Eine außergewöhnliche Ehrung für Deutschlands First Lady
Deutschlands First Lady Elke Büdenbender erhält eine besondere Auszeichnung von der jüdischen Gemeinde Chabad Berlin. Der von Rabbiner Yehuda Teichtal überreichte Preis würdigt ihr langjähriges und persönliches Engagement für jüdisches Leben in Deutschland sowie für ein tolerantes und respektvolles Miteinander in der Gesellschaft. Besonders nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 habe ihr Einsatz in bemerkenswerter Weise dazu beigetragen, die Zuversicht der Familien der Geiseln sowie der jüdischen Gemeinschaft zu stärken, betonte der Rabbiner in seiner Begründung.

Die Preisverleihung fand in einem bewegenden Rahmen statt: Ukrainische Kinder, die vor dem Krieg aus ihrer Heimat geflohen waren, überreichten Büdenbender gemeinsam mit Rabbiner Teichtal die Ehrung. Diese Geste verlieh der Zeremonie eine besondere emotionale Tiefe und unterstrich die grenzüberschreitende humanitäre Dimension des Anlasses.
Die Begründung des Rabbiners: Warum gerade Elke Büdenbender?
Rabbiner Yehuda Teichtal, eine der prägendsten Stimmen des jüdischen Lebens in Berlin, erläuterte die Beweggründe für die Preisvergabe mit klaren Worten. Er hob hervor, dass sich die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seit vielen Jahren mit großer Überzeugung und persönlichem Einsatz für jüdisches Leben stark mache. Dies geschehe nicht allein durch repräsentative Auftritte, sondern durch konkrete Besuche und Gespräche, die den Menschen in der jüdischen Gemeinschaft das Gefühl gäben, wahrgenommen und unterstützt zu werden.
Insbesondere die Zeit nach dem 7. Oktober 2023 sei eine Bewährungsprobe gewesen. Während viele Jüdinnen und Juden in Deutschland Angst um ihre Sicherheit hatten und antisemitische Vorfälle zunahmen, habe Büdenbender ihre Stimme erhoben und sei zu den Betroffenen gereist. Ihr Einsatz habe den Geiselfamilien und der gesamten jüdischen Gemeinschaft gezeigt, dass sie nicht vergessen sind und dass es Menschen in höchsten politischen Kreisen gibt, die hinter ihnen stehen. Diese Haltung mache den Unterschied, so Teichtal.
Die Rolle der jüdischen Gemeinde Chabad Berlin in der Gesellschaft
Chabad Berlin ist weit mehr als eine religiöse Einrichtung. Die Gemeinde versteht sich als ein offenes Zentrum jüdischen Lebens, das Brücken zwischen Kulturen und Religionen baut. Mit dieser Auszeichnung setzt sie ein öffentliches Zeichen für den Dialog und die Wertschätzung des Engagements von Persönlichkeiten, die sich für ein respektvolles Miteinander einsetzen. Die Wahl fällt auf Elke Büdenbender, weil sie mit ihrer Arbeit Maßstäbe setze und Vorbildcharakter habe, erklärte Rabbiner Teichtal.
Die Preisübergabe: Ukrainische Kinder im Mittelpunkt
Besonders bewegend war die Preisübergabe durch ukrainische Kinder. Diese Kinder waren 2022 nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Deutschland geflohen. Kurz nach ihrer Ankunft in Berlin hatte Elke Büdenbender sie besucht – eine Geste, die bei den jungen Menschen tiefe Spuren hinterließ. Bei der Verleihung erinnerten sich die Kinder an diesen Moment: „In dieser schweren Zeit hat uns Ihr Besuch viel bedeutet. Sie haben uns gezeigt, dass wir nicht allein sind. Das hat uns Kraft gegeben.“
Ihre Worte verdeutlichen, wie sehr ein persönliches Signal einer öffentlichen Person in Krisenzeiten wirken kann. Für die Kinder war dieser Besuch ein Lichtblick in einer dunklen Phase, fern von der Heimat und voller Unsicherheit. Die Tatsache, dass sie nun gemeinsam mit Rabbiner Teichtal die Auszeichnung an die First Lady überreichen durften, rundete diese besondere Verbindung ab. Es war ein symbolischer Kreis, der sich schloss: von humanitärer Hilfe hin zu öffentlicher Anerkennung.
Wie reagierten die ukrainischen Kinder auf die Auszeichnung?
Die Kinder zeigten sich bei der Zeremonie sichtlich bewegt. Sie betonten, dass sie durch Büdenbenders Besuch damals das Gefühl der Solidarität erfahren hätten. In einer Zeit, in der sie alles verloren hatten, sei ihnen ein Stück Würde zurückgegeben worden. Ihre Teilnahme an der Preisverleihung war für sie nicht nur eine Ehre, sondern auch eine Möglichkeit, ihre Dankbarkeit auszudrücken. Diese Begegnung machte deutlich, wie eng persönliches Engagement und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verwoben sein können.
Die Laudatio von Brigitte Zypries: Ein klares Bekenntnis zu jüdischem Leben
Die Laudatio hielt die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). Sie fand deutliche Worte über die Juristin und First Lady: „Wenn sie jüdische Gemeinden besucht, macht sie deutlich: Jüdisches Leben gehört in die Mitte der Gesellschaft.“ Zypries lobte die Kontinuität und Aufrichtigkeit von Büdenbenders Engagement, das weit über reine Pflichtauftritte hinausgehe. Es sei eine Haltung, die sie seit Jahren lebe – unabhängig von medialer Aufmerksamkeit oder parteipolitischen Interessen.
Zypries betonte, dass Zivilcourage in Zeiten wachsenden Antisemitismus unerlässlich sei. Büdenbender habe diese Courage bewiesen, indem sie nicht nur öffentlichkeitswirksam Stellung bezog, sondern auch vor Ort den Dialog suchte. Ihr Vorbild motiviere andere, ebenfalls aktiv zu werden. Die Ex-Ministerin würdigte zudem die Fähigkeit Büdenbenders, komplexe gesellschaftliche Herausforderungen präzise zu benennen, ohne jemals den Respekt vor den Betroffenen zu verlieren.
Welche Bedeutung misst Zypries der Auszeichnung bei?
Für Brigitte Zypries unterstreicht der Preis die Verantwortung der gesamten Gesellschaft, sich gegen Diskriminierung und Hass zu stellen. Sie sieht in der Ehrung nicht nur eine Anerkennung für die Preisträgerin, sondern auch ein Signal an alle Bürger: sich einzumischen, zuzuhören und zu handeln. Die Auszeichnung sei ein „Leuchtfeuer für Toleranz und Respekt“ in einer politischen Landschaft, die immer stärker von Polarisierung geprägt sei.
Büdenbenders eindringlicher Appell: „Nie wieder endet nicht“
In ihrer Dankesrede wurde Elke Büdenbender emotional. Sie sprach die wachsende Bedrohung durch Antisemitismus in Deutschland offen an: „Der Antisemitismus war leider immer da, heute aber zeigt er sich mit neuer Härte und Aggressivität. Viele Jüdinnen und Juden erleben Drohungen in Deutschland, Angst vor Ausgrenzung.“ Sie beschrieb die Situation vieler jüdischer Mitbürger, die sich durch diese Entwicklung verunsichert fühlten und sich mitunter sogar aus der Öffentlichkeit zurückzögen.
Ihr eindringlicher Appell richtete sich an alle Generationen: „Nie wieder ist nicht abgeschlossen. Nie wieder endet nicht. Es ist ein Auftrag, der jeden Tag neu erfüllt werden muss, den jede Generation neu verstehen muss.“ Diese Worte gingen weit über eine bloße Mahnung hinaus. Sie waren eine Aufforderung, wachsam zu bleiben und den Kampf gegen Hass und Ausgrenzung als dauerhafte gesellschaftliche Aufgabe zu begreifen. Büdenbender machte deutlich, dass historisches Wissen allein nicht ausreiche – es bedürfe aktiver Zivilcourage im Hier und Jetzt.
Was ist die zentrale Botschaft ihres Appells?
Die Botschaft ist klar: Die Erinnerung an die Schoa und das Bekenntnis „Nie wieder“ dürfen nicht zu leeren Formeln verkommen. Jede Generation stehe in der Pflicht, diese Werte mit Leben zu füllen. Büdenbender rief dazu auf, antisemitischen Vorfällen nicht nur entgegenzutreten, sondern auch präventiv zu handeln, etwa durch Bildung und den Dialog zwischen Kulturen. Ihr Appell verband die Vergangenheit mit der Gegenwart und forderte alle Bürger auf, sich die Lehren aus der deutschen Geschichte täglich zu vergegenwärtigen.
Die Tradition des Preises: Wer waren die bisherigen Preisträger?
Der Preis der jüdischen Gemeinde Chabad Berlin wird im zweijährigen Turnus verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen prominente Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um jüdisches Leben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt verdient gemacht haben. Dazu gehört der Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer-Verlags, Mathias Döpfner, der sich immer wieder klar gegen Antisemitismus positioniert hat. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), die für ihr Engagement für jüdische Gemeinden und die Erinnerungskultur bekannt ist.
Die Liste der Preisträger zeigt, dass die Auszeichnung an Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen verliehen wird – von der Medienbranche über die Politik bis hin zu zivilgesellschaftlichen Akteuren. Chabad Berlin setzt damit ein Zeichen, dass es nicht auf parteipolitische Zugehörigkeit oder berufliche Position ankommt, sondern auf die Haltung und das konkrete Handeln. Die Ehrung von Elke Büdenbender fügt sich nahtlos in diese Tradition ein und hebt ihre besondere Rolle als First Lady hervor.
Wie unterscheidet sich dieser Preis von anderen Ehrungen für Büdenbender?
Elke Büdenbender hat in den letzten Jahren mehrere Ehrungen erhalten, doch dieser Preis sticht hervor. Anders als rein repräsentative Auszeichnungen betont er das persönliche und oft stille Engagement abseits des Rampenlichts. Der Preis wird nicht von einer staatlichen Institution, sondern von einer religiösen Gemeinschaft verliehen, was ihm eine besondere Authentizität verleiht. Zudem ist die Einbindung der ukrainischen Kinder einzigartig und unterstreicht die humanitäre Komponente.
Die Bedeutung der Auszeichnung für das Ansehen der First Lady
Diese Auszeichnung stärkt das öffentliche Bild von Elke Büdenbender als einer First Lady, die nicht nur repräsentiert, sondern auch handelt. Sie zeigt, dass ihr Engagement nicht als bloße Pflicht verstanden wird, sondern als Herzensangelegenheit wahrgenommen wird. In einer Zeit, in der politische Ämter oft mit Distanz und Formalität verbunden sind, beweist Büdenbender, dass persönliche Nähe und Empathie wirksame Mittel im Kampf gegen Hass und Ausgrenzung sein können.
Die Anerkennung durch Chabad Berlin dürfte auch international Beachtung finden. Sie sendet das Signal aus, dass Deutschland eine First Lady hat, die sich mit ganzer Kraft für die Werte einer offenen Gesellschaft einsetzt – unabhängig von parteipolitischen Spielregeln. Dies kann das Ansehen Deutschlands als weltoffenes Land stärken, das aus seiner Geschichte gelernt hat und Verantwortung übernimmt.
Welche Reaktionen gab es aus der Politik auf die Preisverleihung?
Aus politischen Kreisen kamen positive Reaktionen auf die Ehrung. Vertreter verschiedener Parteien würdigten Büdenbenders Einsatz gegen Antisemitismus. Insbesondere SPD und Grüne unterstrichen die Bedeutung des Preises als Zeichen gegen den zunehmenden Hass. Auch aus Union und FDP gab es anerkennende Stimmen, die die Kontinuität von Büdenbenders Engagement lobten. Allerdings hielt sich die öffentliche Reaktion insgesamt in Grenzen – wohl auch, weil die First Lady selbst stets Wert darauf legt, im Hintergrund zu wirken und nicht im Mittelpunkt politischer Debatten zu stehen.
Die Verbindung zwischen ukrainischen Kindern und einer jüdischen Gemeinde
Auf den ersten Blick mag die Konstellation ungewöhnlich erscheinen: Eine jüdische Gemeinde ehrt eine Politikerin, und ukrainische Kinder überreichen den Preis. Doch die Verbindung ist logisch und tiefgründig. Sowohl die jüdische Gemeinde als auch die ukrainischen Flüchtlingskinder teilen die Erfahrung von Verfolgung, Vertreibung und dem Kampf um ein Leben in Sicherheit. Die Geschichte des jüdischen Volkes ist geprägt von Diaspora und Flucht – eine Erfahrung, die fast 80 Jahre nach dem Ende der Schoa erneut zehntausende Ukrainer machen mussten.
Indem Chabad Berlin die ukrainischen Kinder in die Zeremonie einbezog, zeigte die Gemeinde, dass Solidarität keine Grenzen kennt. Es war ein starkes Bild der Verbundenheit, das über religiöse und nationale Unterschiede hinwegweist. Für die Kinder war es nicht nur eine Ehre, sondern auch ein Moment der Heilung: Sie wurden nicht als Opfer wahrgenommen, sondern als aktive Teilnehmer einer positiven Zeremonie. Ihnen wurde eine Stimme gegeben.
Welches Zeichen setzt diese Zusammenarbeit?
Die Einbindung der Kinder sendet eine Botschaft an die gesamte Gesellschaft: In einer von Krisen gezeichneten Welt sind humanitäre Gesten und das Miteinander verschiedener Gemeinschaften unerlässlich. Die jüdische Gemeinde zeigt damit, dass sie sich als Teil einer offenen pluralistischen Gesellschaft versteht, die Verantwortung für alle Schutzsuchenden übernimmt – unabhängig von ihrer Herkunft. Dieses Zeichen ist besonders in Zeiten politischer Polarisierung von großer Bedeutung.
Was sagt die Auszeichnung über die Rolle von Chabad Berlin in der Gesellschaft?
Die Auszeichnung von Elke Büdenbender durch Chabad Berlin ist nicht allein eine persönliche Würdigung. Sie ist auch ein Ausdruck der gesellschaftlichen Positionierung der Gemeinde. Chabad Berlin hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Akteur im interreligiösen Dialog und in der Integrationsarbeit entwickelt. Durch die Verleihung dieses Preises stellt die Gemeinde klar, dass sie nicht nur eine religiöse Institution ist, sondern auch eine politische und soziale Stimme hat, die für Toleranz und Respekt eintritt.
Der Preis ist eine öffentliche Handlung, die das Engagement der Gemeinde für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unterstreicht. Er signalisiert, dass Chabad Berlin bereit ist, Koalitionen mit Persönlichkeiten einzugehen, die diese Werte teilen – unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit oder ihrem Glauben. Damit trägt die Gemeinde aktiv dazu bei, jüdisches Leben aus der Nische zu holen und in die Mitte der Gesellschaft zu rücken.
Elke Büdenbender hinterlässt mit ihrer Auszeichnung einen bleibenden Eindruck. Ihre Botschaft, dass „Nie wieder endet nicht“ ein täglicher Auftrag sei, wird in den kommenden Jahren umso dringlicher klingen. Die Kombination aus persönlicher Geste und politischer Mahnung macht diese Ehrung zu einem bedeutenden Moment in der deutschen Erinnerungskultur und im Kampf gegen Antisemitismus. Es bleibt zu hoffen, dass ihr Beispiel Schule macht und viele Menschen inspiriert, sich ebenfalls für ein respektvolles Miteinander einzusetzen.




