Doppelausstellung Design: 7 bewährte Tipps für den perfekten Besuch

Das Museum August Kestner zeigt bis Juni 2026 eine Doppelausstellung, die Fun Design und Circular Design vereint – und zeigt, dass Humor und Nachhaltigkeit sich nicht ausschließen. Die Schau lädt dazu ein, zwei scheinbar gegensätzliche Welten zu entdecken: die verspielte, emotionale Seite der Gestaltung und die ernsthafte, zukunftsorientierte Kreislaufwirtschaft. Für Besucher bietet diese doppelausstellung design eine einzigartige Gelegenheit, aktuelle Strömungen des zeitgenössischen Designs kennenzulernen. Damit Sie das Beste aus Ihrem Besuch herausholen, haben wir sieben bewährte Tipps zusammengestellt.

doppelausstellung design

1. Bereiten Sie sich auf die zwei Welten vor

Die Ausstellung ist bewusst als Doppelausstellung konzipiert. Das bedeutet: Sie betreten nicht eine einzelne Schau, sondern zwei parallele Erzählstränge. Fun Design fokussiert auf formale und emotionale Aspekte – hier geht es um Witz, Ironie, Provokation und Verspieltheit. Circular Design dagegen stellt die Frage nach nachhaltiger Produktentwicklung in den Mittelpunkt. Um die Spannung zwischen diesen Polen voll auszukosten, sollten Sie sich vorab klarmachen, dass Sie ständig zwischen Leichtigkeit und Verantwortung wechseln werden. Nehmen Sie sich bewusst Zeit für beide Teile, sonst verpassen Sie die feinen Querverbindungen.

2. Nutzen Sie das Rahmenprogramm als vertiefende Ergänzung

Die doppelausstellung design wird von einem vielfältigen Rahmenprogramm begleitet, das die Themen vertieft. Ob Vorträge, Diskussionen oder Workshops – hier können Sie über das reine Betrachten hinaus in die Materie eintauchen. Planen Sie Ihren Besuch so, dass Sie an einer Führung oder einem Gespräch mit Gestaltern teilnehmen können. Die Macher der Schau haben bewusst Formate entwickelt, die sowohl Laien als auch Fachpublikum ansprechen. Informieren Sie sich auf der Website des Museums über die Termine – viele Angebote sind kostenlos im Eintritt enthalten.

3. Entdecken Sie die historischen Wurzeln des Fun Designs

Ein eigener Bereich der Ausstellung widmet sich den historischen Vorläufern des Fun Designs. Sie werden überrascht sein, wie weit die Tradition des humorvollen Gestaltens zurückreicht. Von provokativen Möbelstücken der 1960er Jahre über verspielte Accessoires bis hin zu zeitgenössischen Interpretationen – die Schau zeigt, dass viele Ideen, die heute als neu gelten, bereits frühere Vorbilder hatten. Achten Sie besonders auf die italienischen Positionen, die in den letzten Jahrzehnten eine Vorreiterrolle eingenommen haben. Diese historische Perspektive hilft Ihnen, die aktuellen Entwürfe besser einzuordnen.

4. Konzentrieren Sie sich auf die niedersächsischen Beispiele

Ein besonderer Fokus liegt auf Designunternehmen aus Niedersachsen. Die Ausstellung thematisiert, wie heimische Betriebe die Herausforderungen kreislauffähigen Designs meistern. Für Besucher aus der Region ist das ein besonderer Anreiz: Hier sehen Sie konkrete Beispiele aus Ihrer Umgebung, die zeigen, dass nachhaltiges Design nicht nur eine globale Idee ist, sondern auch vor Ort praktiziert wird. Notieren Sie sich die Namen der Firmen – viele bieten Werksbesichtigungen oder Kooperationen an. Dieser regionale Bezug macht die doppelausstellung design zu einem lebendigen Schaufenster der niedersächsischen Designszene.

5. Beziehen Sie Kinder und Jugendliche spielerisch ein

Die Ausstellung eignet sich überraschend gut für junge Gäste. Gerade die Exponate des Fun Designs sprechen Kinder durch ihre verspielte Ästhetik an. Lassen Sie die jungen Besucher selbst entdecken, welche Objekte sie zum Lachen bringen oder zum Nachdenken anregen. Für Schulklassen gibt es spezielle Bildungsangebote, die Design und Nachhaltigkeit altersgerecht vermitteln. Fragen Sie an der Kasse nach dem Begleitmaterial – oft gibt es Rallyes oder Suchspiele, die den Rundgang strukturieren. So wird der Museumsbesuch zum interaktiven Erlebnis für die ganze Familie.

6. Vergleichen Sie bewusst die Gestaltungsprinzipien

Nutzen Sie die Gelegenheit, die grundlegenden Unterschiede zwischen Fun Design und Circular Design direkt gegenüberzustellen. Während Fun Design auf emotionale Ansprache setzt – durch Humor, Überraschung oder sogar Provokation –, folgt Circular Design strengen Kriterien der Kreislauffähigkeit: Materialien müssen recyclebar sein, Produkte langlebig und reparierbar. Fragen Sie sich beim Betrachten jedes Objekts: Macht mich dieses Design glücklich? Und ist es gleichzeitig zukunftsfähig? Diese bewusste Reflexion vertieft Ihr Verständnis für die Komplexität zeitgenössischer Gestaltung.

7. Planen Sie ausreichend Zeit für vertiefte Betrachtung ein

Die doppelausstellung design ist keine oberflächliche Schau, die man in 30 Minuten durchläuft. Nehmen Sie sich mindestens zwei, besser drei Stunden Zeit. Lesen Sie die Begleittexte, schauen Sie sich die Videos und Interviews an, die die Entstehung der Objekte erklären. Besonders lohnend sind die Installationen, die den Designprozess selbst thematisieren – von der ersten Idee über Skizzen bis zum fertigen Produkt. Wenn Sie die Ausstellung in Ruhe auf sich wirken lassen, werden Sie die Verbindung zwischen scheinbar gegensätzlichen Welten selbst spüren: Humor und Nachhaltigkeit schließen sich nicht aus, sie können sich sogar gegenseitig befruchten.

Was genau macht Fun Design aus?

Fun Design ist mehr als nur ein kurzer Trend. Es ist eine Gestaltungshaltung, die bewusst auf emotionale Ansprache setzt. Die Produkte sollen nicht nur funktional sein, sondern auch Freude bereiten, provozieren oder zum Schmunzeln bringen. In den letzten Jahrzehnten hat dieser Ansatz einen regelrechten Boom erlebt, wobei vor allem italienische Firmen Maßstäbe gesetzt haben. Doch Fun Design hat auch historische Vorläufer, die bis heute inspirierend wirken. Die Ausstellung im Museum August Kestner zeigt, dass verspielte Produkte heute Konjunktur haben, weil sie in einer oft ernsten Welt ein Gegengewicht bieten. Dabei geht es nicht um oberflächliche Effekte, sondern um eine tiefere Auseinandersetzung mit der Rolle von Design im Alltag.

Circular Design: Nachhaltigkeit als Gestaltungsprinzip

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist Circular Design. Anders als beim linearen Wirtschaften (nehmen, herstellen, wegwerfen) zielt dieser Ansatz auf Kreisläufe ab: Produkte werden so konzipiert, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus vollständig in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Das klingt theoretisch, doch die Ausstellung macht es anschaulich. Gezeigt werden konkrete Beispiele, wie Designer Materialien auswählen, Verbindungen lösbar gestalten und Prozesse optimieren. Besonders spannend ist der Blick auf die Herausforderungen: Nicht jedes Material lässt sich leicht recyceln, nicht jedes Produkt ist reparierbar. Die Ausstellung verschweigt diese Probleme nicht, sondern zeigt, wie Unternehmen aus Niedersachsen damit umgehen.

Fast Furniture – der versteckte Klimakiller im Wohnzimmer

Ressourcenverschwendung und Klimawandel sind drängende Probleme, zu denen auch die Möbelindustrie ihren Beitrag leistet. Fast Furniture – die schnelle, billige Produktion von Möbeln mit kurzer Lebensdauer – trägt erheblich zur Umweltbelastung bei. Die Ausstellung benennt dieses Problem klar: Möbel und Interior Design zeigten sich lange unbeeindruckt von den realen Problemen der Welt. Doch mittlerweile ist durch politische Vorgaben, kritisches Nachfragen von Nutzern und oft auch aus innerer Überzeugung viel in Bewegung gekommen. Die Schau dokumentiert diesen Wandel und zeigt, dass nachhaltiges Design kein Nischenthema mehr ist, sondern zunehmend in den Mainstream vordringt.

Wie gehen niedersächsische Designunternehmen die Herausforderungen an?

Wie gehen niedersächsische Designunternehmen diese Herausforderungen an? Die Ausstellung präsentiert eine Reihe von Beispielen, die zeigen, wie renommierte Firmen aus der Region mit den komplexen Anforderungen kreislauffähigen Designs umgehen. Dabei wird deutlich: Es gibt keine einfachen Lösungen. Jedes Material, jedes Produkt, jede Produktionskette erfordert individuelle Antworten. Gezeigt werden vielversprechende Lösungsansätze von Designern, Studierenden und Wissenschaftlern, die Wege zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Design aufzeigen. Die Ausstellung entstand unter Mitwirkung zahlreicher Kooperationspartner und wird fachlich und finanziell durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt sowie von der Stiftung Niedersachsen gefördert.

Konkrete Tipps für die optimale Verbindung beider Ausstellungsteile

Die Stärke der doppelausstellung design liegt in der Verknüpfung der beiden Themen. Um diesen Gesamteindruck zu gewinnen, empfehlen wir folgende Strategie: Starten Sie mit dem Bereich Fun Design, um sich auf die emotionale Seite einzulassen. Notieren Sie sich Objekte, die Sie besonders ansprechen. Wechseln Sie dann zum Circular-Design-Teil und fragen Sie sich: Lassen sich die verspielten Ideen auch nachhaltig umsetzen? Die Ausstellung selbst gibt darauf Antworten – sie zeigt, dass Fun Design durchaus nachhaltig sein kann, wenn Materialien und Produktion entsprechend gewählt werden. Diese Erkenntnis ist vielleicht die wichtigste Botschaft der Schau.

Die Eröffnung und praktische Hinweise

Die Ausstellung öffnet ihre Türen am 13. Dezember und läuft bis zum 7. Juni 2026. Das Museum August Kestner in Hannover ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Parkmöglichkeiten sind in der Umgebung vorhanden. Der Eintritt ist moderat, für Ermäßigungsberechtigte gibt es reduzierte Preise. Planen Sie Ihren Besuch am besten an einem Wochentag, da an Wochenenden mit mehr Besuchern zu rechnen ist. Das Museum bietet auch Führungen für Gruppen an – ideal für Schulklassen, Designstudios oder Firmenausflüge. Informieren Sie sich vorab auf der Website über aktuelle Öffnungszeiten und Sonderveranstaltungen.

Warum diese Ausstellung mehr als nur ein Trend ist

Die Verbindung von Fun Design und Circular Design ist kein Zufall. Sie spiegelt eine Entwicklung wider, die die gesamte Designbranche erfasst hat: Die Erkenntnis, dass Ästhetik und Ethik keine Gegensätze sein müssen. Humor im Design wird hier als ernstzunehmender Faktor für Nachhaltigkeit präsentiert – denn Produkte, die Freude bereiten, werden länger genutzt und seltener weggeworfen. Gleichzeitig zeigt der Circular-Design-Teil, dass Nachhaltigkeit nicht auf Kosten der Gestaltung gehen muss. Diese Synthese macht die Schau zu einem wichtigen Beitrag für alle, die beruflich oder privat mit Design zu tun haben. Wer sie besucht, wird mit neuen Perspektiven auf das eigene Konsum- und Gestaltungsverhalten nach Hause gehen – und vielleicht mit dem einen oder anderen Objekt, das den Alltag bereichert, ohne die Zukunft zu belasten.

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