Von BILD gekürt: 7 überraschende Gewinner & Verlierer

Thilo Jahn wird neuer Moderator bei „ttt – titel thesen temperamente“, nachdem Thilo Mischke wegen sexistischer und rassistischer Äußerungen durchfällt. Diese Personalie ist nur eine von vielen überraschenden Entwicklungen, die in den letzten Tagen für Aufsehen sorgten. Die Redaktion von BILD hat wieder ihre wöchentliche Bilanz gezogen und präsentiert eine Mischung aus Aufsteigern und Absteigern, die zeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Tauchen Sie ein in eine Woche voller Wendungen, die zeigt, dass Erfolg und Misserfolg oft nur eine Frage der Perspektive sind.

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1. Thilo Jahn: Der passende Thilo für „ttt – titel thesen temperamente“

Die ARD hat einen neuen Moderator für ihr renommiertes Kulturmagazin gefunden. Thilo Jahn (44) wird künftig das Format „ttt – titel thesen temperamente“ präsentieren. Er tritt die Nachfolge von Thilo Mischke an, der nach massiver Kritik an seinen sexistischen und rassistischen Äußerungen nicht mehr für die Sendung infrage kam. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) begründete die Wahl Jahns mit dessen Ausrichtung auf „zeitgemäßen Kulturjournalismus“. Hauptmoderatorin bleibt Siham El-Maimouni, die das Team weiterhin ergänzt.

Für viele Beobachter ist diese Entscheidung ein klares Signal. Jahns Ernennung zeigt, dass die öffentlich-rechtlichen Sender bei der Besetzung sensibler Positionen zunehmend auf Integrität und inhaltliche Tiefe achten. Der Journalist bringt Erfahrung aus verschiedenen Kulturformaten mit und gilt als jemand, der komplexe Themen verständlich aufbereiten kann, ohne in platte Polemik zu verfallen. Die bild gewinner verlierer-Liste führt ihn daher völlig zu Recht als Aufsteiger der Woche. Seine Berufung könnte langfristig das Profil des Magazins schärfen und neue Zuschauergruppen erschließen, die nach seriösem, aber dennoch zugänglichem Kulturjournalismus suchen.

2. Das britische Schnellzugprojekt: Ein Milliardengrab mit Ansage

Während Thilo Jahn Grund zum Feiern hat, müssen andere eine herbe Enttäuschung verkraften. Die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke von London in den Norden Englands entwickelt sich zu einem Paradebeispiel für gescheitertes Projektmanagement. Verkehrsministerin Heidi Alexander (51) musste einräumen, dass die Kosten auf bis zu 118 Milliarden Euro explodiert sind. Ursprünglich waren rund 43 Milliarden Euro veranschlagt – eine Steigerung von fast 175 Prozent. Doch damit nicht genug: Die Strecke wird kürzer ausfallen, und die Züge sollen langsamer fahren als ursprünglich geplant.

Dieses Debakel wirft grundlegende Fragen auf. Wie kann ein derart zentrales Infrastrukturprojekt derart aus dem Ruder laufen? Die Antwort liegt in einer Mischung aus planerischen Fehlern, politischen Kompromissen und unvorhergesehenen technischen Herausforderungen. Für Pendler und Wirtschaftsakteure in Nordengland bedeutet dies eine massive Enttäuschung. Die versprochene Anbindung an den Süden rückt in weite Ferne. BILD kommentierte trocken: „Please mind the gap“ – eine Anspielung auf die berühmte Durchsage in der Londoner U-Bahn, die hier eine ganz neue Bedeutung bekommt. Die bild gewinner verlierer zeigen hier exemplarisch, wie selbst reiche Industrienationen an ihren eigenen Großprojekten scheitern können.

3. Elke Büdenbender: Eine First Lady mit Haltung

Ein leuchtendes Beispiel für Engagement und Zivilcourage ist Elke Büdenbender (64). Die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (72) wurde für ihr unermüdliches Eintreten für jüdische Menschen geehrt. Die Juristin engagiert sich seit Jahren gegen Antisemitismus und für ein besseres Verständnis zwischen den Kulturen. Die jüdische Gemeinde Chabad in Berlin würdigte, dass sie sich immer wieder persönlich für jüdische Belange eingesetzt habe. Besonders bewegend war ihr Auftritt bei einer Solidaritätsbekundung am Brandenburger Tor nach dem Anschlag in Sydney.

Was macht ihr Engagement so besonders? Büdenbender nutzt ihre Position als First Lady nicht für repräsentative Pflichten, sondern für inhaltliche Schwerpunkte. Sie zeigt, dass öffentliche Solidarität wirken kann – gerade in Zeiten, in denen antisemitische Vorfälle in Deutschland zunehmen. Ihr Einsatz geht über symbolische Gesten hinaus: Sie sucht das Gespräch mit Betroffenen, besucht Gedenkstätten und setzt sich für Bildungsinitiativen ein. In der bild gewinner verlierer-Rubrik ist sie ein leuchtender Gewinner, der zeigt, dass politische Verantwortung auch jenseits von Parteipolitik gelebt werden kann.

4. Michelle Müntefering: Auszeichnung in Cannes für Gleichstellungsarbeit

Auch international gibt es klare Gewinner. Michelle Müntefering (46), CEO der Produktionsallianz, wurde in Cannes mit dem World Woman Award ausgezeichnet. Der Preis ehrt herausragende Leistungen in Führung, Innovation und sozialem Engagement, die zur Gleichstellung der Geschlechter und zur Stärkung von Frauen weltweit beitragen. Die Croisette verneigte sich vor einer Frau, die in der deutschen Medienlandschaft Maßstäbe setzt. BILD kommentierte mit einem Augenzwinkern: „Wer kann, der Cannes!“

Diese Auszeichnung ist mehr als nur eine persönliche Ehrung. Sie unterstreicht die Bedeutung von Frauen in Führungspositionen, gerade in Branchen, die traditionell männlich dominiert sind. Müntefering hat sich in ihrer Position immer wieder für mehr Diversität und faire Arbeitsbedingungen eingesetzt. Der World Woman Award sendet ein Signal: Engagement für Gleichstellung wird international gesehen und gewürdigt. Für die deutsche Film- und Fernsehbranche ist dies ein wichtiger Impuls, um bestehende Strukturen zu hinterfragen und Veränderungen voranzutreiben. Die bild gewinner verlierer zeigen hier, dass Erfolg nicht nur in harten Zahlen gemessen wird, sondern auch in gesellschaftlicher Wirkung.

5. Venus Williams: Comeback aus Versicherungsgründen

Währenddessen sorgt ein Comeback für Aufsehen, das ganz eigene Motivationen hat. Venus Williams (45) kehrt nach fünf Jahren Pause zu den French Open zurück. Die siebenfache Grand-Slam-Siegerin, die 1999 in Paris bereits den Doppelsieg errang, wird gemeinsam mit ihrer Landsfrau Hailey Baptiste (24) im Doppel antreten. Das Dameneinzel spielt Williams nicht. Der Grund für ihr Comeback ist überraschend pragmatisch: „Wegen der Krankenversicherung“, wie die Tennisspielerin selbst erklärte.

Diese Aussage wirft ein Schlaglicht auf die Realität im Profisport. Selbst erfolgreiche Athleten sind nicht automatisch finanziell abgesichert, wenn sie ihre Karriere beenden. Die Krankenversicherung in den USA ist an die Beschäftigung gekoppelt – und für viele Sportler endet der Versicherungsschutz mit dem Karriereende. Williams‘ Entscheidung zeigt, dass auch Legenden mit existenziellen Fragen kämpfen müssen. BILD kommentierte: „Lebende Legende!“ – und das zu Recht. Ihr Comeback ist ein Zeichen von Leidenschaft für den Sport, aber auch von praktischer Notwendigkeit. Die bild gewinner verlierer zeigen hier eine Gewinnerin, die trotz aller Erfolge mit den Realitäten des Lebens konfrontiert ist.

6. Joachim Wolbergs: Ex-Oberbürgermeister muss ins Gefängnis

Abschließend ein Blick auf ein justizielles Nachspiel, das in der deutschen Politiklandschaft für Aufsehen sorgt. Der frühere Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (55) wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Verurteilung erfolgte wegen Vorteilsnahme im Zusammenhang mit illegalen Parteispenden. Der Fall hatte bereits vor Jahren für Schlagzeilen gesorgt, als bekannt wurde, dass der SPD-Politiker von einem Investor begünstigt worden sein soll.

Das Urteil ist ein deutliches Signal: Korruption und illegale Parteienfinanzierung werden nicht toleriert, auch nicht auf kommunaler Ebene. Wolbergs‘ Fall zeigt, wie schnell aus politischem Erfolg persönliches Scheitern werden kann. Für viele Kommunalpolitiker ist dies eine Mahnung, die Grenzen zwischen privaten Interessen und öffentlichem Amt strikt zu wahren. Die bild gewinner verlierer führen ihn daher als klaren Verlierer der Woche – ein Beispiel dafür, dass Rechtsstaatlichkeit auch vor ehemaligen Amtsträgern nicht Halt macht.

7. Sam Battle und der ESC: Wenn das Publikum kein Erbarmen zeigt

Ein weiterer Verlierer der Woche kommt aus der Musikbranche. Der britische Sänger Sam Battle (37) wurde beim Eurovision Song Contest mit nur einem Jury-Pünktchen und null Punkten vom Publikum abgeschlagen Letzter. Die Reaktionen in seiner Heimat waren vernichtend: „Schlechtester Beitrag aller Zeiten“ war noch einer der freundlicheren Kommentare in Großbritannien. BILD kommentierte aufmunternd: „Kopf hoch, Sam, und immer schön weiterüben.“

Doch der Fall Battle ist mehr als nur eine kuriose Anekdote. Er wirft Fragen nach der Kultur des öffentlichen Umgangs mit Misserfolg auf. Der Sänger hatte sich mit einem experimentellen Song beworben, der offensichtlich nicht den Geschmack des Publikums traf. Statt konstruktiver Kritik erntete er jedoch eine Welle des Spotts. Dies zeigt, wie gnadenlos die öffentliche Meinung sein kann – besonders in Zeiten sozialer Medien, in denen jeder noch so kleine Fehler viral gehen kann. Die bild gewinner verlierer zeigen hier einen Verlierer, der vielleicht nicht die beste Leistung gebracht hat, aber sicherlich eine faire Chance verdient hätte.

Die Woche der bild gewinner verlierer präsentiert ein breites Spektrum menschlicher Schicksale: vom gefeierten Kulturmoderator über die engagierte First Lady bis hin zum gescheiterten Politiker und dem verspotteten Musiker. Sie zeigt, dass Erfolg und Misserfolg oft eng beieinanderliegen und dass die öffentliche Wahrnehmung manchmal gnadenlos, manchmal aber auch überraschend wohlwollend sein kann. Für den aufmerksamen Beobachter bietet diese wöchentliche Bilanz wertvolle Einsichten in die Mechanismen von Anerkennung und Ablehnung – und vielleicht auch eine kleine Lektion in Demut. Denn wer heute oben steht, kann morgen schon unten sein – und umgekehrt.

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