Massiver Angriff auf Kiew: 600 Drohnen und 90 Raketen
Russland attackiert Kiew massiv mit 600 Drohnen und 90 Raketen – mindestens vier Tote und 50 Verletzte, während die neue Monster-Rakete Oreschnik zum Einsatz kommt. Dieser jüngste Kiew-Raketenangriff zeigt deutlich, dass Russland seine Taktik der massiven Luftangriffe fortsetzt. Die ukrainische Hauptstadt war in der Nacht zum Sonntag Ziel eines der schwersten Bombardements seit Monaten. Neben konventionellen Marschflugkörpern setzte die russische Armee erstmals auch die neuartige Hyperschallrakete Oreschnik ein, die nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj gegen die Stadt Bila Zerkwa im Kiewer Gebiet abgefeuert wurde.

Die ukrainische Luftwaffe sprach von insgesamt 600 Drohnen und 90 Raketen, die in mehreren Wellen auf Kiew und Umgebung abgefeuert wurden. Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko meldete 40 beschädigte Gebäude, darunter Wohnhäuser, eine Schule und Infrastruktureinrichtungen. Besonders schwer getroffen wurde der Bezirk Schewtschenkiwsky, wo eine Schule in Brand geriet. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram: „Es war eine schreckliche Nacht für Kiew.“ Die Zivilbevölkerung suchte Schutz in U-Bahn-Stationen und Kellern, während draußen die Einschläge die Stadt erschütterten. Die Rettungskräfte waren im Dauereinsatz, um Verschüttete zu bergen und Brände zu löschen.
Die genaue Anzahl der abgefangenen Drohnen und Raketen gab die Luftwaffe nicht bekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die ukrainische Flugabwehr einen Großteil der Angriffe abwehren konnte, aber die schiere Masse der Waffen die Abwehrsysteme überforderte. Vor allem die neuen Hyperschallraketen stellen eine besondere Herausforderung dar, da sie mit extrem hoher Geschwindigkeit fliegen und nur schwer zu orten sind.
Die Oreschnik-Rakete: Putins neue Hyperschallwaffe
Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe ausdrücklich vor einem möglichen Angriff mit Hyperschallraketen vom Typ Oreschnik gewarnt. Diese Rakete sei nicht zu stoppen, hatte Präsident Wladimir Putin zuvor gedroht. Die Oreschnik (deutsch: „Haselstrauch“) ist eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete mit einer Geschwindigkeit von über 12.000 Kilometern pro Stunde. Ihre Reichweite beträgt zwischen 3.000 und 5.500 Kilometern – genug, um nicht nur die Ukraine, sondern auch weite Teile Europas zu erreichen.
| Technische Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Typ | Hyperschall-Mittelstreckenrakete |
| Geschwindigkeit | über 12.000 km/h (etwa Mach 10) |
| Reichweite | 3.000 bis 5.500 km |
| Bewaffnung | konventionell oder atomwaffenfähig |
| Abwehrbarkeit | nach russischen Angaben nicht abfangbar |
Der Kreml bestätigte den Einsatz der Oreschnik als Vergeltung für einen ukrainischen Drohnenangriff auf die russisch besetzte Stadt Luhansk in der Nacht zu Freitag. Bei diesem Angriff sollen 18 Menschen ums Leben gekommen sein, was die Ukraine bestreitet. Sie erklärte, Ziel sei eine Drohneneinheit der russischen Armee in der Region Starobilsk gewesen. Putin nutzte den Vorfall, um den massiven Kiew-Raketenangriff zu rechtfertigen und gleichzeitig ein Zeichen der Stärke an den Westen zu senden.
Die Oreschnik gilt als eine der fortschrittlichsten Waffen in Putins Arsenal. Ihre Flugbahn verläuft in großer Höhe und mit extrem hoher Geschwindigkeit, was sie für herkömmliche Luftabwehrsysteme wie Patriot oder IRIS-T nahezu unerreichbar macht. Selbst die neuesten Abfangraketen können eine Hyperschallrakete nur schwer treffen. Dies verleiht Russland eine strategische Fähigkeit, die den Kriegsverlauf beeinflussen könnte – vor allem, wenn die Waffe in Serie produziert wird und in größerer Stückzahl zum Einsatz kommt.
ARD-Studio und Deutsche Welle getroffen: Journalisten im Fadenkreuz
Bei den nächtlichen russischen Angriffen auf Kiew wurde auch das ARD-Studio in der ukrainischen Hauptstadt massiv beschädigt und teilweise zerstört. Wie der Westdeutsche Rundfunk am Sonntag mitteilte, stürzten Wände ein, Fenster gingen kaputt und Technik wurde zerstört. Da sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Studio befanden, wurde niemand verletzt. Das Glück im Unglück bewahrte die Journalisten davor, selbst zu Opfern zu werden.
Nur wenige hundert Meter entfernt liegt das Hauptbüro der Deutschen Welle, das ebenfalls getroffen wurde. Eine Sprecherin berichtete von Schäden an Fenstern und Decken. Die Nähe der beiden Medienstandorte zueinander zeigt, wie systematisch die Angriffe auf zivile Infrastruktur erfolgen – auch wenn die russische Armee offiziell bestreitet, gezielt Journalisten zu treffen. Für Kriegsberichterstatter in der Ukraine bedeutet jeder Einsatz ein hohes Risiko. Sie arbeiten in Sicherheitsprotokollen, die ständige Wachsamkeit und schnelle Evakuierungspläne vorsehen. Der Vorfall verdeutlicht, wie schnell ein Studio zum Trümmerhaufen werden kann, wenn Raketen einschlagen.
Stellen Sie sich vor, Sie sind Korrespondent im ARD-Studio in Kiew. Sie arbeiten an einem Bericht, als plötzlich die Sirenen heulen. Sie eilen in den Schutzraum – und Minuten später erschüttert die Explosion das Gebäude. Die Wände beben, Glas splittert. Nach dem Angriff finden Sie Ihr Arbeitszimmer in Schutt und Asche vor. Genau dieses Szenario erlebten die ARD-Mitarbeiter in dieser Nacht. Ihre Ausrüstung ist zerstört, aber sie selbst sind unversehrt. Die Berichterstattung muss dennoch weitergehen – notfalls mit provisorischen Mitteln aus anderen Städten.
Selenskyjs Reaktion und internationale Alarmbereitschaft
Präsident Wolodymyr Selenskyj meldete sich am Sonntagmorgen mit einer Videobotschaft. Darin erklärte er, dass die ukrainischen Geheimdienste von Partnern in Europa und den USA Informationen erhalten hätten, wonach Russland einen Angriff mit der Oreschnik-Rakete vorbereite. Diese Informationen hätten sich bestätigt. Putin habe die Rakete gegen Bila Zerkwa abgefeuert, sagte Selenskyj. „Das ist wirklich unverantwortlich. Es ist wichtig, dass dies für Russland nicht ohne Folgen bleibt“, so Selenskyj. Zu Schäden in Bila Zerkwa machte er keine näheren Angaben.
Die US-Botschaft in Kiew hatte bereits am Samstag gewarnt: Es könne „jederzeit innerhalb der kommenden 24 Stunden“ ein „möglicherweise bedeutsamer Luftangriff erfolgen“. Diese Warnung stufte die diplomatische Vertretung als ernst ein und rief US-Bürger zur Vorsicht auf. In Polen wurde die Luftwaffe aufgrund der russischen Angriffe in Alarmbereitschaft versetzt. Militärflugzeuge stiegen auf, um den polnischen Luftraum zu überwachen und gegebenenfalls zu schützen. Polen reagiert damit auf die Gefahr, dass russische Raketen oder Drohnen versehentlich oder absichtlich auf polnisches Gebiet abkommen könnten. In der Vergangenheit waren bereits mehrere Raketen in Polen eingeschlagen, was die NATO auf den Plan rief.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Die USA und die NATO haben ihre Unterstützung für die Ukraine bekräftigt, fordern aber gleichzeitig eine Deeskalation. Der Einsatz der Oreschnik-Rakete wird als gefährliche Eskalation gewertet, die den Konflikt auf eine neue Stufe heben könnte. Vor allem die atomwaffenfähige Variante der Rakete sorgt für Unbehagen – selbst wenn Russland sie derzeit nur konventionell bestückt.
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Leben im Schutzraum: Wie Kiewer die Überlebensnacht erleben
Die Bevölkerung Kiews ist an Raketenangriffe gewöhnt, aber die Nacht mit 600 Drohnen und 90 Raketen stellte selbst für erfahrene Bewohner eine extreme Belastungsprobe dar. Viele suchten Schutz in den U-Bahn-Stationen der Stadt, die bereits seit Kriegsbeginn als öffentliche Luftschutzbunker dienen. Die Stationen waren überfüllt, die Luft stickig. Familien mit Kindern, ältere Menschen und Haustiere drängten sich auf den Bahnsteigen, während draußen die Einschläge die Erde erzittern ließen.
Ein Beispiel aus dem Bezirk Schewtschenkiwsky: Eine Familie hörte die Sirenen gegen 2 Uhr morgens. Sie griffen ihre Notfalltaschen, zogen die Kinder an und liefen zur nächsten U-Bahn-Station. Dort verbrachten sie vier Stunden in der Enge und Dunkelheit, während die Angriffe weitergingen. Die Kinder weinten, die Erwachsenen versuchten Ruhe zu bewahren. Als Entwarnung kam, fanden sie ihr Wohnhaus beschädigt vor – die Fenster gesprengt, die Fassade von Splittern durchlöchert. Solche Szenen wiederholten sich in Dutzenden Kiever Straßen.
Die psychische Belastung ist enorm. Die ständige Angst vor dem nächsten Einschlag, die Ungewissheit, ob die eigene Wohnung noch steht, und der Verlust von Nachbarn oder Freunden hinterlassen tiefe Spuren. Hilfsorganisationen bieten psychologische Notfallbetreuung an, doch die Kapazitäten sind begrenzt. Für viele Kiewer wird die Überlebensnacht zum traumatischen Erlebnis, das sie noch lange begleiten wird.
Putins Signal an den Westen: Warum der Angriff auf Kiew eine Botschaft ist
Die Wahl der Waffen und Ziele bei diesem Kiew-Raketenangriff war kein Zufall. Putin hatte zuvor mit Vergeltung gedroht, nachdem die Ukraine einen Drohnenangriff auf Luhansk durchgeführt hatte. Mit dem Einsatz der Oreschnik-Rakete wollte der Kreml nicht nur militärische Stärke demonstrieren, sondern auch psychologische Kriegsführung betreiben. Die Botschaft an die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten lautet: Russland verfügt über Waffen, die nicht abwehrbar sind und die selbst tief im Hinterland Schaden anrichten können.
Dass die Angriffe gezielt auch Medienstandorte trafen, könnte als Einschüchterungsversuch gegenüber der internationalen Presse gewertet werden. Die Zerstörung des ARD-Studios und der Schaden beim Hauptbüro der Deutschen Welle sind ein deutliches Signal: Keiner ist sicher, auch nicht Journalisten aus neutralen oder westlichen Ländern. Gleichzeitig soll der Angriff auf Kiew die Moral der ukrainischen Bevölkerung brechen und den Druck auf die Regierung in Kyiv erhöhen.
Die Reaktion der NATO und der EU wird genau beobachtet. Bisher haben die Partner zusätzliche Waffenlieferungen zugesagt, darunter auch Systeme zur Abwehr von Hyperschallraketen. Doch die Entwicklung neuer Abwehrmechanismen dauert Monate, wenn nicht Jahre. Bis dahin bleibt die Oreschnik eine unkalkulierbare Gefahr, die jede Großstadt in der Ukraine und potenziell auch in Osteuropa bedroht. Der Angriff auf Kiew zeigt, dass Putin bereit ist, diese Waffe einzusetzen – und dass die Eskalationsspirale weitergeht.
Die ukrainische Führung steht vor der Herausforderung, die Bevölkerung zu schützen, gleichzeitig die Front zu halten und die internationale Gemeinschaft bei der Stange zu halten. Der massive Kiew-Raketenangriff mit der Oreschnik-Rakete markiert eine neue Phase des Krieges, in der die Grenzen zwischen konventionellem Kampf und Terrorschlag verschwimmen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Ukraine ihre Luftverteidigung anpassen kann oder ob Russland diese neue Waffe noch häufiger einsetzen wird.




