders als sein Arbeitgeber.

4. Die Kündigungsklausel: Gehaltsstreichung und Abfindung

Im Oktober letzten Jahres einigten sich Anfang und Fortuna (damals noch mit Manager Allofs) auf eine Kündigungsklausel, die bei Entlassung Gehaltsstreichung und eine Abfindung vorsah. Diese Klausel sollte beide Seiten absichern: Der Verein spart Gehalt, der Trainer erhält eine einmalige Zahlung. Doch Anfang akzeptiert diese Vereinbarung nun nicht mehr – er hält die Klausel offenbar für unrechtmäßig oder unverhältnismäßig.

5. Die Klage: Bereits vor dem Abstieg eingereicht

Sowohl Anfang als auch sein Co-Trainer Florian Junge (39) haben vor dem Abstieg Klage gegen diese Vereinbarung eingereicht. Das ist bemerkenswert: Die Klage erfolgte noch während der laufenden Saison, als der Abstieg noch nicht besiegelt war. Offenbar hatten die Trainer bereits zu diesem Zeitpunkt rechtliche Bedenken gegen die Klausel. Die Fortuna Düsseldorf Klage ist also kein spontaner Schritt nach dem Abstieg, sondern ein wohlüberlegter.

6. Der Verfahrensstand: Gütetermine abgesagt

Die Gütetermine der Klagen wurden laut ‘Rheinische Post’ am 5. Juni abgesagt. Stattdessen streben der Klub und die Ex-Angestellten ein Schlichtungsverfahren beim DFB an. Diese Entwicklung zeigt, dass beide Parteien zunächst eine außergerichtliche Einigung versuchen – oder dass das Gericht den Fall für nicht entscheidungsreif hält. Ein Schlichtungsverfahren ist in der Regel schneller und kostengünstiger als ein Zivilprozess.

7. Die Kommunikation: Fortuna schweigt

Auf BILD-Anfrage kommentiert Fortuna den Vorgang nicht und verweist auf das laufende Verfahren. Diese Zurückhaltung ist typisch für Vereine in laufenden Rechtsstreitigkeiten. Sie vermeiden so öffentliche Spekulationen, die den Fall beeinflussen könnten. Allerdings wirft das Schweigen Fragen auf: Was hat der Verein zu verbergen? Oder ist es schlichtweg gute Anwaltspraxis? Ein Schlichtungsverfahren beim DFB könnte hier für Klarheit sorgen.

8. Die Position des Trainers: Einvernehmliche Lösung gesucht

Anfangs Jurist Sidney Balan bestätigte: ‘Mein Mandant setzt sich gegen die Kündigung zur Wehr.’ Anfang sei an einer einvernehmlichen Lösung interessiert. Diese Aussage ist bewusst offen formuliert. Einerseits stellt sie klar, dass der Trainer die Kündigung nicht kampflos hinnehmen wird. Andererseits signalisiert sie Verhandlungsbereitschaft. Die Fortuna Düsseldorf Klage könnte also sowohl ein ernsthafter Rechtsstreit als auch eine Verhandlungstaktik sein.

9. Die Doppelbelastung: Auch Co-Trainer Junge klagt

Nicht nur Markus Anfang, sondern auch sein Co-Trainer Florian Junge (39) hat Klage eingereicht. Damit droht Fortuna eine doppelte juristische Belastung. Sollten beide Klagen erfolgreich sein, müsste der Verein möglicherweise zwei Abfindungen zahlen. Das wäre besonders in der 3. Liga finanziell schwierig. Die Doppelklage zeigt auch, wie eng das Team um Anfang zusammenhält – und wie systematisch der Widerstand gegen die Kündigungsklausel organisiert ist.

Welche rechtlichen Grundlagen entscheiden über die Gültigkeit der Klausel?

Im Zentrum des Streits steht die Frage, ob die Kündigungsklausel rechtlich wirksam ist. Grundsätzlich sind solche Klauseln im Arbeitsrecht zulässig, solange sie nicht gegen Treu und Glauben verstoßen. Entscheidend ist, ob die Klausel klar und verständlich formuliert war und ob der Trainer die Konsequenzen wirklich überblicken konnte. Die Tatsache, dass der Vertrag nur für die 2. Liga galt, spricht für die Sichtweise des Vereins. Doch die Klage könnte neue Präzedenzfälle schaffen, wenn Gerichte die Klausel anders auslegen.

Wie läuft ein Schlichtungsverfahren beim DFB ab?

Das Schlichtungsverfahren beim DFB ist ein außergerichtliches Verfahren zur Beilegung von Streitigkeiten im Fußball. Es wird von einem unabhängigen Schlichter durchgeführt, der eine Einigung zwischen den Parteien vermittelt. Der Ausgang des Verfahrens ist nicht bindend – scheitert die Schlichtung, können die Parteien weiterhin vor ordentlichen Gerichten klagen. Der Vorteil: Das Verfahren ist schneller und vertraulicher als ein öffentlicher Prozess. Das könnte für beide Seiten attraktiv sein, besonders für einen Verein, der negative Schlagzeilen vermeiden will.

Kann die Klage die sportliche Zukunft von Fortuna zusätzlich belasten?

Ja, denn jede Klage bindet Ressourcen. Der Verein muss Anwaltskosten tragen, und das Management wird durch die juristische Auseinandersetzung von der wichtigsten Aufgabe abgelenkt: dem Wiederaufbau der Mannschaft für die 3. Liga. Hinzu kommt, dass eine negative öffentliche Wahrnehmung die Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen erschweren könnte. Spieler und Berater beobachten genau, wie Vereine mit Konflikten umgehen. Die Fortuna Düsseldorf Klage könnte also indirekt die Kaderplanung beeinflussen.

Welche Präzedenzfälle gibt es für Trainer-Klagen nach Vertragsende durch Abstieg?

Im deutschen Profifußball gibt es mehrere Fälle, in denen Trainer nach einer Entlassung oder einem Abstieg geklagt haben. Besonders bekannt ist der Fall eines Zweitligatrainers, der nach der Entlassung eine Abfindung forderte und vor Gericht teilweise recht bekam. Ein anderer Fall betraf einen Co-Trainer, der auf Vertragserfüllung klagte. Diese Präzedenzfälle zeigen, dass die Gerichte oft zu Gunsten der Arbeitnehmer entscheiden, wenn die Klauseln unklar oder unverhältnismäßig waren. Der Fall von Markus Anfang könnte also durchaus Erfolg haben.

Die juristische Auseinandersetzung zwischen Markus Anfang und Fortuna Düsseldorf ist noch lange nicht entschieden. Eines ist jedoch klar: Egal wie der Fall ausgeht – die zusätzliche Belastung durch die Klage wird den Verein in der ohnehin schwierigen Phase des Wiederaufbaus weiter fordern. Die Fortuna Düsseldorf Klage zeigt, wie wichtig klare, rechtssichere Verträge im Profifußball sind – und wie schnell Missverständnisse zu ernsthaften Konflikten führen können. Für den Verein bleibt zu hoffen, dass das Schlichtungsverfahren eine schnelle und einvernehmliche Lösung bringt, damit sich alle Beteiligten auf das Wesentliche konzentrieren können: den sportlichen Erfolg in der 3. Liga.

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