WM-Aus für Köln-Star Said El Mala: Littbarski attackiert Nagelsmanns Entscheidung
Die Nachricht schlug am Geißbockheim ein wie eine Bombe: Said El Mala, der 19-jährige Überflieger des 1. FC Köln, wurde nicht für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nominiert. Dabei hatte der Offensivspieler eine sensationelle erste Bundesligasaison hingelegt und sich mit 13 Toren und 5 Vorlagen eigentlich für das Turnier vom 11. Juni bis 19. Juli empfohlen. Doch Bundestrainer Julian Nagelsmann entschied sich anders – und löste damit eine heftige Debatte aus. Vereinslegende Pierre Littbarski äußerte sich ungewöhnlich deutlich und kritisierte die Entscheidung scharf. Das El Mala WM-Aus sorgt nicht nur in Köln für Frust, sondern wirft grundsätzliche Fragen zur Kaderpolitik des Bundestrainers auf.

Littbarski, der 1990 selbst Weltmeister wurde, kann die Nichtberücksichtigung des 19-Jährigen nicht nachvollziehen. In einem Interview mit BILD polterte der 66-Jährige: „Nagelsmann setzt mehr auf Erfahrung als auf Qualität. Deshalb ist Sané dabei. Es ist ein Fehler von Nagelsmann, dass El Mala nicht dabei ist.“ Damit spricht Littbarski aus, was viele FC-Fans und Fußballkenner denken: El Malas Leistungen in der abgelaufenen Saison waren schlicht zu gut, um ihn zu Hause zu lassen. Der Verein reagierte verständnisvoll, aber enttäuscht. Sportboss Thomas Kessler betonte, man sei stolz auf El Mala und überzeugt, dass seine Zeit im DFB-Team noch kommen werde.
Littbarskis vernichtendes Urteil über Leroy Sané
Der 1990er-Weltmeister ging in seiner Kritik noch einen Schritt weiter. Er verglich El Mala direkt mit Leroy Sané, der den Vorzug erhalten hatte. „El Mala spielt so wie Sané vor zehn Jahren – als Sané echt noch gut war“, erklärte Littbarski unverblümt. Er attestierte dem jungen Kölner Eigenschaften, die Sané seiner Ansicht nach nicht mehr auf den Platz bringe: Mut zum Risiko, Dribbelstärke und Unberechenbarkeit. „Said hat Sachen, die Sané auf alle Fälle nicht hat“, so Littbarski weiter. Diese Einschätzung ist bemerkenswert, denn Sané gilt seit Jahren als einer der talentiertesten deutschen Flügelspieler, auch wenn seine aktuelle Saison bei Galatasaray nicht an frühere Glanzzeiten anknüpfte. Das El Mala WM-Aus wirft damit die grundsätzliche Frage auf, wie stark Formschwankungen und aktuelle Leistungen in der Kaderauswahl gewichtet werden. Littbarski, der selbst 406 Bundesligaspiele für den FC absolvierte, sieht in El Mala einen Spielertypen, der Elemente des jungen Sané in sich vereint – gepaart mit einer unverbrauchten Spielfreude, die der 30-jährige Routinier inzwischen vermissen lasse.
Warum Sané den Vorzug erhielt
Nach Informationen der BILD schwankte Nagelsmann bis zuletzt zwischen einer Nominierung El Malas und Leroy Sanés. Der Bundestrainer entschied sich letztlich für den 30-Jährigen, weil er ihn schon sehr lange kennt und vor allem seine letzten Länderspieleinsätze beurteilen konnte. Sané bringt zudem die Erfahrung aus mehreren großen Turnieren mit, was Nagelsmanns Strategie widerspiegelt: auf eingespielte Kräfte zu setzen, statt auf Überraschungseffekte junger Talente. Diese Herangehensweise ist nicht neu – schon frühere Bundestrainer standen vor der Entscheidung zwischen Jugend und Routine. Doch die Vehemenz, mit der Littbarski Nagelsmanns Vorgehen kritisiert, lässt aufhorchen. Der 66-Jährige wirft dem Bundestrainer implizit vor, sich zu sehr von persönlichen Beziehungen und weniger von objektiven Leistungsdaten leiten zu lassen. Sanés Saison in der Türkei war solide, aber nicht herausragend. El Mala hingegen lieferte in seiner ersten Bundesligasaison Zahlen, die nur wenige 19-Jährige in der Geschichte der Liga vorweisen können.
Die Reaktion des 1. FC Köln: Stolz trotz Enttäuschung
Der 1. FC Köln bezog schnell und klar Stellung. Auf Instagram richtete sich der Verein direkt an El Mala: „Lieber Said, Deine Zeit im DFB-Team wird kommen. 18 Scorer-Punkte in Deiner ersten Bundesliga-Saison sprechen für sich. Darauf kannst Du sehr stolz sein und wir sind es auch!“ Die Botschaft ist eindeutig: Der FC steht hinter seinem Jungstar. El Mala selbst reagierte auf dem sozialen Netzwerk mit einem Herz-Emoji als Dank. Sportboss Thomas Kessler unterstrich die Haltung des Vereins in einer offiziellen Stellungnahme: „Wir als FC-Familie und natürlich auch ich persönlich finden es sehr schade, dass Said nicht mit zur WM fährt. Wenn man seine Entwicklung und seine Leistungen in dieser Saison betrachtet, hätte er es sich definitiv verdient. Gleichzeitig respektieren wir die Entscheidung des Bundestrainers. Wir sind sehr stolz darauf, dass Said seine ersten Schritte in der Bundesliga bei uns gemacht hat – und er kann sehr stolz darauf sein, was er erreicht hat. Wir sind überzeugt davon, dass er nach der WM ein ernsthafter Kandidat für den Kreis der Nationalmannschaft sein wird.“ Diese Kommunikation ist taktisch klug: Sie bewahrt den Spieler vor zusätzlichem Druck und stellt gleichzeitig die Solidarität des Vereins in den Vordergrund.
Wie das Umfeld den Frust abfedert
Für einen 19-Jährigen ist die Enttäuschung einer Nicht-Nominierung nur schwer zu verkraften. Der 1. FC Köln hat in den vergangenen Jahren viel in die psychologische Betreuung seiner Nachwuchsspieler investiert. Das Trainerteam und die Mannschaftskollegen werden El Mala nun besonders stützen. Littbarski zeigte sich überzeugt, dass der junge Spieler mit der Situation umgehen kann: „Said ist einer, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Die Nicht-Nominierung wird für ihn nur Ansporn sein.“ Der Verein wird alles daran setzen, diese positive Energie zu kanalisieren. Statt in Frust zu verfallen, soll El Mala die verpasste WM als Motor für seine weitere Entwicklung nutzen. Die kommende Saison in der Bundesliga bietet ihm die perfekte Bühne, um zu zeigen, dass Nagelsmanns Entscheidung ein Fehler war.
El Malas herausragende Saison: 13 Tore und 5 Vorlagen
Um das Ausmaß der Entscheidung zu verstehen, muss man El Malas Leistungen in der abgelaufenen Spielzeit genauer betrachten. Der 19-Jährige absolvierte seine erste vollständige Bundesligasaison und erzielte dabei 13 Tore und bereitete 5 weitere vor. Diese Zahlen sind außergewöhnlich für einen Spieler in diesem Alter. Zum Vergleich: Leroy Sané hatte in seiner ersten Bundesligasaison bei Schalke 04 als 19-Jähriger 8 Tore und 2 Vorlagen erzielt. El Mala übertrifft diese Werte deutlich. Seine Dynamik, seine Dribblings und sein Abschlussvermögen machten ihn zur vielleicht größten Überraschung der Saison. Dass ein derart talentierter Spieler nun nicht zur WM fährt, wirft ein Schlaglicht auf die Selektionskriterien des Bundestrainers. Experten diskutieren, ob Nagelsmann mit seiner Entscheidung nicht nur El Mala, sondern der gesamten deutschen Offensive eine frische Option vorenthält. Die Nationalmannschaft tut sich in den letzten Jahren schwer damit, junge Spieler rechtzeitig an große Turniere heranzuführen – ein Problem, das sich mit dieser Nichtnominierung fortzusetzen scheint.
Ein Vergleich mit anderen jungen Talenten
Die Fußballgeschichte ist voll von Beispielen, in denen junge Spieler trotz starker Leistungen nicht für ein Turnier nominiert wurden und später dennoch eine große Karriere machten. Mario Götze war 2010 bei der WM in Südafrika noch nicht dabei, wurde aber zwei Jahre später zum Helden des EM-Finals. Thomas Müller wurde 2008 für die EM nicht berücksichtigt, debütierte aber 2010 bei der WM und wurde Torschützenkönig. Auch diese Beispiele zeigen: Eine verpasste WM ist kein Karriereende. Littbarski selbst weiß, wie schnell sich Türen wieder öffnen können. Er hatte bereits im Oktober 2025 El Mala eine WM-Teilnahme zugetraut – ein Vertrauensvorschuss, der sich zumindest sportlich bestätigt hat. Die Frage ist nun, ob Nagelsmann bei der nächsten Nominierung oder perspektivisch für die Olympischen Spiele 2028 auf den Kölner setzen wird. Für El Mala geht es jetzt darum, die Enttäuschung in Motivation umzuwandeln.
Littbarskis eigene WM-Erfahrung: Trost für El Mala
Pierre Littbarski stand gleich dreimal in Folge im WM-Finale (1982, 1986, 1990) und gewann 1990 den Titel. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Druck und Erwartungen auf jungen Spielern lasten können. Seine deutliche Kritik an Nagelsmann hat daher besonderes Gewicht. Der 66-Jährige ist nicht irgendein Experte, sondern eine Legende des deutschen Fußballs und des 1. FC Köln. Seine Worte haben Signalwirkung: „Ich kann mir vorstellen, was in dem Jungen vorgeht. Klar, er wird ziemlich frustriert sein. Das ist ja auch alles schwer zu verstehen. Schade, mit 19 Jahren zu einer WM zu fahren, wäre schon eine geile Sache gewesen.“ Gleichzeitig schickt Littbarski dem jungen Spieler eine motivierende Botschaft: „Aber das Leben geht weiter. Er kann ja jetzt nicht aufhören, Fußball zu spielen. Said ist einer, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Die Nicht-Nominierung wird für ihn nur Ansporn sein.“ Diese Worte sind mehr als nur Trost – sie sind eine Kampfansage an die Zukunft.
Wie Sportpsychologen mit solchen Rückschlägen arbeiten
In der Sportpsychologie gilt die Verarbeitung von Nicht-Nominierungen als entscheidender Faktor für die weitere Karriere eines Athleten. Ein hypothetisches Szenario: Ein Sportpsychologe arbeitet mit einem 19-jährigen Spieler, der nach einer Nominierungs-Enttäuschung motiviert werden muss. Dabei geht es darum, die Frustration in positive Energie umzuwandeln, ohne das Selbstvertrauen zu beschädigen. Methoden wie kognitive Umstrukturierung helfen, die Situation als temporären Rückschlag und nicht als endgültiges Urteil zu betrachten. El Mala wird von den Verantwortlichen des 1. FC Köln in dieser Phase sicherlich eng begleitet. Die Aussage von Kessler, man sei überzeugt, dass er nach der WM ein ernsthafter Kandidat sei, wirkt dabei wie ein vertrauensbildendes Signal. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wie gut der junge Offensivspieler diesen Lernprozess bewältigt.
El Malas Zukunft: Chance auf U21-EM oder Olympia 2028?
Durch das verpasste WM-Ticket rücken andere Turniere in den Fokus. Die U21-Europameisterschaft im nächsten Sommer wäre eine ideale Gelegenheit für El Mala, sich auf internationaler Bühne zu präsentieren. Auch die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles könnten ein Ziel sein, falls sich der Deutsche Fußball-Bund für eine Teilnahme qualifiziert. Der FC Köln wird alles daran setzen, seinen Jungstar langsam und behutsam aufzubauen. Ein zu früher Wechsel zu einem europäischen Spitzenklub wäre kontraproduktiv – in Köln genießt El Mala das Vertrauen des Trainers und die Zuneigung der Fans. Littbarski hatte bereits im Oktober 2025, also zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Saison, prophezeit: „Wenn er das weiterhin so abrufen kann, bin ich sogar der Meinung, dass er noch den Sprung zur WM schaffen kann.“ Diese Prognose bestätigt, wie hoch das Potenzial des 19-Jährigen eingeschätzt wird. Die nächste WM findet bereits 2030 statt – dann wäre El Mala 23 Jahre alt und im besten Fußballalter. Die Perspektive ist also alles andere als düster.
Wie der 1. FC Köln den Frust in positive Energie für die neue Saison umwandeln kann
Für den 1. FC Köln bietet die Nicht-Nominierung El Malas eine Chance. Der Verein kann zeigen, dass er seine Talente auch in schwierigen Momenten nicht allein lässt. Die öffentliche Unterstützung auf Instagram und die klaren Worte von Kessler senden ein starkes Signal an die Mannschaft und die Fans. Der junge Spieler wird mit neuer Motivation in die Vorbereitung auf die kommende Saison gehen – angetrieben von dem Gefühl, etwas beweisen zu müssen. Diesen Ehrgeiz kann der FC nutzen, um eine erfolgreiche Saison zu spielen. Trainer und Team sind gefordert, El Mala in dieser Phase besonders zu schützen und gleichzeitig seine Entwicklung weiter voranzutreiben. Ein junger Fan des 1. FC Köln könnte auf die Idee kommen, ein Support-Banner für El Mala zu organisieren – solche Aktionen stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl und zeigen dem Spieler, dass seine Leistungen nicht unbemerkt geblieben sind.
Nagelsmanns Schweigen: Wie reagiert der Bundestrainer auf Littbarskis Kritik?
Julian Nagelsmann hat sich bislang nicht direkt zu Littbarskis harscher Kritik geäußert. Der Bundestrainer steht vor der schwierigen Aufgabe, seine Entscheidung zu rechtfertigen, ohne die Debatte weiter anzuheizen. Medial wird die Diskussion um das Verhältnis von Erfahrung zu Jugend in Nagelsmanns Kaderführung die nächsten Tage dominieren. Unabhängige Fußballexperten bewerten die Lage unterschiedlich: Einige sehen in der Bevorzugung Sanés einen nachvollziehbaren Schritt, um Stabilität ins Team zu bringen. Andere kritisieren, dass Nagelsmann zu sehr auf Vertrautes setze und den Mut zu Innovation vermissen lasse. Das El Mala WM-Aus wird Nagelsmann noch länger beschäftigen – besonders dann, wenn die deutschen Offensivspieler bei der WM nicht überzeugen sollten. Die Debatte zeigt einmal mehr, wie schnell sich in der öffentlichen Wahrnehmung Wohlwollen in Kritik verwandeln kann.
Für El Mala beginnt nun eine Zeit der Bewährung. Der 1. FC Köln plant bereits die neue Saison, in der der 19-Jährige eine zentrale Rolle spielen wird. Die kommenden Monate bieten ihm die Gelegenheit, den Bundestrainer eines Besseren zu belehren. Littbarski hat ihm den Weg gewiesen: „Die Nicht-Nominierung wird für ihn nur Ansporn sein.“ Es liegt nun an El Mala selbst, diesen Ansporn in Tore und Vorlagen umzumünzen – und beim nächsten Mal die Einladung zur Nationalmannschaft sicher zu haben. Der FC rechnet fest damit, dass Said El Mala sich nach diesem Rückschlag zurückmelden wird – stärker, erfahrener und mit geballtem Ehrgeiz. Die Frage ist nicht, ob er eines Tages im DFB-Dress auflaufen wird, sondern wann.




