Einleitung: Das gefallene Diamanten-Auge
Sven Mislintat, einst als “Diamanten-Auge” gefeiert, steht nach nur fünf Monaten als Sportvorstand von Fortuna Düsseldorf vor dem Aus – der Abstieg in die 3. Liga besiegelt sein Schicksal. Die mislintat rauswürfe fortuna reihen sich nahtlos in eine Serie von Entlassungen ein, die seine Karriere nach dem Abschied vom BVB prägen. Ein Blick auf die sieben schlimmsten Stationen seines Scheiterns zeigt ein deutliches Muster: Der einstige Top-Scout scheitert immer wieder an der Teamfähigkeit und an falschen Personalentscheidungen.

Die Nachricht von der bevorstehenden Entlassung des 53-Jährigen schlug in der Fußballwelt hohe Wellen. Dabei sollte Mislintat Fortuna eigentlich zurück in die Erfolgsspur führen. Stattdessen hinterlässt er ein Trümmerfeld: sportlicher Abstieg, Unzufriedenheit im Team und zerrüttete Beziehungen zu den Vorgesetzten. Wie kam es dazu?
Die sieben Rauswürfe: Eine Chronologie des Scheiterns
Nachdem Mislintat 2017 den BVB verließ, begann eine Abwärtsspirale, die ihn durch sechs Stationen führte – fast immer endeten sie mit einer Entlassung. Wir haben die sieben einschneidendsten Ereignisse für Sie zusammengestellt.
1. Rauswurf beim BVB (2017): Das Ende einer Ära
Nach elf Jahren als Scout beim BVB verließ Sven Mislintat den Verein im Jahr 2017. In dieser Zeit hatte er sich den Ruf des “Diamanten-Auges” erarbeitet – er entdeckte Talente wie Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang oder Ousmane Dembélé für den Klub. Der Weggang erfolgte nicht ohne Spannungen: Mislintats Aufstieg vom Scout zum Kaderplaner führte zu Kompetenzkonflikten mit dem damaligen Sportdirektor Michael Zorc. Zwar war es damals noch kein klassischer Rauswurf, sondern eine Vertragsauflösung, doch der Keim für seine spätere Karriere als Problemmanager war gelegt. Die mangelnde Teamfähigkeit, die ihm später immer wieder vorgeworfen wurde, zeichnete sich bereits ab. Für den BVB war dies der Verlust eines brillanten Talentsuchers, aber auch die Befreiung von einem schwierigen Charakter im täglichen Betrieb.
2. Rauswurf bei Arsenal (2017–2019): Fehlstart in England
Seine erste Station nach dem BVB war der FC Arsenal in London. Mislintat sollte dort als Chefscout den Kader verstärken. Doch bereits nach 13 Monaten war Schluss: Die Vereinsführung trennte sich von ihm, offiziell wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Transferstrategie. Inoffiziell hieß es, Mislintat habe sich nicht ins Teamgefüge eingefügt und seine Ideen zu konfrontativ vorgetragen. Die englische Presse berichtete von Unstimmigkeiten mit Trainer Unai Emery und den Arsenal-Bossen. Sein Rauswurf in London war der erste offizielle Rauswurf seiner Karriere und ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Er zeigte, dass sein Erfolg beim BVB nicht allein auf seine Persönlichkeit zurückzuführen war, sondern auch auf das funktionierende System um ihn herum.
3. Rauswurf beim VfB Stuttgart (2019–2022): Sturheit als Hindernis
Im Jahr 2019 kehrte Mislintat nach Deutschland zurück und wurde Sportvorstand beim VfB Stuttgart. Dreieinhalb Jahre hielt er sich dort – vergleichsweise lange. Doch auch in Stuttgart eckte er an. Ex-VfB-Boss Thomas Hitzlsperger charakterisierte ihn als “hartnäckig und stur”. Mislintats Festhalten an Trainer Pellegrino Matarazzo, obwohl die sportliche Entwicklung stagnierte, brachte ihm Kritik ein. Erst als der Abstieg drohte, wurde Matarazzo entlassen – zu spät, wie viele Beobachter meinten. Die Spannungen mit den Vorgesetzten eskalierten, und im November 2022 war Schluss. Der Rauswurf beim VfB war der erste, der direkt mit seiner mangelnden Teamfähigkeit in Verbindung gebracht wurde. Spieler und Mitarbeiter beschwerten sich über seinen Führungsstil, der als dominant und wenig kompromissbereit beschrieben wurde.
4. Rauswurf bei Ajax Amsterdam (2023): Nur vier Monate
Nach einer kurzen Pause heuerte Mislintat bei Ajax Amsterdam an – als Technischer Direktor sollte er den niederländischen Rekordmeister wieder an die Spitze führen. Es wurde ein Desaster: Bereits nach vier Monaten warf ihn der Verein raus. Der Grund: Mislintat hatte bei einem Transfer hinter dem Rücken des Vorstands gehandelt und einen Spieler verpflichtet, an dem ein Bekannter von ihm beteiligt war. Die Affäre um mögliche Interessenkonflikte beschäftigte sogar die niederländische Justiz. Obwohl Mislintat stets beteuerte, korrekt gehandelt zu haben, war das Vertrauen der Ajax-Bosse zerstört. Dieser Rauswurf zeigte, dass Mislintat nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, sondern auch in Compliance-Fragen aneckte. Sein Ruf als seriöser Manager hatte einen weiteren Kratzer bekommen.
5. Rauswurf beim BVB (2024–2025): Die zweite Chance vertan
Die Rückkehr zum BVB im Sommer 2024 sollte die große Versöhnung werden. Als Technischer Direktor sollte Mislintat den Kader der Dortmunder wieder mit jungen Talenten versorgen. Doch das zweite Engagement währte nur neun Monate. Wieder gab es Konflikte: diesmal mit Sportdirektor Sebastian Kehl und dem Trainerteam. Mislintat versuchte, Transferentscheidungen an sich zu reißen, was in der etablierten Hierarchie auf Widerstand stieß. Der BVB trennte sich im März 2025 von ihm – ein Rauswurf, der intern als längst überfällig galt. Die Bilanz: In seiner zweiten Amtszeit konnte Mislintat keinen einzigen Spieler von Bedeutung verpflichten. Sein Netzwerk, einst sein größtes Kapital, schien ausgetrocknet. Die einstigen Kontakte nach Japan, Frankreich und Südamerika hatten sich in den Jahren seiner Reisetätigkeit verschlechtert.
6. Rauswurf bei Fortuna Düsseldorf (2025): Der Tiefpunkt
Nur wenige Wochen nach dem BVB-Aus heuerte Mislintat bei Fortuna Düsseldorf an – als Sportvorstand mit der Mission, den ambitionierten Zweitligisten in die Bundesliga zu führen. Es kam anders: Nach nur fünf Monaten war Schluss. Der Verein stieg in die 3. Liga ab, und die Vereinsführung zog die Reißleine. Der Vorwurf: mangelnde Teamfähigkeit. Spieler wie Kapitän Florian Kastenmeier und Mitarbeiter beschwerten sich bei den Bossen über Mislintats Führungsstil. Er habe sich nicht ins Team eingefügt, Entscheidungen über Köpfe hinweg getroffen und wichtige Gremien umgangen. Die mislintat rauswürfe fortuna markieren den absoluten Tiefpunkt seiner Karriere. Nie zuvor war sein Name so negativ in den Schlagzeilen. Aus dem gefeierten Talentjäger war ein gescheiterter Sportvorstand geworden.
7. Rauswurf aus dem Rampenlicht: Vom Diamanten-Auge zum Auslaufmodell
Der siebte und vielleicht schlimmste Rauswurf ist kein formaler, sondern ein symbolischer: Mislintat ist aus dem Rampenlicht des Profifußballs verschwunden. Nach sechs Entlassungen in acht Jahren traut ihm kein Verein mehr eine Führungsposition zu. Sein Ruf als schwieriger Charakter hat sich so verfestigt, dass selbst seine unbestrittenen Fähigkeiten als Scout nicht mehr wiegen. Die Frage ist, ob Mislintat jemals wieder einen Job in der ersten oder zweiten Liga bekommt. Klubs, die über eine Verpflichtung nachdenken, werden sich die Liste seiner Rauswürfe vor Augen führen: Arsenal, Stuttgart, Ajax, BVB, Düsseldorf. Überall das gleiche Muster. Der Diamant hat seinen Glanz verloren – und er wird ihn so schnell nicht wiedererlangen. Dieser Rauswurf aus dem kollektiven Gedächtnis des Fußballs ist der endgültige Karriereknick.
Mangelnde Teamfähigkeit als roter Faden
Ein zentraler Kritikpunkt, der sich durch alle Stationen zieht, ist Mislintats mangelnde Teamfähigkeit. Bereits beim VfB Stuttgart beschwerten sich Mitarbeiter über seinen dominanten Führungsstil. In Düsseldorf wiederholte sich das Muster: Kapitän Florian Kastenmeier und weitere Spieler trugen ihre Unzufriedenheit den Vorgesetzten vor. Dabei geht es nicht um fachliche Differenzen – Mislintat versteht sein Handwerk als Talentscout zweifellos –, sondern um die Art und Weise, wie er Entscheidungen kommuniziert und umsetzt.
Führungskräfte im Profifußball müssen nicht nur Fachwissen mitbringen, sondern auch die Fähigkeit, Kompromisse zu schließen und andere von ihren Ideen zu überzeugen. Mislintat, so scheint es, fehlt diese soziale Intelligenz. Er setzt seine Vorstellungen durch, ohne auf die Bedenken anderer zu hören. Das führt zu Konflikten mit Trainern, Sportdirektoren und sogar mit den Spielern selbst. In einer Branche, die von Teamarbeit lebt, ist dies ein fataler Makel.
Das könnte Sie auch interessieren: SC Magdeburg: 5 entscheidende Momente im Meister-Krimi.
Trainerentscheidungen mit fatalen Folgen
Ein weiteres wiederkehrendes Problem sind Mislintats Trainerentscheidungen. Beim VfB Stuttgart hielt er viel zu lange an Pellegrino Matarazzo fest, obwohl die sportliche Entwicklung stagnierte. In Düsseldorf vertraute er Markus Anfang, der das Team ebenfalls nicht in die Spur brachte. Als Anfang nicht mehr zu halten war, holte Mislintat den erst wenige Wochen zuvor in Münster gefeuerten Alexander Ende als neuen Coach – eine Personalie, die von vielen Beobachtern als verzweifelter Notnagel kritisiert wurde.
Die Konsequenz: Beide Trainerwechsel scheiterten. Der Abstieg in die 3. Liga war die logische Folge. Im Nachhinein zeigt sich, dass Mislintat nicht das richtige Gespür für Trainerpersönlichkeiten hat, die zu einem Verein passen. Er setzt auf Trainer, die ihm nahestehen oder die seinen Vorstellungen entsprechen, ohne zu prüfen, ob sie zum Kader und zur Vereinsphilosophie passen. Diese fehlende Weitsicht hat ihm bereits mehrere Jobs gekostet.
Scouting-Erfolg vs. Führungsversagen: Das Paradoxon des Mislintat
Das große Paradoxon in Mislintats Karriere ist der Gegensatz zwischen seinem Talent als Scout und seinem Versagen als Führungskraft. In elf Jahren beim BVB entdeckte er Talente für ein System, das von Michael Zorc und Jürgen Klopp geprägt war. Er war der Jäger, nicht der Entscheider. Seine Aufgabe beschränkte sich darauf, Kandidaten zu identifizieren und zu bewerten – die letzte Entscheidung trafen andere. In dieser Rolle blühte er auf.
Mit der Beförderung zum Sportvorstand änderte sich alles. Plötzlich musste er nicht nur entdecken, sondern auch führen: Gespräche mit Beratern führen, Budgets verwalten, Trainer einstellen, in Aufsichtsratssitzungen überzeugen. Genau hier liegen seine Schwächen. Die Fähigkeiten, die ihn zum hervorragenden Scout machten – akribische Beobachtung, Detailverliebtheit, Beharrlichkeit –, wurden im Führungsalltag zum Hindernis. Er verlor sich in Details, anstatt das große Ganze im Blick zu behalten, und provozierte Konflikte, wo er hätte vermitteln müssen.
Viele Vereine stehen heute vor der Frage, ob sie einem reinen Scouting-Experten den Posten des Sportvorstands anvertrauen sollten. Mislintats Fall ist ein warnendes Beispiel dafür, dass Fachkompetenz allein nicht ausreicht. Die Liste seiner Rauswürfe liest sich wie ein Lehrbuch darüber, wie man trotz brillanter Fähigkeiten an der Teamführung scheitert.
Häufig gestellte Fragen
Wie konnte Sven Mislintat nach seinem großen Erfolg beim BVB so häufig scheitern?
Mislintats Erfolg beim BVB beruhte auf seiner Rolle als Scout in einem funktionierenden System unter Michael Zorc und Jürgen Klopp. Nach seinem Weggang musste er selbst Führungsverantwortung übernehmen – eine Aufgabe, die ihm nicht liegt. Seine mangelnde Teamfähigkeit und sein sturer Führungsstil führten an jeder Station zu Konflikten mit Vorgesetzten, Spielern und Mitarbeitern. Die Fähigkeiten, die ihn zum Diamanten-Auge machten, wurden im Management zur Schwäche.
Was ist der Unterschied zwischen einem Scout und einem Sportvorstand – und warum ist Mislintat daran gescheitert?
Ein Scout identifiziert und bewertet Talente, während ein Sportvorstand strategische Entscheidungen trifft, Personal führt und Kompromisse aushandelt. Mislintat beherrschte den ersten Teil exzellent, scheiterte aber am zweiten. Er konnte nicht im Team arbeiten, setzte seine Vorstellungen konfrontativ durch und vernachlässigte die zwischenmenschliche Komponente. Der Sprung vom Spezialisten zum Generalisten gelang ihm nie.
Ist Mislintats Karriere im Profifußball endgültig vorbei, oder bekommt er eine weitere Chance?
Nach sechs Entlassungen in acht Jahren ist es unwahrscheinlich, dass Mislintat erneut eine Führungsposition in der 1. oder 2. Bundesliga erhält. Sein Ruf als schwieriger Charakter hat sich verfestigt. Möglich wäre eine Rückkehr in eine reine Scouting-Rolle bei einem Verein, der seine Fähigkeiten nutzen möchte, ohne ihm Führungsverantwortung zu übertragen. Dafür müsste er jedoch Abstriche bei Gehalt und Status machen – und die Bereitschaft zeigen, sich unterzuordnen.




