BILD kürt Gewinner & Verlierer: 7 überraschende Ergebnisse

Gewinner & Verlierer der Woche: Was BILD kürt und was Sie daraus lernen können

Gewinner & Verlierer: Diese Woche gab es Aufatmen bei den Wiesnwirten und einen Skandal um FBI-Direktor Patel. Die Redaktion von BILD hat wieder ihre wöchentliche Liste erstellt und dabei einige überraschende Ergebnisse präsentiert. Ob Münchner Festzelte, bunte Brunnen oder ein gescheiterter ESC-Teilnehmer – die Mischung aus politischen Entscheidungen, kulturellen Wendepunkten und persönlichen Schicksalen bietet reichlich Gesprächsstoff. Im Folgenden erfahren Sie, wer auf der Sonnenseite stand, wer auf die Schattenseite geriet und welche Lehren sich daraus für Ihren Alltag, Ihr Engagement oder Ihr Berufsumfeld ziehen lassen.

bild gewinner verlierer

O’zapft bleibt’s!: Tradition siegt über EU-Recht

Aufatmen bei den Münchener Wiesnwirten! Die Vergabekammer Südbayern hat den Antrag des Gastronomen Alexander Egger auf eine europaweite Ausschreibung der Wiesnzelte abgeschmettert. Egger wollte die Vergabe der traditionsreichen Festzelte Schottenhamel und Paulaner-Festzelt nach EU-Vergaberecht öffnen. Die Kammer sah jedoch keinen Anlass, das nationale Vergaberecht zu überschreiben.

Welche Bedeutung hat dieses Urteil für andere Traditionsveranstaltungen?

Die Entscheidung der Vergabekammer Südbayern sendet ein klares Signal: Lokale Brauchtumsveranstaltungen genießen einen Schutz vor EU-weiter Ausschreibung, wenn sie kulturell oder historisch verwurzelt sind. Für Wirte, Schausteller und Kommunen ist dies ein Präzedenzfall. Sie können sich bei der Vergabe von Festplätzen, Marktständen oder Volksfesten auf dieses Urteil berufen, sofern die Veranstaltung eine ähnliche Tradition aufweist.

  • Kulturelle Verwurzelung als Argument: Je länger eine Veranstaltung besteht, desto stärker ist ihre lokale Identität.
  • Kein Automatismus für EU-Recht: Die Kammer prüft im Einzelfall, ob ein grenzüberschreitendes Interesse vorliegt.
  • Rechtssicherheit für Veranstalter: Das Urteil stärkt die Position derer, die auf bewährte Partner setzen möchten.

Für Sie als Veranstalter oder Kommunalpolitiker bedeutet dies: Dokumentieren Sie die historische und kulturelle Bedeutung Ihres Festes sorgfältig. Ein Gutachten zur regionalen Identität kann bei künftigen Ausschreibungsverfahren den Ausschlag geben.

Von Farbe wird’s in unseren Wohnzimmern nicht wärmer: Symbolische Proteste und ihre Grenzen

Aktivisten der selbst ernannten Protestbewegung Extinction Rebellion haben Brunnen in Deutschland grün gefärbt. Hintergrund der Aktion war die Gaspolitik der Regierung. Es gehe bei der „Kunstaktion“ darum, auf den „zerstörerischen Fokus“ von Gas als Energieträger aufmerksam zu machen. BILD wertete dies als Verlierer der Woche – und viele Bürger fragen sich: Ist so etwas erlaubt?

Welche Protestformen sind rechtlich erlaubt und wo liegt die Grenze zur Sachbeschädigung?

Friedliche Versammlungen sind durch das Grundgesetz geschützt. Sobald jedoch fremdes Eigentum beschädigt wird – etwa durch das Einfärben von Brunnen oder das Beschmieren von Gebäuden –, kann dies als Sachbeschädigung oder gemeinschädliche Schädigung verfolgt werden. Die Grauzone liegt bei temporären, rückstandslos entfernbaren Aktionen, etwa Kreide auf Asphalt. Bei Farbe, die aufwendig gereinigt werden muss, ist die Rechtslage eindeutig: Die Kommune kann Strafanzeige stellen und Schadensersatz fordern.

  1. Prüfen Sie vor einer Aktion, ob Sie eine Genehmigung benötigen. Viele Städte verlangen eine Anmeldung.
  2. Wählen Sie reversible Methoden, wenn Sie öffentliche Flächen nutzen. Wasserlösliche Kreide ist meist unbedenklich.
  3. Kalkulieren Sie die Kosten: Die Reinigung eines Brunnens kann mehrere tausend Euro kosten – und die haften Sie als Verursacher.

Die Botschaft der Aktivisten mag gesellschaftlich relevant sein, doch die gewählte Methode schadet letztlich dem eigenen Anliegen, weil der Rechtsbruch die Debatte überschattet. Wirkungsvoller sind angemeldete Demonstrationen, Diskussionsveranstaltungen oder digitale Kampagnen, die nicht Gefahr laufen, als reine Gaga-Aktion abgetan zu werden.

Der passende Thilo: Kulturwandel bei „ttt – titel thesen temperamente“

Thilo Jahn (44) wird neuer Moderator beim ARD-Kulturmagazin „ttt – titel thesen temperamente“. Der zunächst vorgesehene Thilo Mischke war nach Bekanntwerden sexistischer und rassistischer Äußerungen aus der Sendung „In 80 Frauen um die Welt“ durchgefallen. Jahn stehe laut MDR für „zeitgemäßen Kulturjournalismus“. Hauptmoderatorin bleibt Siham El-Maimouni. BILD sieht hier einen klaren Gewinner.

Wie viel Einfluss haben öffentlich-rechtliche Sender auf die politische Kultur durch ihre Moderatorenwahl?

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben einen Bildungs- und Informationsauftrag. Die Personen, die vor der Kamera stehen, prägen das Vertrauen der Zuschauer in die Berichterstattung. Ein Moderator wie Thilo Jahn, der für reflektierten Journalismus steht, kann Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Der Fall Mischke zeigt, dass die Sender zunehmend sensibel auf Vorwürfe der Diskriminierung reagieren – nicht nur aus rechtlichen Gründen, sondern auch aus Rücksicht auf die öffentliche Meinung und das eigene Markenimage.

Für Sie als Bewerber für eine Moderationsstelle: Bereiten Sie sich nicht nur fachlich vor, sondern reflektieren Sie auch Ihre öffentliche Vita. Alte Beiträge, Social-Media-Kommentare oder frühere Auftritte können bei Nachforschungen ans Licht kommen. Authentizität und ein ethischer Kompass sind heute entscheidender als reine Unterhaltungsqualität.

Please mind the gap: Bahn des Grauens – Die britische Schnellzugstrecke als Mahnmal für Kostenexplosionen

Preisexplosion am Bau? Können die Briten auch. Die geplante neue Schnellzugstrecke von London in den Norden Englands soll bis zu 118 Milliarden Euro kosten, wie Verkehrsministerin Heidi Alexander (51) einräumte. Ursprünglich waren rund 43 Milliarden Euro geplant. Dazu wird die Strecke kürzer ausfallen und die Züge sollen langsamer fahren. BILD meint: Please mind the gap. Ein klarer Verlierer.

Welche Lehren ziehen andere Länder aus den Kostenüberschreitungen britischer Großprojekte?

Das britische HS2-Projekt (High Speed 2) wurde mehrfach als Negativbeispiel angeführt. Die ursprüngliche Kostenkalkulation erwies sich als viel zu optimistisch, weil Risiken wie Grundstückserwerb, archäologische Funde und politische Auflagen unterschätzt wurden. Auch die mangelnde Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit verschärfte das Problem. In Deutschland wird bei Infrastrukturprojekten wie Stuttgart 21 oder der Dresdner Waldschlößchenbrücke ebenfalls über Kostenexplosionen diskutiert. Lehren sind: realistischere Risikopuffer (oft 30-50 Prozent Aufschlag), klare Verantwortlichkeiten und ein unabhängiges Controlling von Beginn an.

  • Risikopuffer von mindestens 30 Prozent sind bei Megaprojekten üblich, doch oft wird dieser von politischer Seite gekürzt.
  • Transparenz über Teilkosten und Verzögerungen schafft Vertrauen – auch wenn die Zahlen schlecht sind.
  • Phasenweise Finanzierung kann helfen: Statt das gesamte Projekt zu bewilligen, werden einzelne Abschnitte freigegeben.

Sie sind Bauunternehmer oder Projektleiter? Rechnen Sie Ihre Angebote konservativ und dokumentieren Sie jede Annahme. Wenn der Auftraggeber unrealistische Kostenvorgaben macht, weisen Sie frühzeitig auf die Risiken hin. Das schützt Sie später vor Haftungsfragen und schafft Glaubwürdigkeit.

Vorbildlich! Elke Büdenbender und die Macht des stillen Engagements

Elke Büdenbender (64), Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (72), ist für ihr Engagement für jüdische Menschen geehrt worden. Die Juristin habe sich laut jüdischer Gemeinde Chabad (Berlin) immer wieder persönlich für Juden eingesetzt. Nach dem Anschlag in Sydney zeigte sie sich bei einer Solidaritätsbekundung am Brandenburger Tor. BILD urteilt: Vorbildlich!

Welche Bedeutung hat das Engagement von Elke Büdenbender für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland?

Als Ehefrau des Bundespräsidenten steht Frau Büdenbender nicht im Rampenlicht der politischen Arbeit, doch ihre persönliche Unterstützung hat eine starke symbolische Wirkung. Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland leidet unter zunehmendem Antisemitismus – die Solidarität einer prominenten, nichtjüdischen Persönlichkeit sendet ein wichtiges Signal nach innen und außen. Die Ehrung durch Chabad zeigt, dass es nicht auf große Reden ankommt, sondern auf beständige, verbindliche Präsenz.

Sie möchten sich ebenfalls für Minderheiten oder verfolgte Gruppen engagieren? Suchen Sie nicht die große Bühne, sondern beginnen Sie lokal: Besuchen Sie Gedenkstätten, knüpfen Sie Kontakte zu Gemeinden, nehmen Sie an Veranstaltungen teil. Ihr persönlicher Einsatz kann mehr bewirken als jede öffentliche Ankündigung.

Lebende Legende! Venus Williams und der Pragmatismus eines Comebacks

Nach fünf Jahren Pause kehrt Venus Williams (45) zu den French Open zurück. Die siebenfache Grand-Slam-Siegerin, die dort schon 1999 den Doppelsieg errang, wird gemeinsam mit ihrer Landsfrau Hailey Baptiste (24) antreten. Das Dameneinzel spielt Williams nicht. Warum das Comeback? Venus: „Wegen der Krankenversicherung.“ BILD meint: Lebende Legende! Ein Gewinner der Woche – trotz des ironischen Untertons.

Was motiviert Spitzensportler zu Comebacks im fortgeschrittenen Alter?

Der offene Hinweis von Venus Williams auf die Krankenversicherung ist gleichzeitig ehrlich und provokant. In den USA erhalten Profisportler über ihre Spielergewerkschaft oft eine exzellente Krankenversicherung. Ein Comeback – selbst im Doppel und ohne große Siegchance – sichert diesen Status. Daneben spielen auch der Spaß am Sport, die Bindung an das Turnier und die Chance, junge Spieler zu fördern, eine Rolle. Ihr Comeback zeigt: Spitzensport ist nicht nur Jugend vorbehalten, aber auch nicht immer romantisch – manchmal geht es um handfeste praktische Vorteile.

Eine Lektion für Sie: Überprüfen Sie Ihre eigenen Sozialleistungen. Wenn Sie in einem Beruf sind, der besondere Versicherungen bietet (z. B. für Künstler, Sportler oder Freiberufler), nutzen Sie diese aktiv. Ein berufliches Comeback oder eine Umorientierung kann nicht nur neue Erfüllung bringen, sondern auch ganz praktische Sicherheiten bieten.

Auf dem völlig falschen Dampfer! Hass-Flotte und FBI-Skandal

Das von linken Aktivisten organisierte, antisemitische Show-Segeln Richtung Gaza kennt man ja. Israel hat die Hass-Flotte erneut gestoppt. Diesmal mit an Bord: Margaret Connolly, die Schwester von Irlands Präsidentin Catherine Connolly. Angebliche Hilfsgüter wurden nicht an Bord gefunden. BILD meint: Auf dem völlig falschen Dampfer! Ein klarer Verlierer.

Und noch ein Negativereignis: FBI-Direktor Kash Patel (46) schnorchelte um die „USS Arizona“ in Pearl Harbor, was als respektlos gilt. Die Gedenkstätte erinnert an die über 1.100 gefallenen US-Soldaten des japanischen Angriffs 1941. Patels Tauchgang wurde als pietätlos kritisiert. Beide Vorfälle zeigen: Symbolische Handlungen können enorme politische Sprengkraft entfalten, wenn sie als Missachtung historischer oder humanitärer Werte wahrgenommen werden.

Welche Lehren lassen sich aus diesen beiden Skandalen ziehen?

Sowohl der Flotten-Vorfall als auch Patels Schnorchel-Aktion verdeutlichen, dass die persönliche Handlung einer öffentlichen Person stets im Kontext der Geschichte und der Gefühle Betroffener gesehen wird. Wer sich in politisch oder historisch sensibles Terrain begibt, sollte vorher prüfen, ob die Handlung als Respektsbezeugung oder als Provokation gewertet werden könnte. Für Sie als Privatperson mag die Schwelle niedriger sein – wenn Sie jedoch in einer exponierten Position stehen oder eine öffentliche Bühne nutzen, wiegt jeder Schritt schwer.

  • Kontext prüfen: Recherchieren Sie, welche symbolische Bedeutung ein Ort oder eine Handlung hat.
  • Beratung einholen: Fragen Sie Vertreter der betroffenen Gruppe, ob Ihre Aktion angemessen ist.
  • Konsequenzen bedenken: Ein unbedachter Schnorchelgang kann das Ende einer Karriere bedeuten – wie im Fall Patel.

Die Liste der bild gewinner verlierer dieser Woche zeigt am Ende vor allem eines: Die öffentliche Wahrnehmung ist unerbittlich. Wer die historische oder emotionale Ladung eines Ortes oder einer Handlung ignoriert, wird schnell zum Verlierer der öffentlichen Debatte. Umgekehrt können Bodenständigkeit, Transparenz und Respekt vor Traditionen und Menschen zu den wahren Gewinnern machen – auf und abseits des Titelfotos.

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