Die PR-Tour von RB Leipzig in Südafrika bietet den verbliebenen Spielern eine ungewöhnliche Mischung aus Training, Teambuilding und kulturellen Erlebnissen. Benjamin Henrichs und Assan Ouédraogo sind bei der Reise dabei, während ein gutes Dutzend Profis wegen WM-Nominierungen und Länderspielen fehlt. Die Reise steht unter dem Motto „Re Kaofela“ – was so viel bedeutet wie „alle zusammen“. Bis Samstag erwarten die Leipziger in Johannesburg vielseitige Aktivitäten, die weit über den Fußball hinausgehen.

Star-Ausfall: Wer fehlt bei der Südafrika-Reise?
Die Personalliste der Reise ist vor allem von Abwesenheiten geprägt. David Raum, der für Deutschland nominiert wurde, fehlt ebenso wie Yan Diomande, der für die Elfenbeinküste antritt. Aus Norwegen ist Antonio Nusa zum WM-Kader gestoßen. Auch das österreichische Trio Xaver Schlager, Nicolas Seiwald und Christoph Baumgartner bereitet sich auf das große Turnier vor und kann daher nicht an der PR-Tour teilnehmen.
Zusätzlich unterstützt Maarten Vandevoordt die belgische Nationalmannschaft als vierter Torwart und ist bei den Testspielen seines Landes eingeplant. Damit fehlt auch er in Afrika. Ein weiteres Trio, das nicht bei der WM antritt, steht RB Leipzig dennoch nicht zur Verfügung: Andrija Maksimović und Kosta Nedeljković wurden für serbische Länderspiele nominiert. Ridle Baku wiederum, der keine Berücksichtigung im DFB-Kader fand, meldete sich kurzfristig mit einem Infekt ab. Seine Nachreise ist jedoch nicht ausgeschlossen.
So reduziert sich der Kader, der am Montagabend über Frankfurt nach Johannesburg aufbrach, auf eine überschaubare Gruppe. Benjamin Henrichs und Assan Ouédraogo sowie Mannschaftskapitän Willi Orban sind die prominentesten Namen, die die Reise angetreten haben. Der Fokus des Trainerstabs liegt nun darauf, die verbleibenden Spieler nicht nur sportlich zu fordern, sondern auch abseits des Platzes neue Impulse zu setzen.
7 überraschende Projekte: Von Township bis Safari – Das exklusive Programm der RB-Stars
Die mehrtägige Reise von RB Leipzig nach Südafrika ist kein gewöhnliches Trainingslager. Statt reiner Regenerationseinheiten erleben die Spieler ein interkulturelles Programm, das tief in die lokale Kultur eintaucht. Im Folgenden stellen wir die sieben markantesten Aktivitäten vor, die der Verein für seine Profis organisiert hat.
1. Tanzkurs im Township
Ein ungewöhnlicher Programmpunkt wartet auf die Leipziger Spieler mitten in einem Township von Johannesburg. Unter Anleitung lokaler Tänzer nehmen die Profis an einem Tanzkurs teil, der ihnen die rhythmische und ausdrucksstarke Bewegungskultur Südafrikas näherbringt. Solche Township-Erfahrungen vermitteln den Spielern ein authentisches Bild des alltäglichen Lebens abseits der Hochglanz-Weltmetropolen. Der Kurs dient dabei nicht nur dem kulturellen Austausch, sondern auch als Teambuilding-Maßnahme, die auf ungezwungene Weise Hierarchien aufbricht und gemeinsame Lacher schafft. Die tanzenden Bundesliga-Profis werden zudem als starkes Bildmotiv in die sozialen Netzwerke des Vereins einfließen.
2. Graffiti-Sprühen mit lokalen Künstlern
Ein weiteres kreatives Projekt führt die RB-Delegation an urbane Kunst heran. Gemeinsam mit südafrikanischen Graffiti-Künstlern gestalten die Spieler eine Wand in Johannesburg. Diese Aktion verbindet Kunstvermittlung mit dem sportlichen Markenauftritt und hinterlässt einen bleibenden Eindruck in der Stadt. Street-Art gilt in südafrikanischen Metropolen als legitime und anerkannte Ausdrucksform, die oft soziale Botschaften transportiert. Für die deutschen Profis bietet sich so die Möglichkeit, selbst künstlerisch aktiv zu werden und zugleich das Motto der Reise, „Re Kaofela“, visuell zu interpretieren.
3. Besuch bei Cricket-Teams
Cricket ist in Südafrika eine der populärsten Sportarten überhaupt. Die Leipziger Delegation stattet einem professionellen Cricket-Team einen Besuch ab und erhält Einblicke in eine völlig andere Sportkultur. Der Austausch über Trainingsmethodik, mentale Vorbereitung und Karriereplanung sorgt für wertvolle Perspektivwechsel. Für Spieler, die ihr ganzes Leben nur Fußball kennen, kann die Beschäftigung mit einer fremden Sportart inspirierende Denkanstöße bieten. Umgekehrt profitieren die südafrikanischen Cricket-Spieler vom internationalen Flair des Bundesliga-Klubs.
4. Begegnung mit Rugby-Teams
Ähnlich wie das Cricket-Team bietet auch ein Rugby-Team eine interessante Vergleichsebene. Rugby und Fußball teilen in Südafrika eine enorme gesellschaftliche Bedeutung, wobei Rugby traditionell in anderen Bevölkerungsschichten verwurzelt ist. Der Besuch ermöglicht den RB-Profis, physische Trainingsansätze und Regenerationsmethoden einer Vollkontakt-Sportart kennenzulernen. Solche interdisziplinären Begegnungen sind im modernen Profisport selten, bieten jedoch die Chance, Trainingsreize und Belastungssteuerung aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.
5. Löwen-Safari zur Tierbeobachtung
Einer der Höhepunkte der Reise ist die Safari, bei der die RB-Akteure Löwen und andere Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten können. Die geschützten Reservate nahe Johannesburg bieten eine atemberaubende Kulisse, die den Teilnehmern die ökologische Vielfalt des Landes vor Augen führt. Für viele Spieler ist dies eine Premiere und eine willkommene Abwechslung zum durchgetakteten Liga-Alltag. Die Safari ist zudem ein starkes Symbol für die besondere Verantwortung, die der Mensch gegenüber bedrohten Tierarten und deren Lebensräumen trägt.
6. Training an der Wits Academy
Sportlich geschwitzt wird an einem historisch bedeutsamen Ort: Die Wits Academy der Universität Johannesburg stellt ihre Anlagen zur Verfügung. An dieser Universität studierte einst Friedensnobelpreisträger und Freiheitskämpfer Nelson Mandela. Auch der international bekannte Musiker Manfred Mann ging hier ein und aus. Das Training an diesem symbolträchtigen Ort verleiht den Einheiten eine besondere Tiefe und erinnert an die politische sowie kulturelle Strahlkraft Südafrikas. Die modernen Sporteinrichtungen der Universität bieten zudem optimale Bedingungen, um die Fitness zu erhalten.
7. Kulturelles Rahmenprogramm zu „Re Kaofela“
Das gesamte Programm steht unter dem südafrikanischen Motto „Re Kaofela“, was übersetzt „alle zusammen“ bedeutet. Dieses Leitmotiv durchzieht sämtliche Aktivitäten und wird von RB Leipzig bewusst als Zeichen der Verbundenheit und des Gemeinschaftssinns inszeniert. In einem Land, das nach Jahrzehnten der Apartheid noch immer umsoziale Kohäsion ringt, setzt der Klub mit dieser Botschaft ein Zeichen. Für die Mannschaft selbst dient das Motto zudem als Klammer, um trotz der vielen WM-bedingten Abwesenheiten ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu bewahren und die verbleibenden Spieler enger zusammenzuschweißen.
Testspiel gegen den afrikanischen Champions-League-Sieger
Das sportliche Highlight der Reise von RB Leipzig in Südafrika ist das Testspiel gegen Mamelodi Sundowns. Der Klub aus Pretoria ist amtierender afrikanischer Champions-League-Sieger und zählt zu den erfolgreichsten Vereinen des Kontinents. Erst am Wochenende vor dem Aufeinandertreffen sicherte sich das Team erneut den kontinentalen Titel. Die Sundowns nahmen zudem im vergangenen Sommer an der Klub-Weltmeisterschaft teil und trafen dort auf namhafte Gegner wie Borussia Dortmund, dem sie mit 3:4 unterlagen, sowie auf Fluminense aus Brasilien, gegen das ein torloses Remis gelang.
Die Partie findet am Freitag in Pretoria statt und wird live bei Red Bull TV übertragen. Fans, die das Spiel verfolgen möchten, können sich somit über den vereinseigenen Kanal zuschalten. Das Aufeinandertreffen bietet den Leipzigern die Gelegenheit, sich mit dem afrikanischen Spitzenfußball zu messen und gleichzeitig ihre Markenpräsenz auf dem Kontinent zu stärken. Für die Sundowns ist es eine prestigeträchtige Generalprobe gegen einen europäischen Bundesligisten.
Sicherheit in Johannesburg: Wie schützt RB seine Spieler?
Johannesburg taucht in internationalen Rankings regelmäßig unter den zehn gefährlichsten Städten der Welt auf. Für den mit Stars besetzten Tross von RB Leipzig bedeutet dies eine besondere Herausforderung. Entsprechend hat der Verein die Reise bis ins kleinste Detail abgesichert und überwacht. Von der Ankunft am Flughafen über die Transfers zu den einzelnen Programmpunkten bis zur Unterkunft wird die Delegation von professionellen Sicherheitskräften begleitet. Öffentliche Auftritte werden vorab akribisch geplant, um Risiken zu minimieren.
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Zusätzlich wird an Orten wie dem Township darauf geachtet, dass die Spieler als Gäste respektvoll auftreten und keine ungewollte Aufmerksamkeit provozieren. Die Reiseplanung berücksichtigt ferner, dass sich trotz des südafrikanischen Herbst- und Winterübergangs sonnige Wetterbedingungen mit angenehmen Temperaturen um die 20 Grad Celsius einstellen. Dadurch reduziert sich das gesundheitliche Risiko extremer Hitze oder anderer klimatischer Belastungen, was die Sicherheitslage zusätzlich entspannt.
Training auf 1.753 Metern: Wie die Höhenlage von Johannesburg die Leipziger fordert
Ein unterschätzter Faktor der Reise ist die topografische Lage Johannesburgs. Die Millionenstadt liegt auf einer Höhe von durchschnittlich 1.753 Metern über dem Meeresspiegel. Für Athleten, die auf Meereshöhe trainieren und spielen, bedeutet die dünnere Luft eine spürbare Belastung des Herz-Kreislauf-Systems. Die Sauerstoffaufnahme ist reduziert, was zu schnellerer Ermüdung bei intensiven Einheiten führen kann. Diesen Effekt nutzen viele Spitzensportler gezielt für Höhentrainingslager.
Für die Leipziger, die an der Wits Academy trainieren, ist die Höhenlage eine zusätzliche physiologische Reizsetzung. Anstatt einfach nur die Grundfitness zu erhalten, zwingt die Umgebung die Körper der Profis zu Anpassungsreaktionen. Kurzfristig erhöht sich die Atemfrequenz, die Herzfrequenz steigt bei gleicher Belastung an. Langfristig kann dieser Reiz die Ausdauerleistungsfähigkeit verbessern, wenn entsprechende Regenerationsphasen eingeplant werden. Der Trainerstab wird die Intensität der Einheiten daher der Höhe anpassen, um Überlastungen zu vermeiden und dennoch einen Mehrwert für die Fitness der Spieler zu erzielen.
Personal-Karussell: Wer bleibt, wer geht?
Fernab der PR-Aktivitäten laufen hinter den Kulissen die Planungen für die kommende Saison. Die Kaderplanung von RB Leipzig ist nach Informationen aus dem Vereinsumfeld weit vorangetrieben. Einige Entscheidungen werden jedoch erst nach der Weltmeisterschaft final getroffen. Dies betrifft vor allem Offensiv-Ass Yan Diomande und Kapitän David Raum, deren Zukunft noch nicht endgültig geklärt ist. Beide Spieler wecken Begehrlichkeiten auf dem internationalen Markt, wie es in der Branche heißt.
Einzig eine weitere Leihe von Mittelfeldspieler Brajan Gruda vom englischen Klub Brighton & Hove Albion soll zeitnah besprochen werden. Hier könnte es noch während oder unmittelbar nach der Südafrika-Reise zu einem Abschluss kommen. RB-Management und der Spielerberater stehen offenbar in engem Austausch, um eine für alle Seiten tragbare Lösung zu finden. Während der Afrika-Tour selbst werden allerdings keine weitreichenden Personalentscheidungen verkündet, da der Fokus bewusst auf den PR-Maßnahmen liegt.
Trainer Werner vor Vertragsverlängerung?
Auch auf der Trainerposition stehen richtungsweisende Gespräche an. Ole Werner, der nach Punkten erfolgreichste RB-Coach seit dem Bundesliga-Aufstieg, steht vor einer Verlängerung seines Engagements. Sein aktueller Vertrag läuft bis 2027, doch sowohl der Klub als auch der Trainer streben eine Ausdehnung der Zusammenarbeit um voraussichtlich ein weiteres Jahr an. Die beiderseitige Wertschätzung gilt in Fachkreisen als hoch, die sportliche Entwicklung unter Werners Führung als konstant positiv.
Weitere Gespräche zwischen dem Trainer und der Vereinsführung sind während oder direkt nach der Südafrika-Reise geplant. Nach der Rückkehr aus Johannesburg könnten die Verhandlungen rasch in eine Unterschrift münden. Eine zeitnahe Einigung würde Planungssicherheit schaffen und ein klares Signal an Mannschaft und Wettbewerber senden, dass RB Leipzig den eingeschlagenen Weg unter Werner langfristig fortsetzen möchte. Die PR-Tour in Südafrika nutzt der Coach zudem, um intensiv mit den anwesenden Spielern zu arbeiten und die Teamchemie weiter zu festigen.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich das Testspiel von RB Leipzig gegen Mamelodi Sundowns live verfolgen?
Das Testspiel zwischen RB Leipzig und Mamelodi Sundowns wird live auf Red Bull TV übertragen. Sie benötigen lediglich einen Internetzugang und können die Partie kostenlos über die Plattform des Getränkeherstellers streamen. Die Übertragung ist weltweit verfügbar, sodass auch Fans in Deutschland das Spiel in Echtzeit verfolgen können. Eine Anmeldung kann je nach regionalen Gegebenheiten erforderlich sein.
Was ist der Unterschied zwischen dieser Reise und einem gewöhnlichen Trainingslager?
Ein traditionelles Trainingslager dient vorrangig der physischen Vorbereitung und taktischen Schulung. Die PR-Tour von RB Leipzig in Südafrika kombiniert dagegen sportliche Einheiten mit einem umfangreichen kulturellen und markenstrategischen Programm. Aktivitäten wie Tanzkurse im Township, Graffiti-Workshops oder Besuche bei anderen Sportarten sollen die interkulturelle Kompetenz der Spieler fördern und die Marke RB Leipzig international positionieren. Zudem ist die Reise ein PR-Instrument, um das Image des Vereins auf dem afrikanischen Kontinent zu stärken.
Ist Johannesburg für die RB-Spieler wirklich sicher genug?
Johannesburg weist eine erhöhte Kriminalitätsrate auf und taucht regelmäßig in Ranglisten gefährlicher Städte auf. RB Leipzig hat darauf reagiert und die gesamte Reise durch professionelle Sicherheitskräfte umfassend abschirmen lassen. Die Aufenthaltsorte der Spieler werden vorab geprüft, die Transfers erfolgen ausschließlich in gesicherten Fahrzeugen. Durch diese detaillierten Vorsichtsmaßnahmen gilt das Risiko für die Delegation als beherrschbar und kalkuliert.




